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	<title>Zellmi &#187; Armut</title>
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		<title>Unser aller Welt – Beobachtungen, Schlussfolgerungen und … vor allem: Fragen</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 16:18:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es läuft nicht rund in dieser Welt. So nehme ich das zumindest wahr. Zu den vielen allgegenwärtigen Missverhältnissen, gehören die global anzutreffende Ausbeutung von Mensch und Natur, sowie die Krise der Erwerbsarbeit. Denn bekanntlich haben viele Menschen keine Erwerbsarbeitsstelle oder lediglich solche, die ihnen nur ein karges Auskommen beschert. Und von seine Erfüllung im Beruf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es läuft nicht rund in dieser Welt. So nehme ich das zumindest wahr. Zu den vielen allgegenwärtigen Missverhältnissen, gehören die global anzutreffende Ausbeutung von Mensch und Natur, sowie die Krise der Erwerbsarbeit. Denn bekanntlich haben viele Menschen keine Erwerbsarbeitsstelle oder lediglich solche, die ihnen nur ein karges Auskommen beschert. Und von <em>seine Erfüllung im Beruf finden</em>, will ich erst gar nicht sprechen. Auch nehme ich wahr, dass viele wichtige Arbeiten geringgeschätzt, und darum lausig oder gar nicht vergütet werden. Pflege, Erziehung, Kulturarbeit, Erhalt der Infrastrukturen, usw. Dabei ist unsere Produktionseffizienz auf ein ungeahntes Maß angestiegen. Wir produzieren so viel, dass wir sehr viele Menschen damit beschäftigen müssen, die konkurrierenden Angebote an die Konsumenten und Konsumentinnen zu bringen. Ob diese wollen oder (eigentlich) nicht. Ist doch auch eigentlich alles ganz logisch: Denn wir haben ein Gesellschaftssystem, das auf stetigem Wachstum aufgebaut ist. Nur ist stetiges Wachstum in einer endlichen Welt nicht möglich. Eine Tatsache, die vor einigen Jahrzehnten noch ferne Zukunftsmusik zu sein schien, jetzt aber von eine immer größere Relevanz bekommt.</p>
<p>Zugleich gewinnt die digital vernetzte Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Eine Gesellschaft, in der viel produziert, aber relativ wenig direkter Umsatz gemacht wird. Doch Umsatz ist die Grundlage von Gewinn, und Gewinn von Wachstum. Heißt das, dass eine digital vernetzte Gesellschaft wachstums- und damit systemfeindlich ist? Wenn man sich die neusten Entwicklungen rund um die Vorratsdatenspeicherung, Netzneutralität, Gesetzesentwürfe und Handelsabkommen wie ACTA/SOPA/PIPA so anschaut, dann scheint an dieser These durchaus etwas dran zu sein.</p>
<p>Formt mensch den neoliberalen Leitspruch &#8220;<em>Wenn jeder für sich sorgt, ist für alle gesorgt</em>&#8221; so um, dass er lautet: <em>Wenn alle für alle sorgen, ist für alle gesorgt</em>, dann ist das Endergebnis das Gleiche; aber das zwischenmenschliche Miteinander ein anderes. Kooperation statt Konkurrenz. Natürlich ist Wikipedia schlecht für die Umsätze des Duden-Verlags. Aber gut für alle Menschen. Wenn also alle dafür sorgen, dass das Wissen der Welt allen zur freien Verfügung steht, dann ist für alle gesorgt. Natürlich kann heute nicht mehr Verona Pooth, ehem. Feldbusch, wie selbstverständlich davon ausgehen, dass wenn sie eine Platte aufnimmt, dass sie dadurch ihren Reichtum mehren kann. Talentierte Leute können via Youtube bekannt werden, aber nicht mehr wie selbstverständlich davon ausgehen, dass sie mit einem Hit für ihr Leben ausgesorgt haben. Von Musik leben, ist in der Breite wieder erstaunlich arbeitsintensiv geworden. Da muss ein Künstler, eine Künstlerin, schon auch auf ihr so genanntes geistiges Eigentum acht geben … lassen. Nicht mal unbedingt weil es <em>künstlerisch</em> gestohlen werden könnte, sondern weil andere, auf Basis der eigenen künstlerischen Arbeit, sich was vom Kuchen abschneiden … könnten. Wäre es nicht toll, wenn Künstler und Künstlerinnen, sowie Kulturschaffende im Allgemeinen, sich per se frei von solch einem Konkurrenzdenken machen könnten? Wenn grundsätzlich für ihr Auskommen auf eine Art und Weise gesorgt wäre, dass sie nicht nur genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und genügend Kleidung hätten, sondern auch am gesellschaftlichen Alltag teilhaben könnten? Wäre das nicht gar für alle Menschen erstrebenswert?</p>
<p>Jedoch baut unser gesellschaftliches Zusammenleben auf Konkurrenz auf. Es ist die Konkurrenz um etwas, das eigentlich im Überfluss da, aber schlichtweg ungleichmäßig verteilt ist. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Occupy_Wall_Street" title="Wikipedia - Occupy Wall Street">Occupy-Bewegung spricht</a> immer von 99 Prozent … von &#8220;<em>99 Prozent der Bevölkerung, die nicht länger die Gier und Korruption von 1 Prozent der Bevölkerung hinnehmen wird</em>&#8220;.</p>
<p>Doch sind es nicht nur die Gierigen dieser Welt, die unser ungerechtes System aufrecht erhalten? Nein. Es sind auch alle die, die daran mitarbeiten, dass <a href="http://youtu.be/rX_y11vgb4E" title="Youtube - Kaufen für die Müllhalde (Doku)">Produkte nicht robust und nach den Kriterien der Nachhaltigkeit produziert werden</a>, sondern einen eingebautes Verfallsdatum haben. Es sind auch die Menschen, die stetig daran arbeiten, dass wir irgendwelchen Moden hinterher rennen und Produkte, die ihre angedachte Funktion noch zuverlässig erfüllen, unbedingt durch neuere, schickere ersetzen müssen. Es sind aber vor allem die Menschen, die die Politik und die öffentliche Meinung dahingehend manipulieren, dass für ihrer Auftraggeber ein Vorteil entsteht; ohne dabei die Folgen für das Gemeinwohl im Auge zu haben.</p>
<p>Ich habe beobachtet, dass die Begriffe <em>Wachstum</em> und <em>Fortschritt</em> gerne mal synonym verwendet werden. Ein schlimmer Denkfehler. Für mich wäre es ein echter Fortschritt, wenn Autos länger halten und keine Emissionen in die Umwelt abgeben würden; und es generell weniger davon gäbe. Es wäre ein echter Fortschritt, wenn  jedes Haus mit dafür geeigneten Dachflächen die Energie der Sonne zur Strom- und Wärmegewinnung nutzen würde. Es wäre ein echter Fortschritt, wenn alle Menschen vornehmlich Lebensmittel aus ihrer Region in echter Bio-Qualität konsumieren würden. Es wäre ein echter Fortschritt, wenn unsere Kleidung lange hält und nicht am anderen Ende der Welt von Quasi-Skalven hergestellt würde. Und nicht zuletzt wäre es ein echter Fortschritt, wenn bisher schlecht oder unbezahlte Arbeit honoriert würde und mensch sich nicht mehr verschulden muss, &#8220;<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/eurokrise-und-vergib-uns-unsere-schulden-11527296.html" title="FAZ - Und vergib uns unsere Schulden "><em>um ein Leben zu leben, das mehr ist als bloßes Überleben</em></a>.&#8221;</p>
<p>Das letzte Zitat stammt von David Graeber und ist aus seinem Buch <em>Debt</em>. Darin geht es um Schuld und Schulden. Graeber resümiert darin auch: &#8220;<em>Schulden sind im Kern ein moralisches Prinzip und eine moralische Waffe &#8211; vielleicht, nach der Travestie von Menschenrechtspolitik, die letzte, die unhinterfragt zu existieren scheint</em>.&#8221; Schulden sind aber auch ein Versprechen, sowohl der Schuldnerin oder des Schuldners an die Gläubigerin bzw. den Gläubiger, wie auch an das System. Wer einen Kredit vergeben kann, ist in einer moralischen Spitzenposition. Egal, ob die Rückzahlung der Schulden die soziale Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander drückt. Ist doch klar, dass der gesellschaftliche Unmut angefacht wird, wenn es nur mit extremen persönlichen Einschränkungen und ausreichend Demutsbekundungen möglich ist, sich zum Beispiel mittels einer Privatinsolvenz von seinen Schulden zu befreien, aber auf der anderen Seite Banken mit ihren irrealen Schulden einfach als systemrelevant bezeichnet und mit staatliche Geldern gerettet werden. Das etwa ein Unternehmen systemrelevant ist, wird auch mit dem englischen Ausdruck <em>too big to fail</em> beschrieben … zu groß, um zu scheitern. Wenn es aber zu groß ist, um zu scheitern, dann ist es doch vor allem eines: zu groß. Sollten wir nicht zusehen, dass deutlich weniger Menschen irgendwo in einer Schuld stehen? Wie kann eine Gesellschaft sozial gesund sein, wenn ihr so viel Schuld auferlegt ist?</p>
<p>Einen weiteren wichtigen Begriff hatte ich mir noch aufgespart: Freiheit. Es gibt diesen in diversen Ausprägungen. Besonders wichtig erscheint mir die Bewegungsfreiheit. Warum leben wir nicht in einer Welt, in der jeder Mensch auf diesem Planeten in jede beliebige Region gehen kann? Nicht weil <em>die</em> uns ja die Kaufhäuser und Supermärkte leerkaufen würden. Nein, die würden uns unsere Arbeit und unseren Wohlstand wegnehmen. Laut der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Treibel" title="Wikipedia - Annette Treibel">Soziologin Annette Treibel</a> lebten &#8220;<em>am Ende des 20. Jahrhunderts nach Schätzungen weltweit über 100 Millionen Menschen nicht dort, wo sie geboren sind.</em>&#8221; Das sind keine zwei Prozent der Menschheit. Woran mag das liegen, dass es kaum zwei Prozent der Menschen auf diesem Planeten sind, die es in eine Gegend gezogen hat, in der es sich besser als in ihrer Heimat leben lässt? Mir fallen dafür zwei Erklärungen ein: Zum einen können einige nicht dorthin gehen, wohin sie gerne gehen würden, und zum anderen wollen sie gar nicht woanders hingehen. Denn meiner Ansicht nach ist es durchaus eine große Hürde, einen Kulturkreis, eine Heimat zu verlassen. Nichtsdestotrotz: Wenn jemand das gerne tun mag, sollte diese Person dies auch tun können? Erst recht, wenn sie für sich das Gefühl hat, dies tun zu müssen.</p>
<p>Eine gesetzlich und gesellschaftlich etablierte Bewegungsfreiheit aller Menschen, ist zudem auch eine Grundvoraussetzung für so etwas wie ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Würde etwa Deutschland, die Eurozone oder die EU ein solches Bedingungsloses Grundeinkommen einführen, dann bestünde die Gefahr, dass die Ausbeutung so genannter <em>illegaler</em> Einwanderer und Einwanderinnen als ökonomisch abhängige Arbeitskräfte massiv zunehmen würde. Dem ließe sich nur dadurch vorbeugen, dass niemand mehr irgendwo illegal leben könnte, weil mensch das Kredo &#8220;<em>Kein Mensch ist illegal … nirgendwo</em>&#8221; zur Realität gemacht hat. Das ist mit der Prämisse, eine auf wirtschaftliche Konkurrenz optimierte Gesellschaftsordnung aufrecht erhalten zu wollen, natürlich nicht möglich. Zunächst muss die Diskrepanz zwischen Arm und Reich stark reduziert werden … global. Das bedeutet nicht nur, finanzielle Umverteilung und allen Menschen ein menschenwürdiges Auskommen zu garantieren, sondern auch ein Umdenken darin, was als Arm und was als Reich bewertet wird. Hier kann es unmöglich weiterhin darum gehen, dass Menschen mit übermässig viel Kapital per se als reich gelten. Ist die Unterteilung in Arme und Reiche, anhand ökonomischen Kriterien, nicht genau so eindimensional gedacht, wie die Unterteilung der Menschen in Schwarze, Gelbe, Rote und Weiße … also fast schon rassistisch?</p>
<p>Ferner frage ich mich, wie es ethisch auch nur ansatzweise vertretbar ist, was Unternehmen wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Monsanto#Kontroversen" title="Wikipedia - Monsanto: Kontroversen">Monsanto so treiben</a>? Dieser Konzern produziert nicht nur einfach Saatgut und Unkrautbekämpfungsmittel, sondern sorgt als Quasi-Monopolist nicht nur in vielen Entwicklungsländern für unglaublich menschenunwürdige Zustände. So ist es bspw. Landwirten vertraglich untersagt, bei Ernte- oder Ertragsausfällen gegen Monsanto zu klagen. Die verbieten doch tatsächlich Menschen, die sie zuvor in eine Abhängigkeit getrieben haben, gegen sie zu klagen! Schaut mensch mal in die <a href="http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger" title="Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - Deutsch">Allgemeine Erklärung der Menschenrechte</a>, dann &#8220;<em>hat [jede und jeder] Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.</em>&#8221; Jeder Mensch muss also zumindest klagen dürfen; ob er oder sie schlussendlich recht bekommt, muss dann das Gericht entscheiden. Gibt es wirklich Länder, in denen ein solches Vertragswerk nicht sittenwidrig, und damit nichtig ist? Aber scheinbar haben solche Unternehmen und ihre Lobbyverbände, einige Länder ganz gut im Griff. Auf eine durchaus als pervers zu bezeichnende Art und Weise, wie das Beispiel Neuseeland zeigt. Dort wurde nämlich auf Betreiben von Lobbyverbänden, hinter denen u.a. Monsanto steht, ein Gesetz verabschiedet, das u.a. den Anbau eigener Nahrungsmittel genehmigungspflichtig macht! Und … der Begriff <em>Nahrungsmittel</em> wurde dabei auch auf die Vorprodukte (wie Saatgut) und Getränke (auch Wasser!) ausgedehnt, und somit der Kontrolle unterworfen. </p>
<p>Letzte Frage: In was für einer Welt leben wir eigentlich?</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=870&amp;md5=54d5a75506c9e7d2e123a2ac305a7d42" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Empört Euch!</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Feb 2011 00:09:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute Abend habe ich das Buch Empört Euch! des inzwischen 93-jährigen Mitautors der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, früheren französischen Diplomaten, ehemaligen Résistance-Kämpfer und KZ-Überlebenden Stéphane Hessel gelesen. Das Buch ist kaum länger als ein durchschnittlicher Artikel in Der Zeit und doch ein starkes Werk gegen die himmelschreienden Missstände unserer Zeit. Für Hessel ist das Schlimmste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://amzn.to/gl5ZFk"><img class="aligncenter size-full wp-image-690" title="Empört Euch! von Stéphane Hessel" src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2011/02/empoerteuch.jpg" alt="" width="560" height="257" /></a></p>
<p>Heute Abend habe ich das Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3550088833?ie=UTF8&amp;tag=zellmi-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3550088833">Empört Euch!</a><img class=" kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw" style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=zellmi-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3550088833" border="0" alt="" width="1" height="1" /> des inzwischen 93-jährigen Mitautors der <a href="http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger">Allgemeine Erklärung der Menschenrechte</a>, früheren französischen Diplomaten, ehemaligen Résistance-Kämpfer und KZ-Überlebenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stephane_Hessel">Stéphane Hessel</a> gelesen. Das Buch ist kaum länger als ein durchschnittlicher Artikel in <em>Der Zeit</em> und doch ein starkes Werk gegen die himmelschreienden  Missstände unserer Zeit.</p>
<p>Für Hessel ist das Schlimmste die Gleichgültigkeit. So rät er auch jedem einzelnen Menschen, der das 21. Jahrhundert zu gestalten hat, sich über etwas zu empören, und sich dann dagegen zu engagieren … Widerstand zu leisten. Denn wie er zum Abschluss seines Buches, und damit als Vermächtnis seines langen und engagierten Lebens, schreibt:</p>
<blockquote><p>Neues schaffen heißt Widerstand leisten.<br />
Widerstand leisten heißt Neues schaffen.</p></blockquote>
<p>Hessel gibt uns Jungen zwei zentrale Menschheitsaufgaben mit auf den Weg: Zum einen gilt es, die Menschenrechte und unseren Planeten als Grundlage menschlichen Lebens zu schützen und zum anderen, die immer größer werdende Schere zwischen ganz arm und ganz reich zu bekämpfen und wieder zu verringern.</p>
<p>Die zweite Aufforderung erinnert mich an das, was ich vor ein paar Monaten über die Forschungen der beiden britischen ForscherInnen Richard Wilkinson und Kate Pickett (beschrieben in dem von mir noch nicht gelesenen Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3942048094?ie=UTF8&amp;tag=zellmi-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3942048094">Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind</a><img class=" kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw" style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=zellmi-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3942048094" border="0" alt="" width="1" height="1" />) gehört und gelesen habe:</p>
<blockquote><p>In jahrzehntelanger Forschung haben die beiden Wissenschaftler Richard Wilkinson und Kate Pickett empirische Daten gesammelt und ausgewertet, anhand derer sie den Einfluss der Ungleichheit auf eine Vielzahl der drängendsten sozialen Probleme entwickelter Gesellschaften untersuchen. Die geistige Gesundheit oder der Drogenkonsum der Mitglieder einer Gesellschaft, Lebenserwartung, Gesundheit, Übergewicht, Bildung, die Geburtenrate bei Minderjährigen, die Verbrechensrate und nicht zuletzt die soziale Mobilität: All diese Phänomene hängen statistisch eindeutig davon ab, wie ungleich die Einkommens- und somit Chancenverteilung einer Gesellschaft ist. Ab einem gewissen Einkommensniveau, das etwa auf der Höhe dessen von – ausgerechnet – Kuba liegt, ist es eben nicht mehr die Höhe des Durchschnittseinkommens, die es den Menschen immer bessergehen lässt, sondern die Verteilung des Einkommens.</p></blockquote>
<p>Menschenrechte, Umweltschutz, sowie eine möglichst niedrige und damit sozialverträgliche Differenz zwischen Arm und Reich, sind somit die zentralen Punkte auf der Agenda zu einer friedvollen Welt. Dazu gilt es, dem Finanzkapitalismus, dem neoliberalen Egoismus und dem allgegenwärtigen Konkurrenzdenken, Einhalt zu gebieten. Hessel ruft jedoch eindringlich dazu auf, diese gewaltlos zu tun. Er rät u.a. dazu sich in NGOs zu engagieren, verstärkt auf die modernen Kommunikationsmittel zu setzten und sich nicht von den Massenmedien einlullen zu lassen.</p>
<p>Als ich das lass, musste ich unweigerlich an die jüngsten Ereignisse in Tunesien und Ägypten denken. Vielleicht sollte sich das Nobelpreiskomitee mal ernsthaft  darüber Gedanken machen, stellvertretend für Internet-Pioniere wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Carl_Robnett_Licklider">J.C.R. Licklider</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_W._Taylor">Robert W. Taylor</a> (wem die Namen nichts sagen, empfehle ich dringend das kurzweilige Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932588592?ie=UTF8&amp;tag=zellmi-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3932588592">ARPA Kadabra oder Die Geschichte des Internet.</a><img class=" kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw" style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=zellmi-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3932588592" border="0" alt="" width="1" height="1" />), <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee">Tim Berners-Lee</a> den Friedensnobelpreis zu verleihen. Alles andere wäre doch wirklich empörend, oder?!</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=689&amp;md5=2646845acc174e9fa751fe11090b443a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>The girl effect</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 20:53:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=117&amp;md5=5e6856b24470ddbfc13c70179456a489" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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