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Wir sind jetzt Kleingärtnerinnen…

… wobei der Garten gar nicht sooo klein ist, immerhin hat er eine Fläche von fast 400 m². Auch wenn ich nicht wirklich guten Gewissens von „Fläche“ sprechen würde, denn der Garten liegt ziemlich am Hang. Aber von vorne…

Schon länger haben wir den Wunsch, uns neben dem 25 m² Minigärtchen hinterm Haus einen richtigen Garten zuzulegen. Wir hatten schon diverse Möglichkeiten durchgespielt, doch irgendeinen Haken hatten alle. Der Haken, den wir bei dem nun gepachteten Garten gesehen haben: Er liegt in einer Kleingartensiedlung. Kleingartenvereine? Für uns immer ein Hort der Spießigkeit mit genormten Maschendrahtzäunen und Heimstätte unzähliger Gartenzwerge. Da unser Bedürfnis nach dem Hegen und Pflegen von Gemüse, Blumen, Obstbäumen und sonstigen Pflanzen schlussendlich größer war als die von Vorurteilen, haben wir im Frühjahr dann doch mal den Kontakt zu dem nahegelegenen Kleingärtnerverein Raichberg e.V. aufgenommen.

Nach der Besichtigung zweier Gärten und einer hochoffiziellen Vorstellung bei einer Vorstandsitzung wurde es dann zur Wahrheit: Wir sind Kleingärtnerinnen (Ich bin mitgemeint). Den Garten an sich haben wir über den Verein für kleines Geld von Stadt Stuttgart gepachtet und alles auf dem Grundstück von der Vorpächterin abgekauft. Dazu gehört ein solides Gartenhaus, eine durch zahlreiche Terrassen zauberhaft gestaltete Anlage sowie unzählige Pflanzen und Obstgehölze, wie etwa zwei Weinstöcke, drei Apfelbäume, einen Zwetschgen- und einen Birnbaum, einen Brombeer- und diverse andere Sträucher. Obst ohne Ende!

Den Garten haben wir in keinem wirklich schlechten Zustand vorgefunden, aber es war schon deutlich zu merken, dass die Vorpächterin in den Vorjahren immer weniger im Garten machen konnte. Wir haben uns also erstmal einen Akku-Rasentrimmer … Strom haben wir keinen, aber einen Wasseranschluss … angeschafft und kräftig gesenst. Dabei sind nach und nach interessante Dinge wie zugewachsene Wege und Pflanzen zu Tage getreten.

Neben dem Rasentrimmer haben wir noch zahlreiche größere und kleinere Dinge anschaffen müssen. Falls mal jemand fragt: Ja, es ist möglich im Smart eine 300-Liter-Regentonne zu transportieren – gut verschnürt und mit offenen Heckklappen.

Auch baulich ist einiges zu tun. An den Zaun an der Terrasse vor der Hütte sollte sich niemand mehr anlehnen und die eine oder andere Trockenmauer musste und muss nachgebessert werden. Doch am dringendsten musste das Gartentor ersetzt werden, da es extrem morsch war und nur noch von reinem Glück als von Schrauben und Nägeln zusammengehalten wurde. Ich weiß nicht, ob meine Schreiner-Vorfahren in ihren Gräber rotierten, aber ich habe das neue Gartentor selbst gebaut und was soll ich sagen: Es sitzt, passt und sieht gar nicht mal so schlecht aus.

Weiter haben wir inzwischen ein paar der angelegten Beete wieder urbar gemacht und auch schon ein paar Erdbeeren sowie Blumenkohl angepflanzt. Den restlichen Beeten haben wir eine Gründüngung gegönnt, damit sie Kraft fürs nächste Jahr sammeln können.

Es sind zwar erst gut vier Wochen vergangen seit wir den Garten übernommen haben, aber es ist schon so viel passiert und ich habe schon so viele Eindrücke gesammelt, die ich hier nicht mal ansatzweise alle aufzählen kann, aber eins kann ich sagen: Ich bin sehr glücklich über unsere Entscheidung, diesen Garten zu pachten. Alleine der Ausblick, der sich uns dort bietet, ist herausragend. Vom Höhenpark Killesberg im Stuttgarter Norden bis zum Mercedes-Werk Untertürkheim liegt uns der ganze Stuttgarter Osten, Bad Cannstatt mit Wasen und Stadion zu Füßen, mal ganz abgesehen von dem Fernblick in Richtung Ludwigsburg und Waiblingen. Es ist eine wahre Freude!

Kategorie(n):Erlebtes

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