Schnupperwochenende

Im Spätsommer 2009 waren Natali und ich als Schnuppergäste zum ersten Mal ein Wochenende hier in der KoWa. Dies war damals für uns eine wichtige Erfahrung, haben wir doch so einen ersten, aber doch recht intensiven Eindruck von unserem heutigen Zuhause bekommen können.

Nun standen am vergangenen Wochenende, auf unsere Einladung hin, wieder ein gutes Dutzend Schnuppergäste bei uns auf der Matte, um ihrerseits die KoWa kennenzulernen. Und auch diesmal habe ich an dem Schnupperwochenende teilgenommen, nur dass ich diesmal die Seiten getauscht hatte und einer von zwei Gastgebern war – zum für mich ersten Mal.

Hatten sich zwischenzeitlich sogar 16 Erwachsene angemeldet, waren es dann am vergangenen Freitag noch 13 Erwachsene und zwei Kinder, die uns beschnuppern wollten. Ärgerlicherweise haben dann aber noch vier Männer am Vormittag des Freitags abgesagt, so dass wir dann schlussendlich mit einer deutlich kleineren Gruppe als geplant, das erste gemeinsame Essen in unserem ehemaligen Gemeinschaftsraum einnahmen. Dieser doch recht große Raum war bis Mai 2009 der örtliche Mittelpunkt der KoWa und wird heute von uns als eine Art Allzweckraum genutzt. Unter anderem finden da neben unseren Seminaren, auch Dodos Yogakurse statt und wir hatten dort bei der Fußball WM 2010 aber z.B. auch unser KoWa-WM-Studio eingerichtet.

Am Freitag Abend starteten wir das Programm mit einer Vorstellungsrunde mit den Gästen und den Leuten aus der KoWa, in der wir berichteten, was wir hier so machen, und die Gäste erzählten, warum sie Interesse an einem gemeinschaftlichem Leben haben. Danach hockten einige noch gemütlich im Alten Gemeinschaftsraum zusammen, während andere sich aufmachten die Offene Bühne in unsere Kneipe zu stürmen.

Für den Samstag morgen hatte ich mich dann mit einem Gästepaar zum Frühstück machen verabredet. Leider begrüßten mich die Beiden mit dem Entschluss, am Nachmittag schon wieder abreisen zu wollen. Auf die doch recht persönlichen Gründe möchte ich hier nicht weiter eingehen. Nur soviel sei gesagt, dass sie mir glaubhaft versichert haben, dass sie nicht wegen der KoWa oder dem bisherigen Verlauf des Schnupperwochenendes abgereist sind, sondern vorwiegend wegen der zahlreichen Eindrücke, die sie auf ihrem noch recht jungen Weg aus ihrem schon lange praktiziertem bürgerlichen Leben gewonnen hatten.

Nach dem Frühstück haben wir dann ein wenig über die Geschichte der KoWa erzählt und daran anschließend mit unseren Gästen eine Führung über das Gelände und die Gebäude gemacht. Nach dem Mittagessen folgte ein längerer Theorieteil zur Gemeinsamen Ökonomie, nach dem wir einen eben so langen Spaziergang durch den Ort und Teile des angrenzenden Thüringer Waldes gemacht haben. Davon hungrig, konnten wir uns danach direkt auf das schon bereitstehende Abendessen stürzen. Doch damit war der Schnuppertag noch nicht zu Ende. Es folgte nämlich noch ein Theorieteil über den Einstiegsprozess in die KoWa. Anschließend gab es, wie immer an den Schnupperwochenenden, noch eine Menge zu bequatschen. Was wir dann auch in gemütlicher Runde ausgiebig gemachten.

Gejetlagt von der Zeitumstellung begann unser Sonntag nur zum Teil mit einem gemeinsamen Frühstück, und der für 10 Uhr vorgesehene Theorieteil zum Konsensprinzip, erst um kurz vor elf. Die verlorene Zeit holten wir auch nicht mehr auf, so dass die anschließend geplante Feedback- und Fragen-Runde deutlich reduzierter ausfiel als geplant.

Erschöpft aber durchaus zufrieden, machte ich mich dann nach dem Mittagessen noch an meinen Teil der Aufräumarbeiten und gönnte mir dann nicht nur einen freien Nachmittag, sondern erkläre den nachfolgenden Monat Montag zu meinem persönlichen Sonntag.

Trotz der Absagen im Vorfeld und der vorzeitigen Abreise von zwei Schnuppergästen, haben wir gute Rückmeldungen von unseren Gästen bekommen, die sich durchaus auch mit meinem Eindruck deckten. Doch bin ich froh, dass die beiden Schnupperwochenenden im Juli und November von anderen KommunardInnen durchgeführt werden. Aber im kommenden Jahr möchte ich schon gerne noch mal eins mitorganisieren und -betreuen. Denn auch wenn es anstrengend war, so habe ich das Wochenende trotzdem sehr genossen.

Ein Gedanke zu „Schnupperwochenende“

  1. „gönnte mir dann nicht nur einen freien Nachmittag, sondern erkläre den nachfolgenden Monat zu meinem persönlichen Sonntag.“

    den ganzen Monat??? nicht schlecht 😉

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