Nun ist es August … ein kleiner Rückblick in die vergangenen Monate

Nun ist es August. In der KoWa ist Sommerpause angesagt. Einige touren in der Weltgeschichte umher, die Kneipe hat die nächsten drei Wochen zu, unsere Plena sollen in abgespeckter Form oder gar nicht stattfinden und die Turbulenzen der vergangenen Wochen sind vorübergezogen. Auch wenn sie noch deutlich nachwirken. Vor allem in mir drin.

Das Intensivste, was in den vergangenen Monaten geschehen ist, war der Tod von Natalis Mutter Anfang Juli. Das hat mich ganz schön mitgenommen. Auch wenn der Verstand einem sagt, dass damit für sie eine Leidenszeit vorübergegangen ist.

Ein solches Ereignis lässt dann auch die alltäglichen Probleme und Konflikte ein wenig in den Hintergrund treten. Milde überdeckt die Reibereien mit einem Tuch; und kann eine Chance auf Klärung bieten. Muss aber nicht.

Da ich schon mal beim Thema Konflikte bin. Neulich hatten wir zwei Tage lang Besuch von einem Menschen, der uns die Restorative Circles vorgestellt hat. Das ist eine Prozessmethode, die Konflikten einen Raum gibt, in dem sich die Kontrahenten und Kontrahentinnen so sicher fühlen, dass sie ihre Konflikte überhaupt erst einmal angehen können. Zudem schafft es die Methode, bei denen die sich darauf einlassen, dass die Einzelnen gehört werden; und das vor allem von den beteiligten Menschen, von denen sie es sich am meisten wünschen.

Ich bin wirklich sehr angetan von den Restorative Circles. Die Methode setzt meiner Ansicht nach genau dort an, wo es bei Differenzen am meisten Konfliktlösungspotential gibt: Im zwischenmenschlichen Bereich. Zudem lässt sie die Konfliktbeteiligten nicht auseinandergehen, ohne recht konkrete nächste Schritte zur sachlichen Lösungsfindung und ein nächstes Treffen zu verabreden. Eine schöne Methode … wie ich finde.

Auch schön, und mir noch ganz frisch in wohlig warmer Erinnerung, war unsere Familien-Schnupperwoche, die gestern endete. Wir hatten explizit kommune-interessierte Eltern mit Kindern dazu eingeladen, uns sechs Tage lang zu besuchen, um uns, Haus und Hof, sowie unsere Grundprinzipien kennenzulernen. Gekommen sind schlussendlich je 13 Kinder und Erwachsene und haben hier ordentlich Leben in die Bude gebracht.

Zunächst habe ich mal wieder ein wenig gefremdelt. Das ist etwas, was mir bei solchen Anlässen immer wieder passiert. Keine Ahnung warum? Sehe ich mich doch eigentlich als selbstsicheren und aufgeschlossenen Menschen. Aber irgendwie muss ich mich wohl immer wieder erst mal versichern, dass keine Kopfabreißer und Dauerschüttler unter unseren Gästen sind. Solche üblen Zeitgenossen blieben auch unserer Familien-Woche fern und stattdessen waren ganz viele, ganz liebe Leute zu uns gekommen, von denen ich ein paar durchaus etwas vermisse und bei denen ich mich schon sehr auf ein Wiedersehen freuen würde.

Nur ein paar wenige Tage vor der Familien-Woche, hatten wir unser Gelände und Teile unseres noch nicht ausgebauten Gebäudes … dem „Sommerhaus“ … für eine gute Woche an die Naturfreundejugend Berlin vermietet, die hier ein herrschaftskritisches Sommercamp durchführte. Auch eine ganz besondere Erfahrung. Da haben eine Woche lang 50-60 junge Menschen unser Gelände belebt und trotzdem war es nicht überladen oder in irgendeiner Form unangenehm übertrubelt.

Erwerbsarbeitsmäßig läuft es bei mir gerade nicht so zufriedenstellend. Ich merke, dass ich hier in Waltershausen schon ganz schön ab vom Schuss bin und die Arbeit, die ich gerne tue … also das Konzipieren von Webprojekten … doch eher ein Großstadt-Job ist. So kommen dann doch wieder eher Jobs rein, die mich nicht so sehr inspirieren. Darum schaue ich mich gerade ein wenig um, ob ich meinen angepeilten Schwerpunkt … „Webarchitekt“ … doch verschieben muss oder ob es vielleicht auch was anderes sein könnte. Im Großen und Ganzen habe ich mal wieder das Gefühl an einem Scheidepunkt zu stehen … diesmal beruflich. Doch leider haben sie hier an dieser Kreuzung mal wieder die Wegweiser abgebaut. Die Schweine!