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	<title>Zellmi &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>It&#039;s a dirty job but someone got to do it</description>
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		<title>Eigentlich müssen wir uns nur entscheiden</title>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 01:08:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bedingungsloses Grundeinkommen]]></category>
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		<description><![CDATA[Zweierlei ist in den letzten Wochen geschehen, was mich nachhaltig beeindruckt hat: Ich habe auf der re:publica in Berlin einem Vortrag von Gunter Dueck beigewohnt und ich habe das Buch Haben oder Sein von Erich Fromm gelesen. Beide haben sich u.a. über etwas ausgelassen, das im Großen und Ganzen sehr diskutabel, und zudem extrem heterogen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2011/05/theonlygoodsystem.jpg" alt="" title="The only good system" width="560" height="268" class="alignnone size-full wp-image-723" /></p>
<p>Zweierlei ist in den letzten Wochen geschehen, was mich nachhaltig beeindruckt hat: Ich habe auf der re:publica in Berlin einem <a href="http://youtu.be/MS9554ZoGu8">Vortrag von Gunter Dueck</a> beigewohnt und ich habe das Buch <a href="http://amzn.to/jZVeSj">Haben oder Sein</a> von Erich Fromm gelesen. Beide haben sich u.a. über etwas ausgelassen, das im Großen und Ganzen sehr diskutabel, und zudem extrem heterogen ist: unser Bild von den Menschen.</p>
<p>Aktuell ist unsere Gesellschaft sehr darauf ausgerichtet, dass die Menschen fleißige Leistungsträger sein sollen. Ob sie wollen oder nicht. Und dass sie wollen, ist eigentlich auch nicht vorgesehen. Denn die Menschen sind von Natur aus bequem … wenn nicht gar faul. Das ist dann auch etwas, was sich z.B. alle Befürworter-/innen eines bedingungslosen Grundeinkommens immer wieder anhören müssen: &#8220;Wenn die Leute nicht mehr für ihr Einkommen arbeiten müssen, dann arbeiten sie gar nichts.&#8221;</p>
<p>Menschen wie <a href="http://amzn.to/lReRGH">Götz Werner</a> versuchen diese Sichtweise fast schon gebetsmühlenartig zu entkräften. Dies ist eine Art mit dieser Kritik an den Menschen umzugehen, die denen sehr in die Karten spielt, die die tiefe Verwurzelung dieses &#8220;negativen&#8221; Menschenbildes in allen Bereichen unserer Gesellschaft aufrecht erhalten wollen. Denn dieser &#8220;philosophische&#8221; Wettstreit, ob der Mensch vom Grunde her faul oder ob er eher engagiert ist, kann im Prinzip unendlich weitergeführt werden. Nur dass in dieser Zeit unsere Gesellschaft mit den Auswirkungen der Vorherrschaft des &#8220;faulen&#8221; Menschenbildes weiterleben muss.</p>
<p>Doch Gunter Dueck sagt im Grunde, dass weder die einen, noch die anderen Recht haben. Und damit kann auch keine Gruppe schlussendlich Recht behalten. Darum schlägt er vor, dass wir uns als Gesellschaft doch einfach dafür entscheiden sollen, das vorherrschende Menschenbild zu wechseln. Wir sollten grundsätzlich erst einmal davon ausgehen, dass die Menschen engagiert sind und dann unsere Gesellschaft und ihre Strukturen danach ausrichten.</p>
<p>Ich persönlich würde das gerne so machen. Denn ich glaube, dass eine solche Richtungsentscheidung, also eine kollektive Willensentscheidung, die Basis für eine Gesellschaft ist, die humaner und gerechter miteinander umgeht, die unsere Umwelt mehr Wert schätzt und somit überhaupt erst die Chance hat, im Einklang mit ihr zu leben.</p>
<p>Enorm verblüfft hat mich übrigens, dass Fromm in seinem 1976 erschienenen Buch <em>Haben oder Sein</em> grundsätzlich das Gleiche fordert. Auch wenn er einen etwas andere Ansatz beschreibt. Er spricht von der aktuell vorherrschenden Existenzweise des Habens, die überhaupt erst zur aktuellen Situation in der Welt geführt hat und die im Wesentlichen von der des Seins abgelöst werden muss, um es auch zukünftigen Generationen möglich zu machen, auf diesem Planeten leben zu können. </p>
<p>Im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Haben_oder_Sein">Wikipedia-Artikel zu Haben oder Sein</a> sind die Maßnahmen zusammengefasst, die Fromm als grundlegend für eine Existenzweise des Sein identifiziert hatte:</p>
<ol>
<li> die Produktion hat der Erfüllung der wahren Bedürfnisse des Menschen und nicht den Erfordernissen der Wirtschaft zu dienen</li>
<li>das Ausbeutungsverhältnis der Natur durch den Menschen ist durch ein Kooperationsverhältnis zwischen Mensch und Natur zu ersetzen</li>
<li>der wechselseitige Antagonismus zwischen den Menschen ist durch Solidarität zu ersetzen</li>
<li>oberste Ziele des gesellschaftlichen Arrangements sind das menschliche Wohlsein und die Verhinderung menschlichen Leids</li>
<li>maximaler Konsum ist durch einen vernünftigen Konsum (Konsum zum Wohle des Menschen) zu ersetzen</li>
<li>der einzelne Mensch ist zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu motivieren</li>
</ol>
<p>Dem ist an dieser Stelle nichts mehr hinzuzufügen … außer, dass ich nur allen empfehlen kann <a href="http://amzn.to/jZVeSj">Haben oder Sein</a> zu lesen.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=721&amp;md5=0f16d01d78d5b78299612b92eccf4f91" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Empört Euch!</title>
		<link>http://zellmi.de/2011/02/emport-euch/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Feb 2011 00:09:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute Abend habe ich das Buch Empört Euch! des inzwischen 93-jährigen Mitautors der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, früheren französischen Diplomaten, ehemaligen Résistance-Kämpfer und KZ-Überlebenden Stéphane Hessel gelesen. Das Buch ist kaum länger als ein durchschnittlicher Artikel in Der Zeit und doch ein starkes Werk gegen die himmelschreienden Missstände unserer Zeit. Für Hessel ist das Schlimmste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://amzn.to/gl5ZFk"><img class="aligncenter size-full wp-image-690" title="Empört Euch! von Stéphane Hessel" src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2011/02/empoerteuch.jpg" alt="" width="560" height="257" /></a></p>
<p>Heute Abend habe ich das Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3550088833?ie=UTF8&amp;tag=zellmi-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3550088833">Empört Euch!</a><img class=" kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw" style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=zellmi-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3550088833" border="0" alt="" width="1" height="1" /> des inzwischen 93-jährigen Mitautors der <a href="http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger">Allgemeine Erklärung der Menschenrechte</a>, früheren französischen Diplomaten, ehemaligen Résistance-Kämpfer und KZ-Überlebenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stephane_Hessel">Stéphane Hessel</a> gelesen. Das Buch ist kaum länger als ein durchschnittlicher Artikel in <em>Der Zeit</em> und doch ein starkes Werk gegen die himmelschreienden  Missstände unserer Zeit.</p>
<p>Für Hessel ist das Schlimmste die Gleichgültigkeit. So rät er auch jedem einzelnen Menschen, der das 21. Jahrhundert zu gestalten hat, sich über etwas zu empören, und sich dann dagegen zu engagieren … Widerstand zu leisten. Denn wie er zum Abschluss seines Buches, und damit als Vermächtnis seines langen und engagierten Lebens, schreibt:</p>
<blockquote><p>Neues schaffen heißt Widerstand leisten.<br />
Widerstand leisten heißt Neues schaffen.</p></blockquote>
<p>Hessel gibt uns Jungen zwei zentrale Menschheitsaufgaben mit auf den Weg: Zum einen gilt es, die Menschenrechte und unseren Planeten als Grundlage menschlichen Lebens zu schützen und zum anderen, die immer größer werdende Schere zwischen ganz arm und ganz reich zu bekämpfen und wieder zu verringern.</p>
<p>Die zweite Aufforderung erinnert mich an das, was ich vor ein paar Monaten über die Forschungen der beiden britischen ForscherInnen Richard Wilkinson und Kate Pickett (beschrieben in dem von mir noch nicht gelesenen Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3942048094?ie=UTF8&amp;tag=zellmi-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3942048094">Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind</a><img class=" kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw" style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=zellmi-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3942048094" border="0" alt="" width="1" height="1" />) gehört und gelesen habe:</p>
<blockquote><p>In jahrzehntelanger Forschung haben die beiden Wissenschaftler Richard Wilkinson und Kate Pickett empirische Daten gesammelt und ausgewertet, anhand derer sie den Einfluss der Ungleichheit auf eine Vielzahl der drängendsten sozialen Probleme entwickelter Gesellschaften untersuchen. Die geistige Gesundheit oder der Drogenkonsum der Mitglieder einer Gesellschaft, Lebenserwartung, Gesundheit, Übergewicht, Bildung, die Geburtenrate bei Minderjährigen, die Verbrechensrate und nicht zuletzt die soziale Mobilität: All diese Phänomene hängen statistisch eindeutig davon ab, wie ungleich die Einkommens- und somit Chancenverteilung einer Gesellschaft ist. Ab einem gewissen Einkommensniveau, das etwa auf der Höhe dessen von – ausgerechnet – Kuba liegt, ist es eben nicht mehr die Höhe des Durchschnittseinkommens, die es den Menschen immer bessergehen lässt, sondern die Verteilung des Einkommens.</p></blockquote>
<p>Menschenrechte, Umweltschutz, sowie eine möglichst niedrige und damit sozialverträgliche Differenz zwischen Arm und Reich, sind somit die zentralen Punkte auf der Agenda zu einer friedvollen Welt. Dazu gilt es, dem Finanzkapitalismus, dem neoliberalen Egoismus und dem allgegenwärtigen Konkurrenzdenken, Einhalt zu gebieten. Hessel ruft jedoch eindringlich dazu auf, diese gewaltlos zu tun. Er rät u.a. dazu sich in NGOs zu engagieren, verstärkt auf die modernen Kommunikationsmittel zu setzten und sich nicht von den Massenmedien einlullen zu lassen.</p>
<p>Als ich das lass, musste ich unweigerlich an die jüngsten Ereignisse in Tunesien und Ägypten denken. Vielleicht sollte sich das Nobelpreiskomitee mal ernsthaft  darüber Gedanken machen, stellvertretend für Internet-Pioniere wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Carl_Robnett_Licklider">J.C.R. Licklider</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_W._Taylor">Robert W. Taylor</a> (wem die Namen nichts sagen, empfehle ich dringend das kurzweilige Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932588592?ie=UTF8&amp;tag=zellmi-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3932588592">ARPA Kadabra oder Die Geschichte des Internet.</a><img class=" kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw kjfknuevbvizblruarsw" style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=zellmi-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3932588592" border="0" alt="" width="1" height="1" />), <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee">Tim Berners-Lee</a> den Friedensnobelpreis zu verleihen. Alles andere wäre doch wirklich empörend, oder?!</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=689&amp;md5=2646845acc174e9fa751fe11090b443a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wer baut den Betonmantel?</title>
		<link>http://zellmi.de/2010/03/wer-baut-den-betonmantel/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 10:28:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
		<category><![CDATA[Super-Gau]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit ich vor einiger Zeit im NDR die Dokumentation Die Atomlüge gesehen habe, treibt mich die darin gestellte Frage um: Wer würde im Falle eines Super-GAUs in einem deutschen Kernkraftwerk den Betonmantel bauen? In Tschernobyl hat die Regierung der Sowjetunion so genannte Liquidatoren für diese Arbeit herangezogen. Aber die Sowjetunion hatte völlig andere Machtstrukturen als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ich vor einiger Zeit im NDR die Dokumentation <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/videos/atomluege114.html">Die Atomlüge</a> gesehen habe, treibt mich die darin gestellte Frage um: </p>
<p><em>Wer würde im Falle eines Super-GAUs in einem deutschen Kernkraftwerk den Betonmantel bauen?</em></p>
<p>In Tschernobyl hat die Regierung der Sowjetunion so genannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liquidator">Liquidatoren</a> für diese Arbeit herangezogen. Aber die Sowjetunion hatte völlig andere Machtstrukturen als wir in Deutschland. Und vor allem stand nicht an allererster Stelle in ihrer Verfassung: </p>
<blockquote><p>Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.</p></blockquote>
<p>Also? Wer würde den Betonmantel bauen? Der in Tschernobyl wird übrigens Sarkophag genannt …</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=467&amp;md5=459e901672a8e50db3f9a5014b401991" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Gemeinwohl und Nachhaltigkeit</title>
		<link>http://zellmi.de/2010/01/gemeinwohl-und-nachhaltigkeit/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 10:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Zeit bin ich auf den real existierenden Kapitalismus gar nicht gut zu sprechen. Das ihm zugrunde liegende &#8220;Wachstum, Wachstum, Wachstum&#8221; erscheint mir absolut unangebracht in einer endlichen Welt. Wobei die Endlichkeit der Welt sich in dem Zusammenhang hauptsächlich auf ihre Funktion als Lebensgrundlage der Menschen bezieht. Auch macht es mich ziemlich mürbe, dass die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Zeit bin ich auf den real existierenden Kapitalismus gar nicht gut zu sprechen. Das ihm zugrunde liegende &#8220;Wachstum, Wachstum, Wachstum&#8221; erscheint mir absolut unangebracht in einer endlichen Welt. Wobei die Endlichkeit der Welt sich in dem Zusammenhang hauptsächlich auf ihre Funktion als Lebensgrundlage der Menschen bezieht.</p>
<p>Auch macht es mich ziemlich mürbe, dass die Messlatten für den so genannten Erfolg innerhalb dieses Kapitalismus so fürchterlich willkürlich gelegt werden und dass die Ausgangsbedingungen für die Überquerung dieser Messlatten nicht für alle Menschen gleich sind.</p>
<p>Doch wird wohl alles Gemeckere und Gemosere meinerseits gar nichts helfen; der Kapitalismus hat sich ziemlich festgesetzt. Auch scheint er durch einige menschliche Eigenschaften untermauert zu sein. Aber trotzdem sollten wir seine gegenwärtige Ausprägung nicht einfach so hinnehmen. Wir müssen die Spielregeln dringend ändern. Hierzu gilt es die Grundlagen von wirtschaftlichem Erfolg zu ändern. Nicht die Gierigsten, die Skrupellosten oder die Privilegiertesten dürfen erfolgreich sein, sondern die, die nachhaltig und im Sinne des Gemeinwohls agieren. Nicht Umsatz und Gewinn sollte die Grundlage allen Wirtschaftens sein, sondern der Gemeinnutz und gerne auch wie kooperativ sich die Wettbewerber verhalten.</p>
<p>Einer, der mir diesbezüglich aus der Seele spricht, ist der österreichische Autor und attac-Aktivist Christian Felber. Darum möchte ich auch allen den Mitschnitt einer SR2-Radiosendung aus der Reihe <em><a href="http://www.sr-online.de/sr2/1334/">Fragen an den Autor</a></em> ans Herz legen, in der Christian Felber sein Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3552061118?ie=UTF8&#038;tag=zellmi-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3552061118">Kooperation statt Konkurrenz: 10 Schritte aus der Krise</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=zellmi-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3552061118" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> vorstellt und ausgiebig diskutiert:</p>
<p style="margin-bottom:20px;"></p>
<p>Die von Felber skizzierte Gemeinwohl-Ökonomie ist nach seiner Vorstellung eindeutig ein marktwirtschaftliches System. Nur das darin nicht die Konkurrenz und zu maximierender Finanzgewinn die oberste Maxime ist, sondern das Streben nach allgemeinem Wohl. Wie das funktionieren soll, wird in dieser Sendung anschaulich beschrieben.</p>
<p>Ich habe mir diesen Podcast schon zweimal angehört, da er so dicht mit interessanten Informationen voll gepackt ist, dass mir einmal hören einfach nicht gereicht hat, um sie auch nur annähernd alle aufzunehmen.</p>
<p>Was sagt ihr dazu? Wie hört sich das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie für euch an?</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=419&amp;md5=b1b088704268eb7bcbbfd32b1e1e206b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Everything is OK</title>
		<link>http://zellmi.de/2010/01/everything-is-ok/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 15:08:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Welt]]></category>
		<category><![CDATA[CCTV]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik. Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Youtube]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt bei Youtube einige Videos der &#8220;Everything is OK&#8221;-Leute, deren Aktionen gegen den Überwachungs- und Polizeistaat und das kapitalistische System ich mehr gelungen finde. Das Video oben ist eine Art &#8220;Best of&#8221;. Es gibt auch einige der Videos mit deutschen Untertitel. Zum Beispiel diese: Alles ist O.K. &#8211; Teil 1 Alles ist O.K. &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/qAQrsA3m8Bg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/qAQrsA3m8Bg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Es gibt <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=%22Everything+is+OK%22&amp;search_type=&amp;aq=f">bei Youtube einige Videos der &#8220;Everything is OK&#8221;-Leute</a>, deren Aktionen gegen den Überwachungs- und Polizeistaat und das kapitalistische System ich mehr gelungen finde. Das Video oben ist eine Art &#8220;Best of&#8221;.</p>
<p>Es gibt auch einige der Videos mit deutschen Untertitel. Zum Beispiel diese:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=AwkTmgqmltA">Alles ist O.K. &#8211; Teil 1</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=J62sDVy7Yj0">Alles ist O.K. &#8211; Teil 2</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=gumYvhMzmkc">Alles ist O.K. &#8211; Teil 3</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=JVjTDcb6T14">Alles ist O.K. &#8211; Teil 4</a></li>
</ul>
<p>Und immer daran denken: Everything is OK!</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=415&amp;md5=d9f31a62a9aac3607077160f439e980a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Selbstwertgefühl</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 15:50:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin weder Psychologe, noch Pädagoge oder sonst irgendein &#8230;oge. Doch auch ich mache mir so meine Gedanken. Ein Thema, was mich immer wieder beschäftigt, dreht sich darum, was man jungen Menschen unbedingt mit auf ihren Lebensweg geben sollte, damit sie sich ein glückliches und zufriedenes Leben gestalten können. Und da komme ich immer wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2009/12/yeshecan.jpg" alt="yeshecan" title="yeshecan" width="575" height="460" class="aligncenter size-full wp-image-395" /></p>
<p>Ich bin weder Psychologe, noch Pädagoge oder sonst irgendein <em>&#8230;oge</em>. Doch auch ich mache mir so meine Gedanken. Ein Thema, was mich immer wieder beschäftigt, dreht sich darum, was man jungen Menschen unbedingt mit auf ihren Lebensweg geben sollte, damit sie sich ein glückliches und zufriedenes Leben gestalten können. Und da komme ich immer wieder auf eines zurück, dass ich für besonders essenziell halte: <strong>Ein gesundes Selbstwertgefühl</strong>.</p>
<p>Nun habe ich gestern in der feministischen Frauenzeitung <a href="http://emma.de/">EMMA</a> ein Interview mit Heidi Kastner gelesen. Die Psychiaterin war die vom Gericht bestellte Gutachterin im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalfall_von_Amstetten">Fritzl-Prozess</a>. Im Interview wird sie gefragt, ob es einen roten Faden bei den von ihr untersuchten Gewalt-Straftaten gibt. Sie bejaht dies, indem sie sagt:</p>
<blockquote><p> Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, desto deutlicher merke ich: Hinter den allermeisten Straftaten steckt ein Selbstwertproblem.</p></blockquote>
<p>Und später fügt sie noch hinzu:</p>
<blockquote><p>Es geht um Macht. Es geht darum, jemand Schwächeren unter sich zu fühlen. … Dieses Grundthema steckt in Konflikten am Arbeitsplatz, in Partnerschaften, und hinter den meisten Gewalttaten, die Eltern an ihren Kindern begehen.</p></blockquote>
<p>Wenn ich Frau Kastner richtig verstehe, bezieht sie sich mit ihren Aussagen nicht mehr nur auf im Sinne der Gesetze verfolgungswürdigen Taten. Sie sieht darin ein allgemeines und grundlegendes Problem.</p>
<p>Doch wie gehen wir mit der Problematik in unserer Gesellschaft um? In den Schulen ist es wichtiger, dass die Kinder diese fachkompetent verlassen, als als gefestigte Personen, mit einem gesunden und sozialverträglichen Selbstwertgefühl. Die Politik fördert explizit Kleinfamilien, in denen Machtstrukturen manifestiert werden und bestehende Selbstwertprobleme nur all zu oft an deren schwächste Mitglieder weitergegeben werden.</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass wir gut daran tun würden, wenn wir die einzelnen Elemente unserer Gesellschaft wieder etwas durchlässiger gestalten. Die Schwachen müssen die Chance haben, sich Verbündete suchen zu können. So sind zum Beispiel die Großeltern im Haus schon immer nur all zu oft wunderbare Verbündete von Kindern gewesen. Auch in den eigenen Alltag involvierte Nachbarn und Freunde können hilfreich sein, wenn die Machtstrukturen in einer Familie zu sehr ins Ungleichgewicht geraten.</p>
<p>Wir sollten es also unbedingt befördern, dass sich funktionierende und gut vernetzte Umfelder bilden und das in unserer Gesellschaft möglichst viel auf Augenhöhe passiert. Hierarchien und Machtstrukturen gilt es abzubauen bzw. zu minimieren. Und Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl tun diese automatisch deutlich stärker und sind zudem freier im Denken und damit kreativer und … wenn dies von der Gesellschaft wirklich gewünscht ist … auch produktiverer.</p>
<p>Lasst uns also das Selbstwertgefühl jedes einzelnen Menschen stärken und wir stärken unser Gesellschaft.</p>
<p>&#8212;<br />
Das <a href="http://www.flickr.com/photos/teliko82/2192365144/">Foto</a> oben stammt vom <a href="http://www.flickr.com/people/teliko82/">Thomas Helbig alias teliko82 auf Flickr</a></p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=394&amp;md5=9c816fc612e9cad7663bc1918d210159" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum ich in eine Kommune ziehen werde</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 17:42:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<category><![CDATA[KoWa]]></category>
		<category><![CDATA[Waltershausen]]></category>
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		<description><![CDATA[Nichts im Leben ist sicher. So auch nicht, ob wir nun wirklich unseren derzeitigen Wunschlebensentwurf dauerhaft leben werden. Doch steuern wir derzeit mit riesigen Schritten auf ihn zu. Der Plan ist gefasst und so gut wie derzeit möglich terminiert. Wahrscheinlich werden wir ab April nach Waltershausen ziehen und in der dortigen Kommune eine Probezeit beginnen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-384" title="treppe_kowa" src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2009/12/treppe_kowa.jpg" alt="treppe_kowa" width="580" height="150" /></p>
<p>Nichts im Leben ist sicher. So auch nicht, ob wir nun wirklich unseren derzeitigen Wunschlebensentwurf dauerhaft leben werden. Doch steuern wir derzeit mit riesigen Schritten auf ihn zu. Der Plan ist gefasst und so gut wie derzeit möglich terminiert. Wahrscheinlich werden wir ab April nach Waltershausen ziehen und <a href="http://www.kommune-kowa.de/">in der dortigen Kommune</a> eine Probezeit beginnen.</p>
<p>In den letzten Monaten, in denen dieser Plan reifte und von uns gestaltet wurde, habe ich mit vielen Menschen über das Leben in einer Kommune sprechen dürfen. Diese Gespräche waren meistens relativ lange und intensiv. Denn dieser Lebensentwurf scheint es irgendwie in sich zu haben. Klar, denn er scheint auch erst einmal nicht viel mit der üblichen Vita eines Erwachsenen im noch frischen 21. Jahrhundert zu tun zu haben.</p>
<p>Interessanterweise habe ich immer wieder das Gefühl, bei diesen Gesprächen Einiges über mein Gegenüber zu erfahren. Die Gespräche drehen sich immer wieder um ziemlich konkrete Punkte, in denen ich oftmals bestimmte Grundängste des jeweiligen Menschen zu erkennen meine. Sehr oft dreht sich so ein Gespräch um das Thema Geld und Vermögen. Aber auch Befürchtungen in Richtung einer sektenähnlichen Abhängigkeit, werden relativ häufig benannt. Auch kommen Zweifel auf, ob eine solches Projekt ohne Hierarchien überhaupt funktionieren kann. Ohne sie alle aufführen zu wollen, kann ich sagen, dass es noch weitere, immer wiederkehrende Schwerpunkte in den jeweiligen Gesprächen gab. Und ich bin sehr dankbar, dass ich darüber diskutieren durfte. Denn ich habe dabei sehr viele Denkanstöße bekommen. Diese haben mich nur all zu oft eine Zeit lang begleitet und mir geholfen, die Entscheidung pro Kommune mit dem guten Gefühl zu treffen, denn so habe ich sehr viele, sehr unterschiedliche Aspekte be- bzw. durchdenken können.</p>
<p>Doch Einiges wird sich auch durch noch so viele weitere Gespräche, grüblerische Stunden und Kommunen-Besuche nicht klären lassen. Und darum soll dieses Theoretisieren und Gast sein, nun ein Ende haben. Ich, und Natali denkt da absolut gleich, muss es nun erleben. Es kann scheitern. Ich versuche mich auch auf ein Scheitern vorzubereiten. Ich versuche mir durchaus bewusst darüber zu sein, was ich riskiere. Das heißt, was ich an Bestehendem aufgebe und welche Risiken es hat, einen solchen Schritt zu wagen.</p>
<p>Ich versuche mir darüber klar zu werden, welche meiner Charaktereigenschaften ein Leben in einer solch verbindlichen Gemeinschaft erschweren werden. Für mich und für die anderen Menschen dort. Ist es wirklich kein Problem für mich, dass ich kein eigenes Vermögen haben werde, sondern stattdessen ein gemeinschaftliches? Aktuell beantworte ich mir diese Frage, aus ganzem Herzen und mit soviel Verstand wie möglich, mit einem klaren Ja. Sowie ich für mich auch ein deutliches Plus an Lebenschancen sehe. So möchte zum Beispiel ich mehr Zeit haben können, mich gesellschaftspolitisch zu engagieren und zu wirken.</p>
<p>Aber nicht nur Zeit, sondern auch Raum, ist für mich ein gutes Argument pro Kommune. Zwar werde ich persönlich nur ein eigenes Zimmer haben, dass im Prinzip einem WG-Zimmer gleich kommt, aber drumherum gibt es so viel Raum, um damit zu leben, zu wirken, zu arbeiten und ihn zu genießen. Es wird jedoch gemeinschaftlich genutzter Raum sein. Ich werde, nicht nur diesbezüglich, gemeinschaftlich beschlossene Regeln und Absprachen einhalten müssen bzw. diese zunächst erst einmal herbeiführen müssen. Auf Grund dieser Regeln und Absprachen, werden viele alltägliche Dinge und Abläufe ähnlich schnell und unkompliziert zu bewerkstelligen sein, wie wenn ich nicht in einer Kommune leben würde. Doch einiges wird vorher zu besprechen sein. Aber machen wir uns doch mal nichts vor, so frei in unseren Entscheidungen, wie wir immer denken, sind wir doch längst nicht. Und die Entscheidungen in einer Kommune sind zudem auch Konsens-Entscheidungen. Es wird nur zu oft mühselig sein, einen Konsens zu finden. Doch dann ist es eine belastbare und für alle tragbare Entscheidung, die deutlich größere Chancen hat, im Alltag nicht hinderlich zu sein oder unter zugehen.</p>
<p>Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht an Gott oder ähnliches glaube. Daraus kann ich also auch beim besten Willen keinen Sinn für das Leben ableiten. Vielleicht bin ich deshalb auch so sehr auf diese Schiene des weltverbesserischen Ökos geraten. Einer Rolle, in der ich mich wohl fühle. Doch mit diesem Rollenanspruch kann man auch durchaus auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/LOHAS">LOHAS</a>-Spur geraten. Dazu bin ich aber einfach zu konsumkritisch bzw. habe eigentlich den Anspruch dies zu deutlich zu sein. Ich bin nämlich der Meinung, dass die Nachhaltigkeit das Wachstum als globalen Leitgrundsatz ablösen muss. Und Nachhaltigkeit kann ich in einer Kommune besser leben, als in einer klassischen, stark durch Erwerbsarbeit geprägten Zweier- bzw. Familien-Konstellation.</p>
<p>Ich habe mir auch schon die Frage gestellt, ob ich einen alternativen Lebensstil nicht nur leben, sondern auch <em>vor</em>leben möchte. Das kann man schon so sehen. Doch bei genauerem Hinsehen, wird hoffentlich klar, dass ich nicht den Kommune-Lebensstil vorleben bzw. predigen möchte. Doch ich möchte deutlich aufzeigen, dass es immer auch anders geht; dass es Alternativen zum Mainstream gibt. Wie ich schon angedeutet habe, bin ich dabei auch der Meinung, dass wir nicht daran vorbei kommen, unsere globale Gesellschaft umzubauen. Doch diese Aufgabe ist in sich so komplex, dass es wohl nur ganz vereinzelt Menschen bewerkstelligen können, in einem ausreichenden Großen und Ganzen zu denken. Aber in aller Regel leben wir im Kleinen und Individuellen. Und da möchte ich gerne dazu anregen, dass sich jede und jeder darüber im Klaren ist, dass es auch immer &#8220;Anders&#8221; geht. Stichworte sind hier zum Beispiel das <a href="http://www.syndikat.org/">Mietshäuser Syndikat</a>, <a href="http://www.attac.de/">Attac</a>, <a href="http://netzlogbuch.de/arbeitsplatz/green-car-die-zukunft-des-mobilen/">Green Car</a>, <a href="http://www.bioenergiedorf.de/">Bioenergiedorf</a> oder wie schon erwähnt, der LOHAS. Mein persönliches Stichwort ist nun, um in der Metapher zu bleiben, <em>Kommune</em>. Und ich bin froh, dass die Frau, mit der ich auf Grund von Liebe, möglichst intensiv zusammenleben möchte, <a href="http://www.natali-haug.de/index.php?s=Kommune">dies gemeinsam mit mir, auch zu ihrem Stichwort gemacht hat</a>.</p>
<p>Auch froh bin ich, dass mein bisheriger <a href="http://www.seitenblick.de/">Arbeitgeber</a> die ganze Sache unterstützt. Das macht es mir zum einen einfacher, die ganze Sache jetzt in einer offenen und ehrlichen Art und Weise anzugehen. Zum anderen möchte ich mich in der Kommune gerne als selbstständiger Web-Schaffender betätigen und habe somit schon einen ersten potenziellen Auftraggeber an der Angel. Sehr schön ist zudem, dass dort in der Kommune Waltershausen schon ein weiterer Web-Worker lebt und es somit die konkrete Aussicht auf ein von mir schon lange erträumtes Web-Kollektiv gibt.</p>
<p>Doch gehört es zum Glück zum Kommuneleben zwingend dazu, dass man nicht nur seiner Erwerbsarbeit nachgeht, sondern auch so genannte reproduktive Arbeit (Küche, Kinderbetreuung, Feuerholz, etc.) leistet und auch in anderen Arbeits- oder Tätigkeitsbereichen aushilft, wie etwa der Kneipe oder im Garten. Aus meiner jetzigen Sicht, ist das für mich viel weniger ein Muss, als Chance auf Ausgleich. Ein Ausgleich, der es mir sicherlich auch einfacher machen dürfte, meine Erwerbstätigkeit dauerhaft zu mögen und zu schätzen; darin nicht auszubrennen.</p>
<p>Und nun: Drück&#8217; uns die Daumen &#8230; wenn du möchtest.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=379&amp;md5=467427c3fda522920d2d2f940963d444" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Besuch in der Puppenfabrik</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 18:21:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
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		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Tätigkeiten]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachdem wir vorletztes Wochenende auf dem schönen Hoffest der Kommune Niederkaufungen waren, haben wir am vergangenen unsere kleine Kommune-Sommer-Tour fortgesetzt und besuchten die Kommune Waltershausen. Dort hatten sie alle an Kommune Interessierten zu einem Schnupperwochenende eingeladen hatten. Einige KommunardInnen der KoWa, wie sich die Kommune Walterhausen zumeist selbst nennt, haben wir schon auf dem Los [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2009/09/kowa.jpg" alt="kowa" title="kowa" width="580" height="304" class="aligncenter size-full wp-image-269" /></p>
<p>Nachdem wir vorletztes Wochenende auf dem schönen <a href="http://zellmi.de/?p=256">Hoffest der Kommune Niederkaufungen</a> waren, haben wir am vergangenen unsere kleine Kommune-Sommer-Tour fortgesetzt und besuchten die <a href="http://www.kommune-kowa.de">Kommune Waltershausen</a>. Dort hatten sie alle an Kommune Interessierten zu einem Schnupperwochenende eingeladen hatten.</p>
<p>Einige KommunardInnen der KoWa, wie sich die Kommune Walterhausen zumeist selbst nennt, haben wir schon auf dem <a href="http://zellmi.de/?p=189">Los geht&#8217;s an Pfingsten</a> kennen gelernt. Und nachdem uns deren <a href="http://www.kommune-kowa.de/pmwiki/pmwiki.php?n=Main.%dcberUns">Selbstverständnis</a>, die <a href="http://www.kommune-kowa.de/gallery/index.php">Bilder auf der KoWa-Website</a> und auch ein bisschen der zauberhafte Name &#8220;Puppenfabrik&#8221; des Gebäudekomplex recht zu gesagt haben, sind wir der Einladung zum Schnupperwochenende gerne gefolgt.</p>

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<p>Um es vorweg zu nehmen, wir hatten eine wirklich schöne Zeit bei sehr netten GastgeberInnen und die alte unter Denkmalschutz stehende Puppenfabrik hat uns wirklich ein bisschen verzaubert. Auch wenn noch wahnsinnig viel Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten vor den KommunardInnen liegt, so haben sie es sich dort in den sechs Jahren, die es die KoWa nun gibt, doch schon sehr schön eingerichtet.</p>
<p>Wir sind sogar recht entspannt wieder zu Hause angekommen, was ja nicht unbedingt selbstverständlich ist, wenn man gut zwei Tage lang diskutiert, besichtigt und gefeiert hat. Das alles hat in uns den Wunsch aufkommen lassen, die KoWa möglichst bald wieder zu besuchen. Vielleicht schon zur Erntewoche … oder Teilen davon … in gut einem Monat.</p>
<p>An dieser Stelle nochmal vielen Dank an die KoWa-Leutchen, ihr habt uns beeindruckt und mit einem guten Gefühl in die traute Noch-Zweisamkeit zurückkehren lassen.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=267&amp;md5=95c7e75d83b54fde83a67a1e5bb8149f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Mein Kommentar zu Lage der modernen Zünfte</title>
		<link>http://zellmi.de/2009/05/mein-kommentar-zu-lage-der-modernen-zunfte/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 12:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blog-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Presse]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorhin habe ich den sehr interessanten Artikel &#8220;Ein Erbe, das man ertragen muss&#8221; von Thomas Knüwer gelesen, der auf dem Handelsblatt-Blog über Notizen aus dem Journalistenalltag bloggt … Claim: &#8220;Indiskretion Ehrensache&#8221;. Knüwer schreibt in dem Artikel darüber, wie die versammelte deutsche Presse sich aktionsartig am 23. April zu dem Themenkomplex Urheberrecht, geistiges Eigentum, etc. ausgelassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2107"><img src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2009/05/hbblog1.png" alt="hbblog1" title="hbblog1" width="430" height="52" class="aligncenter size-full wp-image-168" /></a></p>
<p>Vorhin habe ich den sehr interessanten Artikel &#8220;<a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2107">Ein Erbe, das man ertragen muss</a>&#8221; von Thomas Knüwer gelesen, der auf dem Handelsblatt-Blog über Notizen aus dem Journalistenalltag bloggt … Claim: &#8220;Indiskretion Ehrensache&#8221;.</p>
<p>Knüwer schreibt in dem Artikel darüber, wie die versammelte deutsche Presse sich aktionsartig am 23. April zu dem Themenkomplex Urheberrecht, geistiges Eigentum, etc. ausgelassen hat und kommentiert das Ganze dann auch recht beeindruckend.</p>
<p>Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, habe ich dann auch noch einen Kommentar hinterlassen. Er ist umfangreicher ausgefallen als geplant.  Ich habe darin mal wieder ein paar Gedanken formuliert, die mich schon länger umtreiben. Darum kopiere ich meinen Kommentar auch noch mal hier rein. </p>
<p>Er sollte weitestgehend auch ohne den Kontext des Artikels verständlich sein … der aber trotzdem lesenswert ist. ;-) Nur eine Info zum besseren Verständnis: Frau Gaschke hat bei der Presse-Aktion am 23. April <a href="http://www.zeit.de/2009/18/pirate-bay-urheberrecht">&#8220;eine Art Leitartikel&#8221; in der Die Zeit</a> geschrieben, den Thomas Knüwer sehr kritisch sieht.</p>
<p>Aber hier mein Kommentar:</p>
<blockquote><p>Ich kann es sehr gut verstehen, wenn Menschen wie Frau Gaschke die verbalen Ellenbogen ausfahren, um einen Status Quo am Leben zu halten, der sie zuverlässig ernährt, ihnen ein Dach über dem Kopf ermöglicht, aber auch ein bisschen Luxus ermöglichst bzw. sie am kulturellen Leben teilhaben lässt.</p>
<p>Doch darf dieser Status-Quo-Erhaltungstrieb nicht den Fortschritt aufhalten. Und ich meine hiermit explizit nicht Wachstum und schon gar kein Wirtschaftswachstum. Ich meine Bildung, Aufklärung, (globale) Gerechtigkeit und so weiter.</p>
<p>Doch immer und überall sind es Ertragsmodelle, die diesen Ideen von Fortschritt im Weg stehen. Ein Bestseller-Autor zum Beispiel ist mit etwas Glück für sein Leben lang finanziell abgesichert. Für den so abgesicherten Autor ist das möglicherweise eine Tatsache, die er nicht besonders in den Vordergrund stellen würde. Auch wenn es ihm ermöglicht, sich ggf. mit Haut und Haar in sein nächstes Buchprojekt zu stürzen … ohne Existenz-Ängste. Doch ist diese Erkenntnis auch für weniger begabte Anreiz, sich an ein eigenes Buch-Projekt zu machen. Nicht weil er was zu erzählen hätte. Nur weil dies eine spezielle Art des Lottogewinns ist. Und darum geht es! Wir wollen alle im Lotto gewinnen … wegen der Absicherung also dem Dach überm Kopf, der Brötchen auf dem Frühstückstisch, der Möglichkeit einfach mal ins Kino zu gehen oder auch für den einen oder anderen kleineren Luxus im Leben.</p>
<p>Ähnliches wie bei dem beschriebenen Buchautor kann man auch in der Musikindustrie beobachten. Und darüber hinaus stellt sich dann noch die Frage: Warum wollen so viele leidlich begabte Menschen in Deutschlands Suche nach einem Superstar mitmachen? Ruhm? Ehre? Geld? Ist es nicht schlimm, dass es einen Begriff wie &#8220;Musikindustrie&#8221; gibt? Musik ist doch Kunst. Und bei wirklicher Kunst kommt mir selten der Begriff &#8220;Fließband&#8221; in den Sinn … daran muss ich aber denken, wenn ich &#8220;Industrie&#8221; höre.</p>
<p>Wir müssen wieder mehr dahin, dass weniger &#8220;mitverdienen&#8221; … und wenn schon mitverdienen, dann in einem guten Verhältnis. Die Autoren, Künstler, Journalisten usw. sollen den Großteil dessen bekommen, was ihre Werke einbringen. Und weniger die Verlagshäuser und die besagte Musikindustrie. Doch diese etablierten Mitverdiener müssen kritisch betrachtet und ggf. abgeschafft werden. Vor allem, wenn sie den gesellschaftlichen Fortschritt aufzuhalten versuchen. Und um es mal etwas überspitzt zu formulieren: Wir brauchen eine Abwrackprämie für Infrastrukturen, die sich überlebt haben. Wir müssen dahin kommen, dass die Gaschkes dieser Welt sich bequem zurücklehnen können und ihren Lebensabend abgesichert verbringen können. Von mir aus können sie dann gerne von der guten Alten Zeit träumen &#8230;</p></blockquote>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=164&amp;md5=3d1caf0e811c828287786f7f85e5b1c2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Krise, Krise, Krise … überall</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 10:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Gesellschaft wächst nicht auf den Bäumen … und eine globale wie unsere schon mal gar nicht. Sie entsteht durch das Zusammenwirken von Menschen. Wobei ich den Begriff &#8220;Zusammenwirken&#8221; durchaus bewusst völlig neutral verstanden haben möchte und seine inhaltliche Bandbreite von &#8220;Massenmord&#8221; und &#8220;World Wide Web&#8221; bis &#8220;liebevolle Zweierbeziehung&#8221; und &#8220;Vernachlässigung von Schutzbefohlenen&#8221; geht. Heißt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2009/04/massen.png" alt="massen" title="massen" width="470" height="78" class="aligncenter size-full wp-image-153" /></p>
<p>Eine Gesellschaft wächst nicht auf den Bäumen … und eine globale wie unsere schon mal gar nicht. Sie entsteht durch das Zusammenwirken von Menschen. Wobei ich den Begriff &#8220;Zusammenwirken&#8221; durchaus bewusst völlig neutral verstanden haben möchte und seine inhaltliche Bandbreite von &#8220;Massenmord&#8221; und &#8220;World Wide Web&#8221; bis &#8220;liebevolle Zweierbeziehung&#8221; und &#8220;Vernachlässigung von Schutzbefohlenen&#8221; geht. </p>
<p>Heißt im Umkehrschluss, wir Menschen gestalten unser Zusammenleben. Bzw. wir haben vieles davon schon gestaltet. Wir haben Infrastrukturen geschaffen und wir schaffen täglich Neues. In den letzten Jahrzehnten haben wir Kommunikations- und Fortbewegungsinfrastrukturen etabliert, die uns … wohl eher unbewusst und durchs Hintertürchen … eine wirklich globalisierte Gesellschaft eingebracht hat. </p>
<p>Globalisierte Gesellschaft. Das hört sich monolithischer an, als es ist. Es handelt sich eher um viele lokale, informelle bzw. sonstige in sich zusammengehörige und vergleichsweise kleinere Gesellschaften. Wobei die gesellschaftlichen Systemgrenzen gegenwärtig gerade im lokalen Kontext immer mehr aufgeweicht werden. Was eindeutig auch eine Folge der Globalisierung ist.</p>
<p>Nimmt man aber mal alles zusammen, dann haben wir keine einheitliche globale Gesellschaft, sondern eine Inter-Gesellschaft. Also viele Einzelgesellschaften, die wiederum miteinander vernetzt sind und in Beziehungen stehen … inklusive aller Schnittmengen. Wobei die Beziehungen, man kann sie auch als Schnittstellen bezeichnen, nur selten wirklich ganzheitlich definiert sind. Ein Ausdruck, der das alles auch beschreiben könnte ist: Globales Chaos. </p>
<p>Mich erschreckt der Ausdruck weniger als ich erwartet hätte. Denn mit Chaos kann man umgehen. Okay, man kann es nicht kontrollieren, aber man kann bzw. man könnte die Grundparameter beeinflussen. Aber das tun wir nicht. Zumindest nicht in ausreichendem Mass und sicher auch nicht in irgendeiner Form zielgerichtet. Wir lassen uns von Menschen und Institutionen mit Macht und/oder Geld an unserer Inter-Gesellschaft rumdoktern. </p>
<p>Was wir aber brauchen sind gemeinsame Spielregeln. Und damit meine ich weniger Regulierungen im Detail, die finden sich dann schon. Wir brauchen weltweite Spielregeln wie sie zum Beispiel die Menschenrechte aus der <a href="http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger">Allgemeine Erklärung der Menschenrechte</a> sind. Wir brauchen ein einheitliches Steuer- und Einkommenssystem wie es z.B. das Modell des <a href="http://probge.tumblr.com/">bedingungslosen Grundeinkommens</a> beschreibt. Wir brauchen eine funktionierende Banken-Infrastruktur … weit unterhalb der pathologischen Mechanismen des &#8220;Turbokapitalismus&#8221;. Wir brauchen funktionierende und freie, d.h. uneingeschränkte Kommunikationsinfrastrukturen. Wir brauchen Rechtsstaatlichkeit und wir brauchen &#8220;Good Will&#8221;. Damit meine ich, dass wir überhaupt miteinander in Frieden und Freiheit leben wollen … alle und global.</p>
<p>Dazu müssen wir mit Sicherheit erst einmal Machtstrukturen und damit auch Abhängigkeiten abbauen … ob finanzieller oder auch psychisch Art. Zuviel Menschen müssen irgendwelchen Mist machen, weil sie das Geld für ihren Lebensunterhalt irgendwie zusammenbekommen müssen. Oder sie stehen im Bezug auf ihre Versorgung mit grundlegenden Gütern des Alltags in einer Abhängigkeit zu Menschen z.B. aus der eigenen Familie.</p>
<p>Wenn ich mir das alles nun noch mal durch den Kopf gehen lasse, dann können wir guter Dinge sein, dass die Krise im Bezug auf die angesprochenen Problem wirklich ein Chance sein könnte. Denn wohl nie standen die etablierten und oftmals verkrusteten Strukturen so sehr in der Kritik wie heute. Doch glaube ich aber nicht, dass es jetzt einen &#8220;Big Bang&#8221; geben wird. Wir werden nicht in ein paar Jahren in einer tollen neuen globalen Gesellschaft leben. Aber auf eine Kurskorrektur dürfen wir schon hoffen. Zumindest erkenne ich diese Chance … in dieser Krise.</p>
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