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	<title>Zellmi &#187; Gesellschaftsstrukturen</title>
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		<title>Selbstwertgefühl</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 15:50:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin weder Psychologe, noch Pädagoge oder sonst irgendein &#8230;oge. Doch auch ich mache mir so meine Gedanken. Ein Thema, was mich immer wieder beschäftigt, dreht sich darum, was man jungen Menschen unbedingt mit auf ihren Lebensweg geben sollte, damit sie sich ein glückliches und zufriedenes Leben gestalten können. Und da komme ich immer wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2009/12/yeshecan.jpg" alt="yeshecan" title="yeshecan" width="575" height="460" class="aligncenter size-full wp-image-395" /></p>
<p>Ich bin weder Psychologe, noch Pädagoge oder sonst irgendein <em>&#8230;oge</em>. Doch auch ich mache mir so meine Gedanken. Ein Thema, was mich immer wieder beschäftigt, dreht sich darum, was man jungen Menschen unbedingt mit auf ihren Lebensweg geben sollte, damit sie sich ein glückliches und zufriedenes Leben gestalten können. Und da komme ich immer wieder auf eines zurück, dass ich für besonders essenziell halte: <strong>Ein gesundes Selbstwertgefühl</strong>.</p>
<p>Nun habe ich gestern in der feministischen Frauenzeitung <a href="http://emma.de/">EMMA</a> ein Interview mit Heidi Kastner gelesen. Die Psychiaterin war die vom Gericht bestellte Gutachterin im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalfall_von_Amstetten">Fritzl-Prozess</a>. Im Interview wird sie gefragt, ob es einen roten Faden bei den von ihr untersuchten Gewalt-Straftaten gibt. Sie bejaht dies, indem sie sagt:</p>
<blockquote><p> Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, desto deutlicher merke ich: Hinter den allermeisten Straftaten steckt ein Selbstwertproblem.</p></blockquote>
<p>Und später fügt sie noch hinzu:</p>
<blockquote><p>Es geht um Macht. Es geht darum, jemand Schwächeren unter sich zu fühlen. … Dieses Grundthema steckt in Konflikten am Arbeitsplatz, in Partnerschaften, und hinter den meisten Gewalttaten, die Eltern an ihren Kindern begehen.</p></blockquote>
<p>Wenn ich Frau Kastner richtig verstehe, bezieht sie sich mit ihren Aussagen nicht mehr nur auf im Sinne der Gesetze verfolgungswürdigen Taten. Sie sieht darin ein allgemeines und grundlegendes Problem.</p>
<p>Doch wie gehen wir mit der Problematik in unserer Gesellschaft um? In den Schulen ist es wichtiger, dass die Kinder diese fachkompetent verlassen, als als gefestigte Personen, mit einem gesunden und sozialverträglichen Selbstwertgefühl. Die Politik fördert explizit Kleinfamilien, in denen Machtstrukturen manifestiert werden und bestehende Selbstwertprobleme nur all zu oft an deren schwächste Mitglieder weitergegeben werden.</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass wir gut daran tun würden, wenn wir die einzelnen Elemente unserer Gesellschaft wieder etwas durchlässiger gestalten. Die Schwachen müssen die Chance haben, sich Verbündete suchen zu können. So sind zum Beispiel die Großeltern im Haus schon immer nur all zu oft wunderbare Verbündete von Kindern gewesen. Auch in den eigenen Alltag involvierte Nachbarn und Freunde können hilfreich sein, wenn die Machtstrukturen in einer Familie zu sehr ins Ungleichgewicht geraten.</p>
<p>Wir sollten es also unbedingt befördern, dass sich funktionierende und gut vernetzte Umfelder bilden und das in unserer Gesellschaft möglichst viel auf Augenhöhe passiert. Hierarchien und Machtstrukturen gilt es abzubauen bzw. zu minimieren. Und Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl tun diese automatisch deutlich stärker und sind zudem freier im Denken und damit kreativer und … wenn dies von der Gesellschaft wirklich gewünscht ist … auch produktiverer.</p>
<p>Lasst uns also das Selbstwertgefühl jedes einzelnen Menschen stärken und wir stärken unser Gesellschaft.</p>
<p>&#8212;<br />
Das <a href="http://www.flickr.com/photos/teliko82/2192365144/">Foto</a> oben stammt vom <a href="http://www.flickr.com/people/teliko82/">Thomas Helbig alias teliko82 auf Flickr</a></p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=394&amp;md5=9c816fc612e9cad7663bc1918d210159" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum ich in eine Kommune ziehen werde</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 17:42:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Nichts im Leben ist sicher. So auch nicht, ob wir nun wirklich unseren derzeitigen Wunschlebensentwurf dauerhaft leben werden. Doch steuern wir derzeit mit riesigen Schritten auf ihn zu. Der Plan ist gefasst und so gut wie derzeit möglich terminiert. Wahrscheinlich werden wir ab April nach Waltershausen ziehen und in der dortigen Kommune eine Probezeit beginnen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-384" title="treppe_kowa" src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2009/12/treppe_kowa.jpg" alt="treppe_kowa" width="580" height="150" /></p>
<p>Nichts im Leben ist sicher. So auch nicht, ob wir nun wirklich unseren derzeitigen Wunschlebensentwurf dauerhaft leben werden. Doch steuern wir derzeit mit riesigen Schritten auf ihn zu. Der Plan ist gefasst und so gut wie derzeit möglich terminiert. Wahrscheinlich werden wir ab April nach Waltershausen ziehen und <a href="http://www.kommune-kowa.de/">in der dortigen Kommune</a> eine Probezeit beginnen.</p>
<p>In den letzten Monaten, in denen dieser Plan reifte und von uns gestaltet wurde, habe ich mit vielen Menschen über das Leben in einer Kommune sprechen dürfen. Diese Gespräche waren meistens relativ lange und intensiv. Denn dieser Lebensentwurf scheint es irgendwie in sich zu haben. Klar, denn er scheint auch erst einmal nicht viel mit der üblichen Vita eines Erwachsenen im noch frischen 21. Jahrhundert zu tun zu haben.</p>
<p>Interessanterweise habe ich immer wieder das Gefühl, bei diesen Gesprächen Einiges über mein Gegenüber zu erfahren. Die Gespräche drehen sich immer wieder um ziemlich konkrete Punkte, in denen ich oftmals bestimmte Grundängste des jeweiligen Menschen zu erkennen meine. Sehr oft dreht sich so ein Gespräch um das Thema Geld und Vermögen. Aber auch Befürchtungen in Richtung einer sektenähnlichen Abhängigkeit, werden relativ häufig benannt. Auch kommen Zweifel auf, ob eine solches Projekt ohne Hierarchien überhaupt funktionieren kann. Ohne sie alle aufführen zu wollen, kann ich sagen, dass es noch weitere, immer wiederkehrende Schwerpunkte in den jeweiligen Gesprächen gab. Und ich bin sehr dankbar, dass ich darüber diskutieren durfte. Denn ich habe dabei sehr viele Denkanstöße bekommen. Diese haben mich nur all zu oft eine Zeit lang begleitet und mir geholfen, die Entscheidung pro Kommune mit dem guten Gefühl zu treffen, denn so habe ich sehr viele, sehr unterschiedliche Aspekte be- bzw. durchdenken können.</p>
<p>Doch Einiges wird sich auch durch noch so viele weitere Gespräche, grüblerische Stunden und Kommunen-Besuche nicht klären lassen. Und darum soll dieses Theoretisieren und Gast sein, nun ein Ende haben. Ich, und Natali denkt da absolut gleich, muss es nun erleben. Es kann scheitern. Ich versuche mich auch auf ein Scheitern vorzubereiten. Ich versuche mir durchaus bewusst darüber zu sein, was ich riskiere. Das heißt, was ich an Bestehendem aufgebe und welche Risiken es hat, einen solchen Schritt zu wagen.</p>
<p>Ich versuche mir darüber klar zu werden, welche meiner Charaktereigenschaften ein Leben in einer solch verbindlichen Gemeinschaft erschweren werden. Für mich und für die anderen Menschen dort. Ist es wirklich kein Problem für mich, dass ich kein eigenes Vermögen haben werde, sondern stattdessen ein gemeinschaftliches? Aktuell beantworte ich mir diese Frage, aus ganzem Herzen und mit soviel Verstand wie möglich, mit einem klaren Ja. Sowie ich für mich auch ein deutliches Plus an Lebenschancen sehe. So möchte zum Beispiel ich mehr Zeit haben können, mich gesellschaftspolitisch zu engagieren und zu wirken.</p>
<p>Aber nicht nur Zeit, sondern auch Raum, ist für mich ein gutes Argument pro Kommune. Zwar werde ich persönlich nur ein eigenes Zimmer haben, dass im Prinzip einem WG-Zimmer gleich kommt, aber drumherum gibt es so viel Raum, um damit zu leben, zu wirken, zu arbeiten und ihn zu genießen. Es wird jedoch gemeinschaftlich genutzter Raum sein. Ich werde, nicht nur diesbezüglich, gemeinschaftlich beschlossene Regeln und Absprachen einhalten müssen bzw. diese zunächst erst einmal herbeiführen müssen. Auf Grund dieser Regeln und Absprachen, werden viele alltägliche Dinge und Abläufe ähnlich schnell und unkompliziert zu bewerkstelligen sein, wie wenn ich nicht in einer Kommune leben würde. Doch einiges wird vorher zu besprechen sein. Aber machen wir uns doch mal nichts vor, so frei in unseren Entscheidungen, wie wir immer denken, sind wir doch längst nicht. Und die Entscheidungen in einer Kommune sind zudem auch Konsens-Entscheidungen. Es wird nur zu oft mühselig sein, einen Konsens zu finden. Doch dann ist es eine belastbare und für alle tragbare Entscheidung, die deutlich größere Chancen hat, im Alltag nicht hinderlich zu sein oder unter zugehen.</p>
<p>Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht an Gott oder ähnliches glaube. Daraus kann ich also auch beim besten Willen keinen Sinn für das Leben ableiten. Vielleicht bin ich deshalb auch so sehr auf diese Schiene des weltverbesserischen Ökos geraten. Einer Rolle, in der ich mich wohl fühle. Doch mit diesem Rollenanspruch kann man auch durchaus auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/LOHAS">LOHAS</a>-Spur geraten. Dazu bin ich aber einfach zu konsumkritisch bzw. habe eigentlich den Anspruch dies zu deutlich zu sein. Ich bin nämlich der Meinung, dass die Nachhaltigkeit das Wachstum als globalen Leitgrundsatz ablösen muss. Und Nachhaltigkeit kann ich in einer Kommune besser leben, als in einer klassischen, stark durch Erwerbsarbeit geprägten Zweier- bzw. Familien-Konstellation.</p>
<p>Ich habe mir auch schon die Frage gestellt, ob ich einen alternativen Lebensstil nicht nur leben, sondern auch <em>vor</em>leben möchte. Das kann man schon so sehen. Doch bei genauerem Hinsehen, wird hoffentlich klar, dass ich nicht den Kommune-Lebensstil vorleben bzw. predigen möchte. Doch ich möchte deutlich aufzeigen, dass es immer auch anders geht; dass es Alternativen zum Mainstream gibt. Wie ich schon angedeutet habe, bin ich dabei auch der Meinung, dass wir nicht daran vorbei kommen, unsere globale Gesellschaft umzubauen. Doch diese Aufgabe ist in sich so komplex, dass es wohl nur ganz vereinzelt Menschen bewerkstelligen können, in einem ausreichenden Großen und Ganzen zu denken. Aber in aller Regel leben wir im Kleinen und Individuellen. Und da möchte ich gerne dazu anregen, dass sich jede und jeder darüber im Klaren ist, dass es auch immer &#8220;Anders&#8221; geht. Stichworte sind hier zum Beispiel das <a href="http://www.syndikat.org/">Mietshäuser Syndikat</a>, <a href="http://www.attac.de/">Attac</a>, <a href="http://netzlogbuch.de/arbeitsplatz/green-car-die-zukunft-des-mobilen/">Green Car</a>, <a href="http://www.bioenergiedorf.de/">Bioenergiedorf</a> oder wie schon erwähnt, der LOHAS. Mein persönliches Stichwort ist nun, um in der Metapher zu bleiben, <em>Kommune</em>. Und ich bin froh, dass die Frau, mit der ich auf Grund von Liebe, möglichst intensiv zusammenleben möchte, <a href="http://www.natali-haug.de/index.php?s=Kommune">dies gemeinsam mit mir, auch zu ihrem Stichwort gemacht hat</a>.</p>
<p>Auch froh bin ich, dass mein bisheriger <a href="http://www.seitenblick.de/">Arbeitgeber</a> die ganze Sache unterstützt. Das macht es mir zum einen einfacher, die ganze Sache jetzt in einer offenen und ehrlichen Art und Weise anzugehen. Zum anderen möchte ich mich in der Kommune gerne als selbstständiger Web-Schaffender betätigen und habe somit schon einen ersten potenziellen Auftraggeber an der Angel. Sehr schön ist zudem, dass dort in der Kommune Waltershausen schon ein weiterer Web-Worker lebt und es somit die konkrete Aussicht auf ein von mir schon lange erträumtes Web-Kollektiv gibt.</p>
<p>Doch gehört es zum Glück zum Kommuneleben zwingend dazu, dass man nicht nur seiner Erwerbsarbeit nachgeht, sondern auch so genannte reproduktive Arbeit (Küche, Kinderbetreuung, Feuerholz, etc.) leistet und auch in anderen Arbeits- oder Tätigkeitsbereichen aushilft, wie etwa der Kneipe oder im Garten. Aus meiner jetzigen Sicht, ist das für mich viel weniger ein Muss, als Chance auf Ausgleich. Ein Ausgleich, der es mir sicherlich auch einfacher machen dürfte, meine Erwerbstätigkeit dauerhaft zu mögen und zu schätzen; darin nicht auszubrennen.</p>
<p>Und nun: Drück&#8217; uns die Daumen &#8230; wenn du möchtest.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=379&amp;md5=467427c3fda522920d2d2f940963d444" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mein Kommentar zu Lage der modernen Zünfte</title>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 12:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorhin habe ich den sehr interessanten Artikel &#8220;Ein Erbe, das man ertragen muss&#8221; von Thomas Knüwer gelesen, der auf dem Handelsblatt-Blog über Notizen aus dem Journalistenalltag bloggt … Claim: &#8220;Indiskretion Ehrensache&#8221;. Knüwer schreibt in dem Artikel darüber, wie die versammelte deutsche Presse sich aktionsartig am 23. April zu dem Themenkomplex Urheberrecht, geistiges Eigentum, etc. ausgelassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2107"><img src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2009/05/hbblog1.png" alt="hbblog1" title="hbblog1" width="430" height="52" class="aligncenter size-full wp-image-168" /></a></p>
<p>Vorhin habe ich den sehr interessanten Artikel &#8220;<a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2107">Ein Erbe, das man ertragen muss</a>&#8221; von Thomas Knüwer gelesen, der auf dem Handelsblatt-Blog über Notizen aus dem Journalistenalltag bloggt … Claim: &#8220;Indiskretion Ehrensache&#8221;.</p>
<p>Knüwer schreibt in dem Artikel darüber, wie die versammelte deutsche Presse sich aktionsartig am 23. April zu dem Themenkomplex Urheberrecht, geistiges Eigentum, etc. ausgelassen hat und kommentiert das Ganze dann auch recht beeindruckend.</p>
<p>Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, habe ich dann auch noch einen Kommentar hinterlassen. Er ist umfangreicher ausgefallen als geplant.  Ich habe darin mal wieder ein paar Gedanken formuliert, die mich schon länger umtreiben. Darum kopiere ich meinen Kommentar auch noch mal hier rein. </p>
<p>Er sollte weitestgehend auch ohne den Kontext des Artikels verständlich sein … der aber trotzdem lesenswert ist. ;-) Nur eine Info zum besseren Verständnis: Frau Gaschke hat bei der Presse-Aktion am 23. April <a href="http://www.zeit.de/2009/18/pirate-bay-urheberrecht">&#8220;eine Art Leitartikel&#8221; in der Die Zeit</a> geschrieben, den Thomas Knüwer sehr kritisch sieht.</p>
<p>Aber hier mein Kommentar:</p>
<blockquote><p>Ich kann es sehr gut verstehen, wenn Menschen wie Frau Gaschke die verbalen Ellenbogen ausfahren, um einen Status Quo am Leben zu halten, der sie zuverlässig ernährt, ihnen ein Dach über dem Kopf ermöglicht, aber auch ein bisschen Luxus ermöglichst bzw. sie am kulturellen Leben teilhaben lässt.</p>
<p>Doch darf dieser Status-Quo-Erhaltungstrieb nicht den Fortschritt aufhalten. Und ich meine hiermit explizit nicht Wachstum und schon gar kein Wirtschaftswachstum. Ich meine Bildung, Aufklärung, (globale) Gerechtigkeit und so weiter.</p>
<p>Doch immer und überall sind es Ertragsmodelle, die diesen Ideen von Fortschritt im Weg stehen. Ein Bestseller-Autor zum Beispiel ist mit etwas Glück für sein Leben lang finanziell abgesichert. Für den so abgesicherten Autor ist das möglicherweise eine Tatsache, die er nicht besonders in den Vordergrund stellen würde. Auch wenn es ihm ermöglicht, sich ggf. mit Haut und Haar in sein nächstes Buchprojekt zu stürzen … ohne Existenz-Ängste. Doch ist diese Erkenntnis auch für weniger begabte Anreiz, sich an ein eigenes Buch-Projekt zu machen. Nicht weil er was zu erzählen hätte. Nur weil dies eine spezielle Art des Lottogewinns ist. Und darum geht es! Wir wollen alle im Lotto gewinnen … wegen der Absicherung also dem Dach überm Kopf, der Brötchen auf dem Frühstückstisch, der Möglichkeit einfach mal ins Kino zu gehen oder auch für den einen oder anderen kleineren Luxus im Leben.</p>
<p>Ähnliches wie bei dem beschriebenen Buchautor kann man auch in der Musikindustrie beobachten. Und darüber hinaus stellt sich dann noch die Frage: Warum wollen so viele leidlich begabte Menschen in Deutschlands Suche nach einem Superstar mitmachen? Ruhm? Ehre? Geld? Ist es nicht schlimm, dass es einen Begriff wie &#8220;Musikindustrie&#8221; gibt? Musik ist doch Kunst. Und bei wirklicher Kunst kommt mir selten der Begriff &#8220;Fließband&#8221; in den Sinn … daran muss ich aber denken, wenn ich &#8220;Industrie&#8221; höre.</p>
<p>Wir müssen wieder mehr dahin, dass weniger &#8220;mitverdienen&#8221; … und wenn schon mitverdienen, dann in einem guten Verhältnis. Die Autoren, Künstler, Journalisten usw. sollen den Großteil dessen bekommen, was ihre Werke einbringen. Und weniger die Verlagshäuser und die besagte Musikindustrie. Doch diese etablierten Mitverdiener müssen kritisch betrachtet und ggf. abgeschafft werden. Vor allem, wenn sie den gesellschaftlichen Fortschritt aufzuhalten versuchen. Und um es mal etwas überspitzt zu formulieren: Wir brauchen eine Abwrackprämie für Infrastrukturen, die sich überlebt haben. Wir müssen dahin kommen, dass die Gaschkes dieser Welt sich bequem zurücklehnen können und ihren Lebensabend abgesichert verbringen können. Von mir aus können sie dann gerne von der guten Alten Zeit träumen &#8230;</p></blockquote>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=164&amp;md5=3d1caf0e811c828287786f7f85e5b1c2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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