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		<title>Ertragbare Utopie gesucht – biete umfangreiche Erfahrungen im Scheitern</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 22:41:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommune]]></category>
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		<description><![CDATA[Nicht nur der Plan für den Januar, sondern sogar der für die kommenden Monate, wenn nicht gar Jahre oder Jahrzehnte, hatte sich schon nach gut einem Tag in der Kommune Niederkaufungen wieder erledigt. Unsere Probezeitanträge dort sind zurückgezogen und wir wieder in der KoWa. Was ist passiert? Natali ist schon mit einem eher schlechten Gefühl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nicht nur der Plan für den Januar, sondern sogar der für die kommenden Monate, wenn nicht gar Jahre oder Jahrzehnte, hatte sich schon nach gut einem Tag in der Kommune Niederkaufungen wieder erledigt. Unsere Probezeitanträge dort sind zurückgezogen und wir wieder in der KoWa. Was ist passiert?</strong><span id="more-858"></span></p>
<p>Natali ist schon mit einem eher schlechten Gefühl nach Niederkaufungen gereist, und nachdem es schnell immer schlechter wurde, hatten wir zu reden. Was wir dann auch ausgiebig taten. Das Ergebnis, dieser Gespräche ist, dass Natali nicht in der Kommune Niederkaufungen leben möchte &#8230; und ich ohne sie auch nicht.</p>
<p>Kurz zusammengefasst, befürchtet Natali, sich in dieser, mit über 80 Menschen recht großen Kommune, im Alltag nicht genügend gegen die vielen Eindrücke und Allgegenwärtigkeiten abgrenzen zu können. Diese Gruppengröße überfordert sie im tägliche Dasein.</p>
<p>Da sie also nicht in dieser einen, und ich nicht in der anderen Kommune leben möchte, muss nun ein neuer Plan her. Die erste Idee: Es gibt ja mehr als nur zwei Kommunen auf der Welt, vielleicht gibt es da ja noch eine, auf die wir uns beide einigen können? Hier steckt der Teufel im Detail, und das war in der Diskussion nur allzu oft der geografische Ort, an dem die in Frage kommenden Gemeinschaften liegen. Natali zieht es eher in den Süden Deutschlands, mich eher in den Norden. Also stellten wir uns die Frage, an welchem Ort bzw. in welcher Region würden wir denn beide leben wollen?</p>
<p>Für die, die uns etwas kennen, ist die Antwort wahrscheinlich gar nicht so überraschend: Es ist der Raum Gießen/Marburg. Dort haben wir beide uns kennengelernt, dort haben wir studiert und viele Freunde/Bekannt; ich sogar Verwandte. Im Bezug auf diese Region haben wir ein souveränes Gefühl, welches in Richtung &#8220;Zuhause&#8221; geht.</p>
<p>Doch gibt es dort keine uns bekannte Kommune. Es gibt Gemeinschaften, die aber (oft?) einen spirituellen Hintergrund haben, und damit für uns beide überhaupt keine Thema sind. Was also nicht ist, muss werden. Darum werden wir nun schauen, ob wir nicht im Raum Gießen/Marburg ein eigenes Projekt starten können. Dazu planen wir, mit Freunden wieder in die Region zu ziehen und dann mal schauen, was sich da so auf die Beine stellen lässt. Nach dem aktuellen Diskussionsstand, wird es wahrscheinlich keine Kommune, wie die KoWa oder Niederkaufungen, doch sollte das neue Projekt schon eine gemeinschaftlichen Ansatz haben. Ich will es auch weiterhin nicht wahrhaben, dass es ein so erstrebenswertes Ziel ist, sich immer mehr zu Individualisieren und zu Privatisieren, sich dem Konsum- und Konkurrenzdenken unreflektiert zu ergeben und ein nachhaltiges Dasein immerzu einzufordern, es aber selbst nicht zu leben.</p>
<p>Auf der anderen Seite, scheine ich meinen eigenen Ansprüchen nicht in der Form genügen zu können, dass ich in Gemeinschaftsstrukturen leben kann, welche die privaten Hoheitsgebiete, im Kern auf ein Zimmer reduzieren. Zum etwas gemeinsam Nutzen, gehört eine gemeinsame Ordnung, welche im Alltag über ein &#8220;Das Chaos organisiert sich von selbst&#8221; hinausgeht. Wenn mensch zum x-ten Mal mehrfach durch ein wirklich großes Haus gelaufen ist, weil man einen Hammer sucht, neigt mensch dazu, sich einen eigenen … privaten … Hammer zu kaufen. Und schon hat es sich mit der Nachhaltigkeit, der Konsumkritik und dem &#8220;Nutzen statt Besitzen&#8221;.</p>
<p>Wie mir aber im vergangenen Jahr ein Gemeinschaftsforscher glaubhaft versicherte, ist der Mensch in größeren Zusammenhängen nur schwerlich in der Lage, eine für alle Beteiligten annehmbare und nicht auf Hierarchien beruhende Ordnungsstruktur zu leben. Womit der Punkt, dass es sich in einer Kommune nachhaltiger leben lässt, etwas ins Wanken gerät. Aber nur etwas. Untersuchungen, die in der Kommune Niederkaufungen durchgeführt wurden, zeigen, dass der Ökologischer Fußabdruck der dort lebenden Menschen im Bundesvergleich unterdurchschnittlich ist. In Gemeinschaft leben ist also nachhaltiger, wenn auch nicht so nachhaltig, wie es sein könnte.</p>
<p>Doch was will ich … was wollen wir nun? Ich will nicht nur für mich als Individuum bzw. als Paar gut leben, sondern ich will auf eine Weise gut leben, die es ermöglicht, die Ressourcen unserer Welt, aber auch meine Nerven zu schonen. Ich will eine ertragbare Utopie. </p>
<p>Der nächste Versuch wird somit in die Richtung gehen, gemeinsam mit bis zu einem Dutzend Menschen ein Hausprojekt zu starten, und dabei einen Spagat hinzubekommen, zwischen, nachhaltiger als der Durchschnitt leben und doch ein gewisses Maß an Eigenmächtigkeit jenseits eines allgegenwärtigen Konsens zu bewahren.</p>
<p>Für mich sind das alles recht neue Überlegungen. In den vergangenen Jahren habe ich mich doch sehr viel mit dem Gemeinschaftskonzept der Kommunen beschäftigt. Das jetzt so zu sehen, hat für mich auch etwas den Beigeschmack eines persönlichen Scheiterns. Was natürlich nicht stimmt. Ich habe Erfahrungen gesammelt und dabei u.a. festgestellt, dass ich gewisse Dinge, die mit dem Kommuneleben einhergehen, nicht so gut aushalten kann, wie es andere tun. Doch heute weiß ich das. Hätte ich es nicht gewagt, in die KoWa zu ziehen, wüsste ich das nicht, und würde diesem Ideal wohl immer noch hinterherhängen. Das wäre schlimmer, als diese vermeintliche Scheitern.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=858&amp;md5=4aafc4042ba7cd841f88b2a5fe8bd1b5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Alles läuft nach Plan &#8230; den ich nicht hab</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 18:25:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommune]]></category>
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		<category><![CDATA[Probezeit-Antrag]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2011 nähert sich seinem Ende. Die Jahresendzeit-Stressigkeiten stehen demnächst an und unsere Suche nach einem Ort zum Leben macht solange mehr oder weniger Pause. Aber der Reihe nach&#8230; Im August war für uns klar, dass wir aus der KoWa wieder aussteigen werden. Die erste Idee war, dem Kommune-Leben wieder Lebewohl zu sagen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Jahr 2011 nähert sich seinem Ende. Die Jahresendzeit-Stressigkeiten stehen demnächst an und unsere Suche nach einem Ort zum Leben macht solange mehr oder weniger Pause. Aber der Reihe nach&#8230;</p>
<p>Im August war für uns klar, dass wir aus der KoWa wieder aussteigen werden. Die erste Idee war, dem Kommune-Leben wieder Lebewohl zu sagen und zuzusehen, was sich von den Ideen des Gemeinschaftslebens in ein Leben mit weniger Gemeinschaft hinüberretten lässt. Doch nach intensiver Beschäftigung mit den Alternativen zum alternativen Leben, haben wir uns entschieden, die Idee vom Gemeinschaftsleben doch noch nicht so schnell wieder fahren zu lassen.</p>
<p>Nach reiflicher Beschäftigung mit den Möglichkeiten, haben wir uns entschieden, einen Probezeitantrag in der <a href="http://www.kommune-niederkaufungen.de/" title="Kommune Niederkaufungen">Kommune Niederkaufungen</a> zu stellen. Dies ist eine der größten unter den politischen Kommunen in Deutschland und gibt uns die Chance in einer Großkommune leben zu können, ohne diese erst noch aufbauen zu müssen. Niederkaufungen liegt ganz in der Nähe von Kassel, also gar nicht mal so weit weg von Waltershausen.</p>
<p>Nachdem dort Anfang Dezember unsere Anträge auf Probezeit ausgehängt wurden, sind wir in unserem Einstiegsprozess gerade in der Phase der WG-Gespräche. Die Menschen in der Kommune Niederkaufungen leben vornehmlich in WGs, und dadurch in wesentlich stärkeren Bezugsgruppen als in der KoWa. Wir hoffen, dass wir unsere WG-Gespräche im Januar alle führen und dann im Anschluss dort eine Probezeit beginnen können. Letzteres hängt natürlich sehr davon ab, ob die jetzt schon dort lebenden Menschen es sich vorstellen können, dass wir dort eine solche Probezeit machen können. Und das selbstverständlich im Konsens; d.h. alle müssen sich das vorstellen können. Ich bin da aber recht optimistisch.</p>
<p>Jetzt kommen aber erst einmal Weihnachten und Silvester und dann geht es aktiv weiter mit dem Weichenstellen. Drückt uns die Daumen, dass das mit der Probezeit klappt &#8230; der Rest wird sich dann schon finden ;-)</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=852&amp;md5=dc84aed1b9900b9e8757f87f2e4df61a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Occupy future</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 17:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestern Abend hörte ich den sehr empfehlenswerten NDR-Kultur-Podcast Auf der Suche nach der verlorenen Zukunft von Harald Welzer aus der Reihe Gedanken zur Zeit. Beim Hören kam mir in Anlehnung an die aktuelle Occupy-Bewegung der Slogan »Occupy future« in den Sinn. Nachdem mich der Spruch seitdem nicht mehr losgelassen hat, kam ich auf die Idee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-833" title="Occupy future" src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2011/10/occupy_future_240.png" alt="" width="240" height="240" /> Gestern Abend hörte ich den sehr empfehlenswerten NDR-Kultur-Podcast <a title="NDR Kultur: " href="http://www.ndr.de/ndrkultur/audio90109_podcast-gzz162.html" target="_blank">Auf der Suche nach der verlorenen Zukunft</a> von Harald Welzer aus der Reihe <em>Gedanken zur Zeit</em>. Beim Hören kam mir in Anlehnung an die aktuelle Occupy-Bewegung der Slogan <strong>»Occupy future«</strong> in den Sinn.</p>
<p>Nachdem mich der Spruch seitdem nicht mehr losgelassen hat, kam ich auf die Idee nach dem <em>Atomkraft &#8211; Nein Danke!</em> Vorbild eine entsprechende Grafik zu erstellen. Und wie es sich für einen richtigen Web-Fuzzy gehört, habe ich ihn auch gleich in mehreren Versionen produziert und das Ganze auf eine entsprechende Webseite gepackt:<br />
&raquo; <strong><a title="Occupy future" href="http://zellmi.de/occupy-future" target="_blank">zellmi.de/occupy-future</a></strong>.</p>
<p>Zudem habe ich das Motiv auch bei Spreadshirt eingestellt und schon mal Buttons (<a title="Spreadshirt: Occupy future - 25mm Buttons - 5er Pack" href="http://365202.spreadshirt.de/buttons-klein-25-mm-A17850202/customize/color/1" target="_blank">25mm</a> und <a title="Spreadshirt: Occupy future - 32mm Buttons - 5er Pack" href="http://365202.spreadshirt.de/buttons-mittel-32-mm-A17850211/customize/color/1" target="_blank">32mm</a>) konfiguriert; ich verdiene daran übrigens nix.</p>
<p>Die Weitergabe und nicht-kommerielle Verwendung der Grafik <strong>»Occupy future«</strong> ist explizit erwünscht. Also: Holen wir uns unsere Zukunft, und die unseres Planeten von den Mächtigen, Gierigen und Despotischen zurück &#8230; <em>Occupy future!</em></p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=832&amp;md5=98a2a983d8a96c7602fe7974171ba361" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Mann im Waschmaschinen-Raum</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 14:15:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
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		<description><![CDATA[Laut der Anleitung unserer einen Waschmaschine, dauert das Eco-Waschprogramm bei 40°C 135 Minuten. Nachdem ich die Maschine mit meiner Wäsche um 13:05 Uhr gestartet hatte, ging ich um 15:20 Uhr hinunter in den Waschmaschinen-Raum im Erdgeschoss, um dort auf einen mir unbekannten alten Mann zu treffen, der gerade meine Wäsche aus der Maschine geholt hatte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut der Anleitung unserer einen Waschmaschine, dauert das Eco-Waschprogramm bei 40°C 135 Minuten. Nachdem ich die Maschine mit meiner Wäsche um 13:05 Uhr gestartet hatte, ging ich um 15:20 Uhr hinunter in den Waschmaschinen-Raum im Erdgeschoss, um dort auf einen mir unbekannten alten Mann zu treffen, der gerade meine Wäsche aus der Maschine geholt hatte.</p>
<p>Auf Nachfrage erklärte es mir, dass er seine Wäsche waschen würde. Es ist in unserer Kommune durchaus denkbar, dass Teile unserer Infrastruktur von FreundInnen des Hauses mitgenutzt werden. Und auch wenn ich ihn nicht kannte, wäre es schon möglich gewesen, dass ihm jemand anderes erlaubt hätte, seine Wäsche bei uns zu waschen. Nur war es schlichtweg nicht seine Wäsche, die er gerade in den Wäschekorb getan hatte, sondern meine.</p>
<p>Ich fragte ihn mehrfach, was er hier wolle und da er mir vornehmlich einen etwas verwirrten Eindruck machte, habe ich ihn unter dem Hinweis, dass er hier in einem privaten Gebäude ist, so freundlich wie möglich aus dem Haus und vom Gelände verwiesen. Er ist dann auch ohne jegliche weitere Diskussion gegangen.</p>
<p>Daraufhin bin ich dann in unsere Küche gegangen, da ich von dort aus durch das Fenster beobachten konnte, ob er auch wirklich vom Gelände gehen würde. Was er auch tat. Als ich gerade wieder zu meiner Wäsche gehen wollte, kam dann unserer neuster Mitkommunarde herein und fragte mich: »Du sag mal, kennst du einen älteren Mann, der bei uns sein Wäsche wäscht?«</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=820&amp;md5=9a191202bac6d9d1730e648a8424fcb0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Was haben Internet und Kommune gemeinsam?</title>
		<link>http://zellmi.de/2011/09/was-haben-internet-und-kommune-gemeinsam/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 14:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Alternatives Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hierarchiefreiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin ein in einer Gemeinschaft lebender Informatiker. Beides ist mir nicht unbedingt in den Schoss gefallen; und der zu beschreitende Weg, der mich dies heute resümieren lässt, war alles andere als geradlinig. Ich habe auf diesem Weg vieles kennen und oft auch schätzen gelernt, doch ist mein höchster Bildungsabschluss der eines Diplom-Informatikers und auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich bin ein in einer Gemeinschaft lebender Informatiker. Beides ist mir nicht unbedingt in den Schoss gefallen; und der zu beschreitende Weg, der mich dies heute resümieren lässt, war alles andere als geradlinig. Ich habe auf diesem Weg vieles kennen und oft auch schätzen gelernt, doch ist mein höchster Bildungsabschluss der eines Diplom-Informatikers und auch lebe ich heute in einer Kommune. Das bringt mich zu der Frage, was gerade diese beiden gemein haben? Warum Informatiker? Und warum Kommune?</strong></p>
<p>Eigentlich war ich bis Mitte der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts auf bestem Wege Ingenieur zu werden. Mein Vordiplom im Fachbereich Energie- und Wärmetechnik hatte ich bereits in der Tasche. Dann passierten innerhalb weniger Monate ein paar entscheidende Dinge: Zunächst entdeckte ich das Internet, dann geriet ich in eine Protestwelle gegen untragbare Studienbedingungen und in deren Folge in eine verantwortliche Position der Studierendenvertretung meiner Fachhochschule. Für diese Aufgabe lies ich sogar mein Studium ruhen. Dieses Intermezzo gepaart mit der Erkenntnis, dass es mir leicht fiel mit dem Internet und am World Wide Web (WWW) zu arbeiten, lies mich dann kurzerhand mein Energie- und Wärmetechnik-Studium abbrechen und ein Informatik-Studium beginnen; als Mittel zum Zweck. Denn ich wollte nicht Informatiker werden, um klassische Software zu entwickeln, ich wollte das Internet mit weiterentwickeln. Somit war es, genau genommen, das Internet, dass mich die Energie aufbringen lies, ein Informatik-Studium abzuschließen.</p>
<p>Was haben also Internet und Kommune gemeinsam? Bei genauer Betrachtung Grundlegenderes als man zunächst denken mag. Eine Kommune ist eine Gemeinschaft. Der Duden definiert Gemeinschaft u.a. erstens als <em>das Zusammensein, -leben in gegenseitiger Verbundenheit</em> und zweitens als <em>Gruppe von Personen, die durch gemeinsame Anschauungen o. Ä. untereinander verbunden sind</em>. Hinzu kommt bei einer Kommune, dass diese Zusammenleben frei von Hierarchien sein soll. Denn Hierarchien sind meist mit Verhältnissen von Herrschaft und Autorität verbunden. Die Grundlage von Herrschaft ist Gehorsam, also prinzipiell das Befolgen von Geboten oder Verboten. In einem System von Herrschaft und Gehorsam sind die Menschen nicht frei und nicht gleich. Dabei heißt es in der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im ersten Artikel: <em>»Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.«</em></p>
<p>Bei Betrachtung des Internet als ein Netzwerk von Netzwerken, welche, wie ihre Knotenpunkte, durch die Anwendung des Internetprotokolls (IP) untereinander verbunden sind, lassen sich durchaus Parallelen zu den Definitionen für Gemeinschaft ziehen. Jeder Knoten ist in einem solchen System im übertragenen Sinn selbst dafür verantwortlich, dass er an diesem weltweiten Netzwerk teilhaben kann. Ein genau definiertes Protokoll (TCP/IP) bildet dazu die Grundlage; und auf dieser einen Basis sind dann die vielen und vielfältigen Dinge möglich, wie sie für immer mehr Menschen tagtäglich nutzen, verrichten oder konsumieren. Beispiele hierfür sind das WWW, E-Mail, Telefonie oder Radio und Fernsehen.</p>
<p>Eine Gemeinschaft wie etwa eine Kommune ist vom Prinzip her auch eine Netzwerk von Menschen; die im Detail zum Teil sehr unterschiedliche Dinge tun können, aber in einem sich aufeinander beziehenden Rahmen. Damit dieser Rahmen bzw. das System nicht gesprengt wird, also stabil ist, muss das Zusammenspiel in einer solchen Gemeinschaft funktionieren. Dazu ist es hilfreich, dass grundlegende Absprachen getroffen werden, die sich in der Summe auch als Protokoll bezeichnen lassen können. Wie zuvor angedeutet, fehlt es einem System an Hierarchiefreiheit, bei dem diese Absprachen zentral oder von Außen überwacht werden. Daraus folgt, dass diese Absprachen von jedem Knoten des Netzwerks, also bei einer Gemeinschaft, von jedem Gruppenmitglied mitgetragen und im Zusammenwirken als Gruppe bzw. Gruppenbestandteil eingehalten werden müssen. Die Motivation einer Person, Teil eines Gemeinschaftsnetzwerks zu sein, muss somit intrinsisch sein; also ihrer selbst willen bzw. aus sich heraus. So sind dann auch im Rahmen einer solchen hierarchiefreien Gemeinschaft ebenfalls viele und vielfältige Dinge möglich.</p>
<p>Das Internetprotokoll bildet als technische Basis für die Teilhabe an den Diensten des Internets  eine zentrale und wichtige Rolle, derer sich die wenigsten seiner Nutzenden im tägliche Umgang damit bewusst sind. Doch spielt es für den Vergleich von hierarchiefreien Gemeinschaften und IP-basierten Netzwerken nur eine untergeordnete Rolle, ob sich die Nutzer und Nutzerinnen bewusst sind, dass es so etwas wie ein Internetprotokoll gibt. Es ist diesbezüglich viel relevanter, dass die von ihnen genutzte Software, nur deshalb als Internet-Knotenpunkte funktionieren, weil sie von sich aus die Verabredung namens Internetprotokoll einhalten. Darauf sind  sie programmiert. Andere Bezeichnungen für Programm sind Manifest bzw. Grundsatzerklärung.</p>
<p>Eine Grundsatzerklärung ist für eine hierarchiefrei lebende Gemeinschaft ebenso das Fundament gemeinsamen Zusammenlebens, wie das Internetprotokoll das Fundament für die Nutzung des Internets ist. Sie bildet grundlegende Absprachen ab, auf deren Einhaltung sich alle Gruppenmitglieder prinzipiell verlassen können und die sie unüberprüft von sich aus einhalten. Darauf muss sich jedes Mitglied verlassen können, damit sich alle Gruppenangehörigen vertrauen können. Durch von allen Mitgliedern intrinsisch gelebte Grundsätze bekommt die Gruppe Halt und die einzelnen Menschen Sicherheit. Weiter bilden sie in erster Linie das Fundament einer Gemeinschaft und können somit für den Alltag Richtschnur sein. Optimalerweise gibt eine Grundsatzerklärung als Fundament Halt und Sicherheit, ist jedoch als Richtschnur flexibel. D.h. wirklich Grundlegendes ist nicht leicht veränderbar; den Alltag prägen flexiblere Handhaben. Zusammen bilden Grundlagen und Handhaben einen verlässlichen, aber undogmatischen Rahmen für das Zusammenwirken von Gruppen.</p>
<p>Wichtig ist hierbei, dass jedes Gruppenmitglied aus freien Stücken Teil der Gemeinschaft und der internen und externen Prozesse ist. Die Teilnahme von einzelnen Menschen oder Untergruppen an Gruppenprozessen ist optimalerweise immer transparent. So wissen die anderen Mitglieder immer, wer aktuell gerade einem Prozess teilnimmt bzw. daran interessiert ist. Dies dient der Vertrautheit bzw. Verbundenheit, die als Basis für eine Zuverlässigkeit unabdingbar ist. Wissen alle an Gruppenprozessen Beteiligten um die intrinsische Motiviertheit der jeweils anderen, so ersetzt dieses Vertrauen Kontrolle. Hierarchiefreie Gemeinschaften werden also durch Vertrauen, Zuverlässigkeit und beiderseitig bewussten Zugehörigkeitswillen geprägt; und da es sich um eine Netzwerk von Menschen handelt, und nicht von Computersystemen, ist zudem gegenseitiges Wohlwollen von großer Bedeutung, damit ein undogmatisches und bedürfnisorientiertes Zusammenleben möglich ist.</p>
<p>Nach dieser näheren Betrachtung von Internet und Kommune, ist es bei all den gefundenen Parallelen nicht weiter verwunderlich, dass gerade diese beiden Themenkomplexe für mich von so großer Wichtigkeit geworden sind. Und dies sogar ohne die Entwicklung des Internets und der es weiterentwickelnden Internet Society als gemeinnützige Organisationsform anzuführen, welche erstaunlicherweise, trotz ihrer weltwirtschaftlichen Bedeutung, grundsätzlich erhalten werden konnte.</p>
<p>Als Abschluss dieser Betrachtungen möchte ich noch zwei Zitate anführen. Ersteres ist vom  türkischer Dichter <em>Nâzım Hikmet</em> und das zweite wird <em>Konfuzius</em> zugeschrieben:</p>
<blockquote><p>»Leben, einzeln und frei wie ein Baum, und geschwisterlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht.«</p></blockquote>
<blockquote><p>»Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen.«</p></blockquote>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=801&amp;md5=4cbd5239b5853ed5b7ace145efe96176" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ist unser Kommune-Weg doch noch nicht beendet?</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 10:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade fühle ich mich ein bisschen wie im Auge eines Hurrikans. Im Prinzip ist es derzeit ziemlich ruhig. Zwar kommuniziere ich in den letzten Wochen ziemlich intensiv, aber ansonsten erscheint mir mein Leben aktuell wie in Watte gepackt. Doch steht Natali und mir eine vielleicht wichtige Woche bevor. Wir werden nämlich am Montag in die Kommune Niederkaufungen fahren und dort eine Woche mitleben und -arbeiten. Anschließend werden wir an dem Wochenende zu einem Treffen der Hubenthalhof-Gründungsgruppe in Oberkaufungen gehen.</p>
<p>Nach unserem ersten Impuls, uns ganz aus dem Leben in Gemeinschaft zurückzuziehen und wieder in trauter Zweisamkeit zu leben, haben uns diverse Gespräche und auch viele Momente der Ruhe zu der aktuell gültigen Erkenntnis gebracht, dass wir auch noch in einem halben, einem oder zwei Jahren in diese von mir so genannte &#8220;bürgerliche Leben&#8221; zurückkehren können. Vor allem auch aus der Erkenntnis heraus, dass wir wohl kein zweites Mal die Kraft für einen solchen Wechsel aufbringen würden.</p>
<p>Im Moment versuche ich ganz viel Mut zu sammeln. Denn aktuell weiß ich beim besten Willen nicht, wo unsere Reise hingehen wird. Nachdem ich vergangene Woche mein erstes Vorstellungsgespräch bei einer Agentur hatte, Natali und ich uns mit guten Freunden über eine Art Nachbarschaftsgemeinschaft ausgetauscht haben und ich mir u.a. auch schon etwas konkreter überlegt hatte, aus meiner Freiberuflichen Tätigkeit eine Internet-Agentur zu machen, war ich Ende letzter Woche auch noch mal ein paar Tage in Niederkaufungen. Dort in der Kommune bin ich im letzten Jahr ziemlich häufig gewesen. Allgemein gibt es ja auch eine gemeinsame Geschichte von mir/uns und dieser Gemeinschaft. Zunächst war sie lange Zeit (nur) der Wohnort meiner Tante und ihrer Familien gewesen, dann haben Natali und ich uns gegen Ende unseres Studiums schon einmal sehr intensiv damit beschäftigt, dort einzusteigen. Doch fühlt es sich für mich inzwischen ganz anders an, dort zu sein. Ich spüre, dass ich mit einer ganz anderen Souveränität dort bin, als vor gut fünf, sechs Jahren.</p>
<p>Aber auch das Hubenthalhof-Projekt finde ich spannend. Er ist ein weiterer Baustein, der die Kassler Region zu einem wirklich interessanten Gebiet für alternatives Leben macht. Dort gibt es schon jetzt drei <a href="http://www.kommuja.de/" title="Kommuja Website" target="_blank">Kommuja-Kommunen</a> und einige weitere alternative Projekte. Und auf dem alten Gutshof am östlichen Ende könnte ein wirklich schöner und spannender Ort zum Leben entstehen.</p>
<p>Ihr merkt sicherlich auch, dass es derzeit keine gefestigten Landmarken für den Weg gibt, auf den wir uns mit dem angekündigten Ausstieg aus der KoWa gemacht haben. Es ist nicht immer einfach etwas Abseits der gesellschaftlichen Konformität zu leben, denn die Wege hier sind kaum beschritten und die Verlockungen des Individualismus sind groß.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=793&amp;md5=d6f3ea823343c81efe2723ce373fcddb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jedem Ende wohnt ein Anfang inne&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 18:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; so soll zumindest Herrmann Hesse einst gesagt haben. Und ich hoffe er hatte recht damit; denn Natali und ich haben uns entschieden, wieder aus der Kommune auszusteigen. Den Anderen hier haben wir es vergangenen Dienstag gesagt, und in den letzten Tagen habe ich einige Freunden und Verwandten eingeweiht. Hinzu kamen viel und zum Teil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8230; so soll zumindest Herrmann Hesse einst gesagt haben. Und ich hoffe er hatte recht damit; denn Natali und ich haben uns entschieden, wieder aus der Kommune auszusteigen.</strong></p>
<p>Den Anderen hier haben wir es vergangenen Dienstag gesagt, und in den letzten Tagen habe ich einige Freunden und Verwandten eingeweiht. Hinzu kamen viel und zum Teil sehr lange Gespräche mit meinen MitbewohnerInnen. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ihre Reaktionen eine weite Bandbreite aufwiesen; von Trauer und Wut bis hin zu Verständnis und Dankbarkeit für die gemeinsam verbrachte und gestaltete Zeit.</p>
<p>Derzeit möchte ich zu den Gründen unseres bevorstehenden Ausstiegs nur sagen, dass es weniger das Große und Ganze ist, was uns nicht mehr an eine Zukunft hier in der KoWa glauben lässt. Es ist eher eine Mixtur aus vielen Details, Auslegungssachen und zum Teil auch nur aus Kleinigkeiten, die sich im Alltag jedoch immer wieder aufschaukeln oder anhäufen.</p>
<p>Derzeit habe ich jedoch das Gefühl, dass wir hier im Guten gehen werden können. Ob es dann auch gut war, wieder zu gehen, wird sich mit der Zeit zeigen. Da wir noch nicht wissen, ob für uns das Thema Gemeinschaft grundsätzlich vom Tisch ist, oder ob wir uns an diesem Punkt erst einmal lediglich von dieser einen Gemeinschaft verabschieden, werden wir nun fürs Erste wieder in ein recht &#8220;bürgerliches&#8221; Leben zurückkehren. Dort gilt es dann zu reflektieren und überlegen, wie es mit uns dauerhaft weitergehen soll. </p>
<p>Dazu werde ich mich zunächst auf die Suche nach einer Festanstellung als Informationsarchitekt machen, vorzugsweise in Hessen. Das Rheinland oder das Ruhrgebiet sind durchaus aber auch denkbar. Ich hoffe, mir die Stelle auch ein bisschen danach aussuchen zu können, dass sie nicht all zu weit von einem guten Ort entfernt ist, an dem Natali ihre weiter Töpferei aufziehen kann. Alles weitere werden wir dann sehen. Der Zeitraum in dem das alles von statten gehen soll bzw. muss, ist noch nicht abgesteckt, aber derzeit gehe ich davon aus, dass wir in diesem Herbst noch umziehen werden.</p>
<p>Für fast alle, mit denen ich in der Zwischenzeit kommuniziert habe, kam das sehr überraschend. Sicher auch, weil ich auch mir selbst gegenüber, lange nicht wirklich eingestehen konnte, dass dieser Traum platzen könnte. Als ich diese Erkenntnis dann vor nicht all zu langer Zeit an mich rangelassen habe, ging dies gleich auch einher mit Selbsterkenntnis, dass ich wieder aus der KoWa aussteigen möchte. Und da auch Natali diesen Wunsch zu großen Teilen mittragen konnte, ist unsere Entscheidung dann auch recht postwendend gefallen.</p>
<p>Jetzt habe ich mich mit wahrlich sehr gemischten Gefühlen rumzuschlagen. Jedoch herrscht vor allem das Gefühl der Erleichterung vor &#8230; und das das Richtige zu tun. Hoffentlich ist es auch so. Drückt uns die Daumen&#8230;</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=787&amp;md5=7e3d0c25945d33a14c39cf3f99f2edd5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Über Binsenweisheiten und was sie mit Demokratie und Revolution zu tun haben</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 09:18:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Binsenweisheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Diese Video ist betitelt &#8220;Inspiring Example Spanish Revolution &#8211; First Résumé&#8221; &#8230; und genau aus diesem Grund auch hier zu sehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="580" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/9Y3lZMvHUOM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Diese Video ist betitelt &#8220;Inspiring Example Spanish Revolution &#8211; First Résumé&#8221; &#8230; und genau aus diesem Grund auch hier zu sehen.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=768&amp;md5=cc8974444dd9cdffc380ef2f6baf247e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Etwas denken können</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 17:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Etwas denken können]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsame Ökonomie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer sich schon mal wenigstens ein bisschen mit dem Thema des Bedingungslosen Grundeinkommens beschäftigt hat, kennt sicher auch Götz Werner und hat dann sehr wahrscheinlich auch schon mal seine gebetsmühlenartige vorgetragene Aussage gehört: «Man muss ein bedingungsloses Grundeinkommen erst einmal denken können.» Dieses &#8220;Etwas denken können&#8221; ist mir am Wochenende auch wieder in den Sinn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich schon mal wenigstens ein bisschen mit dem Thema des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen">Bedingungslosen Grundeinkommens</a> beschäftigt hat, kennt sicher auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Werner">Götz Werner</a> und hat dann sehr wahrscheinlich auch schon mal seine gebetsmühlenartige vorgetragene Aussage gehört: «Man muss ein bedingungsloses Grundeinkommen erst einmal <em>denken können</em>.»</p>
<p>Dieses &#8220;Etwas denken können&#8221; ist mir am Wochenende auch wieder in den Sinn gekommen, als ich auf einem Treffen von Menschen war, die wie ich in einer dem <a href="http://www.kommuja.de">Kommuja-Netzwerk</a> zugehörigen Kommune leben. Konkret ging es in diesem Moment thematisch um eine gemeinsame Ökonomie von mehreren Kommunen bzw. aller in diesem Netzwerk zusammengeschlossenen Gemeinschaften. </p>
<p>Dabei ist mir aufgefallen, dass in dieser Runde scheinbar kaum jemand eine solche interkommunäre Ökonomie <em>denken konnte</em>. Auch wenn dort alle schon heute eine gemeinsame Ökonomie innerhalb ihrer Kommune leben.</p>
<p>Mit dieser intellektuell anspruchsvollen Erkenntnis, bin ich dann wieder in die KoWa zurückgekehrt. Und beim Nachdenken über dieses <em>Etwas denken können</em>, sind mir zahlreiche Beispiele aus meinem bisherigen Leben eingefallen. So habe ich immer dann in besonders erfolgreichen Mannschaften Fußball gespielt, wenn diese, die Taktik des Trainers <em>denken konnte</em>. Auch konnte ich in meiner Tätigkeit als Konzepter von Webprojekten immer dann ein innovatives Konzept an den Kunden bringen, wenn ich merkte, dass die VertreterInnen der Kundenseite, dieses <em>denken konnten</em>. Und hier der Kommune kenne ich dieses Phä­no­men auch aus Plena und Kleingruppen.</p>
<p>Nun habe ich gerade eben gelesen, dass Paul Kirchhof mal wieder mit dem Vorschlag eines <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,771006,00.html">radikal vereinfachten Steuerkonzepts</a> in den Schlagzeilen ist. Auch hier gibt es wieder allenthalben viele &#8220;Abers&#8221; und &#8220;Wenns&#8221; und ich befürchte, dass es auch hier wieder Probleme mit dem dieses Konzept <em>Denken können</em> geben wird. </p>
<p>Bei den vielen dieser Beispiele, ist es auch oftmals die Vereinfachung, die den Menschen die meisten Schwierigkeiten zu machen scheint. Kann es sein, dass in unserer Gesellschaft auch an analytischen Fähigkeiten fehlt? Einer Sache auf den Grund gehen, sie in ihre Bestandteile gedanklich zerlegen können, um sie dann richtig erfassen &#8230; also <em>denken zu können</em>? </p>
<p>Bei dem, was ich in den letzten Jahren über unser Bildungs- und Schulsystem erfahren und gehört habe, würde mich das nicht weiter wundern. Da wurde bzw. wird viel zu stark auf Fakten-Vermittlung statt auf Problemlösungskompetenzen gesetzt. Aber auch unsere BildungspolitikerInnen und -fachkräfte müssen diesen Paradigmenwechsel auch erst einmal <em>denken können</em>. Oder?!</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=764&amp;md5=1301f140fccb9e1eeed7bde069ad4212" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Katherine, Katherine</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 19:36:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiberei]]></category>
		<category><![CDATA[Katherine]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Steinwolke]]></category>
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		<description><![CDATA[Was zuvor geschah&#8230; Mannomann! Was brummte mir der Schädel. Und was noch viel beunruhigender war, ich wusste noch nicht mal warum. Auch dass ich mutterseelenallein an einem Waldrand im Dreck saß, trug nicht gerade zu meiner Beruhigung bei. Was war mit mir geschehen? Zu meiner Verwirrung und Orientierungslosigkeit kam auch noch hinzu, dass mir zudem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="580" height="435" src="http://www.youtube.com/embed/ZB6ryZ1x8rY" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>Was zuvor geschah&#8230;</strong></p>
<p>Mannomann! Was brummte mir der Schädel. Und was noch viel beunruhigender war, ich wusste noch nicht mal warum. Auch dass ich mutterseelenallein an einem Waldrand im Dreck saß, trug nicht gerade zu meiner Beruhigung bei. Was war mit mir geschehen? Zu meiner Verwirrung und Orientierungslosigkeit kam auch noch hinzu, dass mir zudem alle Knochen im Leib weh taten und meine Klamotten aussahen, wie durch den Matsch gezogen. Nur mühsam kam ich auf die Beine. Doch trotz massiver Schmerzen überall, war ich nach einer kurzen Überprüfung meines Körpers davon überzeugt, dass ich mir zumindest nichts gebrochen hatte. Beziehungsweise, man mir nichts gebrochen hatte. Meine Erinnerung hatte mich diesbezüglich total im Stich gelassen. Auch wusste ich nicht, wo ich hier war und warum. Ich hatte wohl zeitweise … wie lange, wusste ich nicht … mein Bewusstsein verloren und als ich wieder zu mir kam, saß ich in einem Gestrüpp am Wegesrand, in einem Wald, den ich nicht kannte. Als Kind war ich oft im Wald gewesen. Häufig mit meinem Großvater, der ein hingebungsvoller Jäger war. Aber nie in diesem Wald. Ich schleppte mich gebückt auf den Waldweg und sah sogleich, dass nur weniger Meter den Pfad hinunter mein Scirocco an der Einmündung zu einer geteerten Straße stand. Der vertraute Anblick machte mir das Herz etwas leichter. Dieser Wagen, wenn auch gebraucht und rostig, war mein ganzer Stolz. Auch wenn mich meine Mutter gerne, auf Grund meiner jugendlichen und zugegebenermaßen etwas überschwänglichen Zuneigung zu meinem ersten eigenen Auto, damit aufzog und mit einem Augenzwinkern von meiner &#8220;Luxuslimousine&#8221; sprach.<br />
<span id="more-753"></span><br />
Gerade wollte ich mich aufmachen, um zu meinem Auto zu gehen, da bemerkte ich, dass meine Hose nicht nur Nass war, sondern auch offen stand. Ich hatte mich offensichtlich selbst vollgepinkelt. So langsam fing ich an, mir einen Reim auf das Geschehene zu machen. Zumindest teilweise. Scheinbar war ich mit meinem Auto unterwegs und hatte hier gehalten, um mich am Waldrand zu erleichtern. Und da wir Männer die Gunst, im Stehen pinkeln zu können, mit dem psychologischen Zwang erkauft hatten, nicht einfach so auf freier Fläche hinmachen zu konnten, sondern immer <em>gegen etwas</em> pullern mussten, war ich wohl ein paar Meter in den Wald hineingelaufen. Doch was war dort geschehen? Ich schaute mich noch mal genauer um und da entdeckte ich Spuren auf dem Waldboden. Dank der wortreichen Erklärungen meines Großvaters aus Kindertagen, erkannte ich diese sofort. Hier waren kürzlich Wildschweine gewesen. Es erschien mir denkbar, dass ich welche aufgeschreckt hatte und sie mich dann attackiert hatten. Sicherlich hatte ich dabei irgendwas auf den Kopf bekommen und kurzzeitig das Bewusstsein verloren. Und nicht nur das. Denn auch wenn ich nun ungefähr wusste, was hier geschehen war, konnte ich mich nicht erinnern, wohin ich eigentlich unterwegs war. Ich beschloss, zu meinem Wagen zu gehen und nachzusehen, ob darin irgendwelche Hinweise zur Intention meiner Fahrt zu finden waren.</p>
<p>Am Wagen angekommen lehnte ich mich zunächst erst einmal an dessen Kotflügel. Es hatte mich ganz schön gebeutelt. Doch kaum hatte ich mich an meine Luxuslimousine angelehnt, kündigte ein erster, auf meiner Stirn landender Tropfen, Regen an. Mich fröstelte. Nach einem Blick zum grauen, wolkenverhangenen Himmel sputete ich mich, ins Wageninnere zu kommen. Kaum, dass ich auf dem Fahrersitz platz genommen hatte, öffnete der Himmel auch schon seine Schleusen. Meiner nicht gerade sehr vertrauenswürdigen Erinnerung nach, müsste es Ende November sein und somit war es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich in den Regen einige festere, leicht flockenartige Tropfen verirrten. Nachdem ich auf den ersten Blick in meinem Wagen nichts ungewöhnliches oder irgendwas, was mir einen Hinweis auf mein Reiseziel gegeben hätte, entdecken konnte, startete ich den Motor. Vornehmlich, um damit die Heizung in Gang zu setzen. Aber auch, da ich den Entschluss gefasst hatte, einfach mal loszufahren. In der Hoffnung, irgendetwas Vertrautes zu entdecken oder gegebenenfalls in der nächsten Ortschaft jemanden um Hilfe zu bitten. Denn so richtig wohl fühlte ich mich wirklich nicht. Mir tat alles weh und etwas schwindlig war mir auch.</p>
<p>Ich konnte nur sehr langsam fahren, denn das Schwindelgefühl nahm mit zunehmender Geschwindigkeit ebenfalls zu. Mir war klar, dass ich keinen Meter weiter fahren durfte, als unbedingt notwendig. Zudem nahm der Schneeregen steig zu und so kam es, dass das Waldgebiet, in dem ich so gebeutelt zu mir gekommen war, irgendwie kein Ende nehmen wollte. Im Schritttempo, unbehelligt von jeglicher Zivilisation, tastete ich mich mit meinem Wagen regelrecht durch die überbordende Natur. Zu allem Überfluss hatte die Dämmerung auch schon deutlich eingesetzt. Der Verzweiflung nahe, sah ich plötzlich ein Licht in der Ferne auftauchen. Es war ein grelles Neonlicht. Als ich bei dem Licht angekommen war, sah ich, dass es ein Hinweisschild auf eine Waldklause war. Ich stellte den Wagen auf dem parallel zur Straße angelegten Parkplatz ab und machte mich auf den Weg in den Wald hinein, dorthin wo mir das Hinweisschild in 50 Meter die Waldklause &#8220;Zum grünen Walde&#8221; vorzufinden versprach. Der auf mich einprasselnde Regen störte mich nicht, linderte er doch meine Leiden etwas.</p>
<p>Tatsächlich fand ich nach wenigen Metern Fußweg einen Gasthof vor, in dem sogar Licht brannte. Ich öffnete die Tür und betrat den kleinen, rustikal eingerichteten Schankraum. Er war leer. Doch vermutete ich, dass der Wirt nicht allzu fern sein konnte und rief laut in den Raum hinein: «Hallo?» Aus dem Raum hinter der Theke hörte ich eine Stimme antworten, die ich spontan einer jungen Frau zuordnete: «Einen Moment, bitte! Ich bin gleich bei Ihnen.» Erleichterung, wenn nicht sogar ein Gefühl der Dankbarkeit, machte sich in mir breit, zugleich gefolgt von einem weiteren Schwindelanfall. Ich musste mich auf einen Stuhl setzen. «O mein Gott! Wie sehen sie denn aus?», hörte ich die Stimme plötzlich sagen und als ich aufblickte, sah ich einen Engel auf mich zukommen. In Wahrheit war es natürlich kein Engel, sondern eine junge Frau mit langen blonden Locken. Als sie sich mit sorgenvoller Miene vor mich hinhockte, kam ich trotz meiner Pein nicht umher, festzustellen, dass diese Frau wahrscheinlich die hübscheste Person war, die ich je zu Gesicht bekommen hatte. «Was ist passiert? Brauchen Sie Hilfe?», bestürmte mich der Engel ganz aufgeregt. «Ich kann mich nicht erinnern, aber es scheint so, als wenn mich mindestens ein Wildschwein angegriffen hat.» «Ach herrje! Bei denen hat gerade die Paarungszeit angefangen, da sind sie zeitweise unberechenbar.» Ich nickte und mein Kopf dankte es mir mit heftigen Schmerzen. Ein Stöhnen drang in mein Bewusstsein, von dem ich erst mit etwas Verzögerung merkte, dass es meines war. Als Folge dessen bemühte ich mich sogleich darum, mich etwas zusammenzureißen und gemeinsam mit dem Versuch ein Lächeln zustande zu bekommen, sagte ich zu meiner entzückenden Gegenüber: «Ich heiße übrigens Thomas.» «Ich bin Katherine und du kommst jetzt besser mal mit rüber.» «Rüber?» «Ja, komme bitte.» Der Welt entrückt lies ich mich von Katherine gestützt zu einer Tür führen, an der ein Schild mit dem Aufdruck <em>Saal</em> hing. Als wir das große Hinterzimmer betraten, welches nur jemand mit einer leicht gestörten Wahrnehmung als Saal bezeichnet haben konnte, blickten  die dort anwesenden acht Menschen gleichzeitig zu uns herüber und schauten uns dabei wie zwei unliebsame Fremde an. Ich wunderte mich, dass die jeweils vier Frauen und Männer dort im Gleichschritt gingen. Die mich stützende Katherine flüsterte mir zu: «Das ist die Linedance-Gruppe aus dem Dorf. Sie machen gerade <em>Trockenübungen</em>.» Dann wandte sie sich an einen der Männer auf dem Parkett: «Dr. Hausmann, entschuldigen sie die Störung, aber dieser junge Mann ist scheinbar von einem Wildschwein angegriffen worden.» Der Angesprochene lächelte Katherine huldvoll an und kam dann auf mich zu. Noch bevor er mich erreicht hatte, wurde mir schwarz vor Augen.</p>
<p>Als ich wieder zu mir kam, fand ich mich in einem Krankenhausbett wieder. Die Schmerzen waren weniger geworden und das Schwindelgefühl so gut wie weg. Das erste, was mir dann in den Sinn kam, nachdem ich mich etwas orientiert hatte, war Katherine. Wie konnte ein Mensch so schön sein? In meinem Magen breitete sich sogleich ein flaues Gefühl aus. Ich hatte mich verliebt. Was für eine verrückte Geschichte war mir da widerfahren? Ich versuchte mich etwas aufzusetzen, lies mich aber von den dabei wiederkehrenden Schmerzen postwendend davon abbringen. Die beiden, noch im Zimmer stehenden Betten waren leer, so dass ich mich nun doch aufraffte, um dann die Schwesternruftaste am Bett zu betätigen. Die kurz darauf herbeieilenden Krankenschwester half mir zunächst, mich etwas aufzusetzen und gab mir dann etwas Wasser zu trinken. Sie erklärte mir, dass ich zwar ordentlich was abbekommen, jedoch noch Glück gehabt hätte. Sie bestätigte meine Annahme, dass es wohl zu einem für mich unvorteilhaften Zusammentreffen mit einem Schwarzwild gekommen war. Ich hatte die ganze Nacht durchgeschlafen und man hätte am Morgen meine Familie erreicht. Meine Eltern wären auf dem Weg, doch würden sie erst in ein paar Stunden eintreffen. Da fiel mir auch wieder ein, wohin ich unterwegs war. Ich wollte meinen alten Jugendfreund Frank besuchen, der vor einem Jahr mit seinen Eltern in den Schwarzwald gezogen war. Die Krankenschwester bestätigte das, da meine Eltern dies ebenfalls erzählt hätten. Auch könne ich mich beruhigen, sie hätten beteuert, Frank anzurufen, bevor sie bei uns im Taunus losfuhren. «Danke, Schwester &#8230;» «Anne.» «Sagen Sie, wo bin ich und wie bin ich hierher gekommen?» «Im Kreiskrankenhaus Emmendingen und Sie sind mit dem Krankenwagen gekommen. Dr. Hausmann hat Sie begleitet.» «War sonst noch jemand dabei?» «Nur die Sanitäter.» Ein wenig enttäuscht lies ich mich etwas tiefer ins Kissen sinken. Die Schwester lächelte mich an und gab mir den Rat: «Versuchen Sie noch etwas zu schlafen. Ich versuche, Ihnen derweil etwas zu essen zu besorgen. Das kann aber noch etwas dauern.» «Vielen Dank. Aber ich habe keinen Appetit.» Schwester Anne nickte nur und ging dann wieder hinaus.</p>
<p>Am frühen Nachmittag kamen sowohl mein Freund Frank als auch meine Eltern zu Besuch. Die Erleichterung, dass es mit den Umständen entsprechend gut ging, war allgemein groß. Dass ich immerzu etwas abwesend war, sah man mir gerne nach. Jedoch war die Ursache dafür eine andere, als von Frank und meinen Eltern angenommen. Ich musste die ganze Zeit an Katherine denken. Frank lud meine Eltern ein, dass sie doch bei ihnen übernachten und sich so das Geld für eine Pension sparen könnten. Meine Eltern nahmen dankend an und so einigte man sich auch bald darauf, mich besser mal wieder in Ruhe zu lassen, da ich ja sicherlich nun viel Schlaf gebrauchen könne. Doch auch als mein Besuch weg war, kam ich nicht zur Ruhe. Meine Gedanken kreisten die ganze Zeit um meinen wunderbaren Engel aus der Waldklause. Ich musste mich regelrecht zwingen etwas zu essen, was der Arzt bei der Visite gar nicht gern hörte. Entgegen dem ursprünglichen Plan, beschloss er, mich doch nicht schon am nächsten Tag zu entlassen, sondern noch ein paar Untersuchungen vorzunehmen. Dafür müsse er mich noch zwei bis drei Tage hier behalten. Liebeskrank, wie ich war, war mir alles egal und ich willigte ohne weiteres ein.</p>
<p>Meine Eltern mussten aus beruflichen Gründen am kommenden Tag wieder zurück reisen und damit sie mich jedoch jederzeit erreichen konnten, veranlasste mein Vater, dass ich ein Telefon auf mein Zimmer bekam. Inzwischen waren die beiden anderen Betten auch belegt. Ich hatte das Bett am Fenster, in der Mitte lag ein schüchterner 13-Jähriger mit <strike>Bilddarm</strike>Blinddarm und an der Tür ein alter Mann, der in seinem Garten ausgerutscht war. Er hatte sich auf recht komplizierte Art und Weise den rechten Arm gebrochen. Beide waren eher ruhig, so dass ich mich ganz meiner Melancholie hingeben konnte.</p>
<p>Als gegen 20 Uhr das Telefon klingelte, war ich mir sicher, dass es wieder meine Mutter sein würde, die an den beiden Tagen zuvor schon x-mal angerufen hatte. Zu meiner Überraschung war es jedoch eine Frau aus der Telefonzentrale des Krankenhauses. Sie kündigte mir an, dass mich eine Frau Haas sprechen wolle. Auch wenn ich bewusst keine Frau Haas zu kennen glaubte, lies ich sie durchstellen. «Hallo, hier ist Katherine aus der Waldklause. Ich hoffe, du kannst dich noch an mich erinnern.» «Aber klar doch&#8230;», stammelte ich verlegen in den Hörer. «Eigentlich würde ich dich ja gerne mal besuchen, aber ich habe erst in einer guten Stunde Feierabend und an den kommenden Tagen sieht es auch nicht besser aus.» «Oh! Schade, ich hätte mich gefreut.» «Gerade ist hier tote Hose. Das heißt, dass wir zumindest so ein bisschen quatschen können.» Was wir dann auch taten. Ich erfuhr untern anderem, dass Katherine zur Zeit in der Waldklause jobbte, bis sie im kommenden Frühjahr mit ihrem Studium beginnen wollte. Zu meiner großen Freude, würde sie sich dann für den Studiengang Germanistik an der Uni Marburg einschreiben und damit nur wenige Kilometer von meinem Studienort Gießen weg wohnen. Mein Herz machte vor Freude ein paar Extra-Schläge. So beschwingt, plauderten wir noch eine Weile. Als sie dann Schluss machen musste, meinte sie dann noch: «Dein Auto steht übrigens noch hier auf dem Parkplatz. Wenn du es abholst, dann schaust du doch noch mal rein, oder?» Ja, ja, ja! hätte ich ihr am liebsten durch den Hörer zugerufen, doch mir gelang es dann doch, mich etwas zu zügeln und so sagte ich nur, dass ich das natürlich tun würde, nicht zuletzt, um meiner Retterin auch noch mal persönlich zu danken. Darauf lachte sie herzhaft und verabschiedete sich dann. Als ich den Hörer auflegte, war ich berauscht und wollte nur noch eins: So schnell wie möglich aus diesem Krankenhaus entlassen werden.</p>
<p>Am Tag darauf war es dann auch schon so weit. Mein behandelnder Arzt entließ mich mit einigen wohlwollenden Instruktionen. Zudem hatte ich Glück, die Waldklause lag zufällig auf dem Nachhauseweg von Schwester Anne, so dass ich zwar bis zum frühen Abend warten musste, so aber schnell und komfortabel zu meinem Wagen kam … und zu Katherine. Mit meinem Freund Frank hatte ich ausgemacht, dass ich den Besuch bei ihm einfach an meinen Krankenhausaufenthalt dranhängen würde. Jedoch waren er und seine Eltern heute und morgen zum Geburtstag seiner Großmutter gefahren, so dass er mir am Tag zuvor einen Wohnungsschlüssel ins Krankenhaus gebracht hatte.<br />
An der Waldklause angekommen, eilte ich so schnell es meine geschundenen Knochen mitmachten zum Schankraum. Als ich die Tür öffnete, sah ich zu meinem Verdruss, dass wohl gerade eine Wandergruppe eingekehrt war und dass Katherine zusammen mit dem Koch in der Küche alle Hände voll zu tun hatte. Doch als sie mich an den Tresen treten sah, erstrahlte ihr Gesicht und sie schnappte sich sogleich ein Abtrockentuch, um ihre nassen Spülhände hektisch damit abzutrocknen, um mich dann zur Begrüßung zu umarmen. Wie bei meinem ersten Besuch in der Waldklause, wurde es mir auch diesmal leicht schwindlig. Doch war der Grund diesmal um ein Vielfaches angenehmer. Doch währte dieser Moment nicht lang, denn sofort nach der Umarmung wurde Katherine wieder geschäftig. Ich setzte mich an einen freien Tisch in der Ecke und vergnügte mich mit ein paar Gläsern Cola, sowie dem Beobachten der Betriebsamkeit im Schankraum. Hin und wieder schenkte mir Katherine ein kleines Lächeln und versicherte mir mehrfach, dass die Gruppe bestimmt bald wieder aufbrechen würde und sie dann Zeit für mich hätte.</p>
<p>Deutlich später als Katherine vermutet und ich befürchtet hatte, machte sich die Wandergruppe wieder auf den Weg. Nun musste Katherine im Schankraum noch Klarschiff machen. Während sie dies tat, schaute sie immer wieder zu mir und ich meinte in ihren Augen ein keckes Leuchten zu sehen, dass ich ganz kühn als Liebeslust interpretierte. Mir wurde abwechselnd kalt und heiß. Ich überlegte hin und her, was ich ihr sagen würde, wenn sie sich gleich zu mir an den Tisch setzen würde. Am liebsten würde ich sie ja fragen, ob sie vielleicht in meiner Luxuslimousine mit zu mir, also zur Wohnung von Franks Eltern kommen würde.</p>
<p>Wenige Augenblicke später war Katherine fertig mit aufräumen und kam dann auch gleich zu mir rüber. Ganz vertraut, wie als wenn wir uns schon ewig kennen würden, setze sich sich ganz nah zu mir auf die Bank und lächelte mich einfach nur an. In diesem Moment wusste ich, dass wir uns gut verstehen würden, darum fiel es mir auch überhaupt nicht schwer Folgendes zu sagen:</p>
<p>Katherine Katherine<br />
komm mit zu mir<br />
steig in die Luxuslimousine<br />
komm wir fahren zu mir</p>
<p>(aus <a href="http://www.magistrix.de/lyrics/Steinwolke/Katherine-Katherine-18394.html">Katherine, Katherine</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Steinwolke">Steinwolke</a>)<br />
&#8212;</p>
<p>Neulich kam mir die Idee, dass sich ja sicherlich nette Kurzgeschichten zu den doch häufiger mal etwas verklausulierten Texten einiger Liedern schreiben ließen. Nun habe ich diese Idee einfach mal an dem Lied <em>Katherine, Katherine</em> ausprobiert. Ich hoffe, die Story ist nicht zu <em>schräg</em> geworden&#8230;</p>
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