Eine Woche in der Kommune

Schon oft habe ich davon berichtet, dass das Leben in einer Kommune ziemlich abwechslungsreich ist. Diese Aussage möchte ich heute mal anhand eines konkreten Tätigkeitsbericht untermauern. Okay! Also, was habe ich in der vergangenen Woche alles so gemacht und erlebt …

Heute vor einer Woche hatten wir noch einige Gäste da, die uns beim Ernten geholfen haben und dabei auch unsere Kommune im Alltag kennenlernen konnten. Unter ihnen war auch Sara, die gerade an einer Fotografie-Masterarbeit über Gemeinschaften arbeitet. Wir konnten Sara überreden, dass sie ein paar Gruppenfotos von uns macht. Das war ein großer Spaß, denn nur all zu selten sind wir wirklich alle mal zusammen.

Samstag war ich dann Lebensmittel einkaufen. Auch immer eine nette Sache. Und da ich das in den letzten Monaten mindestens einmal pro Woche mache, dabei immer einen hoch vollen Einkaufwagen mit überwiegend Bio-Produkten mit nach Hause nehme, erkennen mich die MitarbeiterInnen im tegut… inzwischen und es kommt nun immer häufiger mal zu einem kleinen Plausch. Später gab es dann die Sportschau und anschließend einen gemütlichen Abend mit Natali.

Der Tag der Deutschen Einheit war dann auch schön ruhig. So mit spät aufstehen, spät und lange frühstücken und weil das Wetter mitgespielt hat, war ich dann den Rest des Tages viel draußen gesessen und hab getratscht. Abends haben wir dann auf dem großen Fernseher in unserer Bibliothek „Matrix“ geschaut … ich zum gefühlt 2048ten Mal.

Der Montag fing bei mir dann mit Büroarbeiten an, Buchhaltung, Rechnungen schreiben, etc. Nachmittags haben ich dann zusammen mit einem meiner Mitkommunarden ein paar Büsche und Bäume gefällt, die im Weg waren. Keine Angst, wie bauen keinen unterirdischen Bahnhof 😉 Aber wir mussten u.a. den Umzug eines Bauwagens vorbereiten, der zwar noch auf unserem Grundstück steht, aber doch auch gut 200 Meter vom Haus weg. Abends bin ich dann ins Yoga, dass Dodo bei uns in der Kneipe anbietet. Nach den Holzarbeiten am Nachmittag, kamen mir die eineinhalb Stunden diesmal ziemlich lang, und viele für mich sonst eher einfache Übungen, unglaublich anstrengend vor. Aber ich hab es durchgestanden … und auch überlebt!

Dienstag war ich dann wieder überwiegend im Büro, hab lange wegen eines potentiellen Auftrags telefoniert, hatte viel Spaß beim Schreiben eines Netzlogbuch-Beitrags und habe eine Zusammenfassung mehrere Protokolle einer Kleingruppe zum Thema „Selbständigkeit in der KoWa“ geschrieben. Um 21 Uhr war dann Orga-Plenum und wir haben bis gegen halb Elf zusammengesessen und einige Sachen besprochen, die unser gemeinsames Zusammenleben betreffen.

Den Mittwoch verbrachte ich auf unserer aktuellen Baustelle. Im 2. Stock unseres Wohngebäudes entstehen gerade vier neue Zimmer (eines davon werde ich beziehen) mit Bad, Toiletten und einem schönen Gemeinschaftsbereich. Aktuelle muss der .. wirklich wunderschöne … Dielenboden geölt werden. Dazu habe ich zusammen mit einer lieben Besucherin im Laufe des Vormittags die Baustelle richtig sauber gemacht, um dann am Nachmittag zusammen mit einer anderen Gästin die geschätzten 120qm Bodenfläche zu ölen. Danach war ich echt ziemlich k.o.!

Am Donnerstag bin ich mit Muskelkater aufgewacht und habe sogar an meinem linken Knie eine kleine Blase entdeckt. Eine Blase … am Knie! Unfassbar. In Anbetracht der Umstände war ich dann ganz froh, dass für mich wieder ein Vormittag im Büro an stand. Zusammen mit meinem Büronachbarn und angehenden Arbeitskollektiv-Partner Max führte ich unser wöchentliches Jour Fixe durch. Einmal in der Woche erzählen wir uns, was unsere Projekte so machen, ob gemeinsame oder eigene, und planen unsere zukünftige Zusammenarbeit und die dazugehörigen Projekte. Nachmittags hatten wir dann von 14 bis 16 Uhr Kleingruppenzeit. Alle 14 Tage nehmen wir uns zwei Stunden Zeit, um in Kleingruppen an der Zukunft unserer Kommune zu feilen. Abends habe ich dann mit dem Kneipen-Team meine bald anstehende Party zu meinem 40. Geburtstag geplant, um dann direkt dort unten in der Kneipe zu bleiben: Spieleabend 😉

Heute Vormittag stand dann, wie jede Woche, das Putzen unserer Lebensmittel-Lager an. Ich wechsle mich dabei mit einer meiner Mitbewohnerinnen ab. Insgesamt sind es 2 Lagerräume und der zu unserer Küche und den Lagern gehörende Flur. In aller Regel bin ich damit immer gut zwei bis zweieinhalb Stunden beschäftigt. Wir müssen dabei, wie auch bei der Küche, besonders sorgfältig vorgehen, da dort auch die Sachen aus der Kneipe gelagert werden, und das Gesundheitsamt jederzeit in der Tür stehen kann. Heute nach dem Mittagessen haben wir den oben schon erwähnten Bauwagen umgezogen. Dazu kam mal wieder unser Trecker zum Einsatz, der oben auf dem Bild zu sehen ist. Das Teil ist ganz schön laut und stinkt ohne Ende, dafür hat er ordentlich Power und ist extrem geländegängig. Anschließend habe ich noch schnell im Auftrag eine WordPress-Instanz aufgesetzt, die dann morgen zusammen mit dem Auftraggeber weiter eingerichtet und gestaltet wird. Und jetzt gehe ich erst mal Fußball schauen … Länderspiel … Daumendrücken 😉

2 Gedanken zu „Eine Woche in der Kommune“

  1. hach – mein Wägelchen…

    aber nach zwei Monaten mit Fenster zur Fruchtallee kann ich in der Bernstorffstraße morgens jetzt endlich wieder Vögel hören

  2. @Ralph – Wägelchen ist gut… das sah heute schon wie ein ganzes Haus aus, das da durch die grüne Landschaft schippert. War ein beeindruckendes Spektakel – auch weil ich den ehrwürdigen Zetor bisher so selten in rumpelnder und Rauchwolken pustender Aktion gesehen hab.

    Sende Dir einen schöne Gruß nach Hamburg!

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