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	<title>Zellmi &#187; Kommune</title>
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	<description>It&#039;s a dirty job but someone got to do it</description>
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		<title>Ertragbare Utopie gesucht – biete umfangreiche Erfahrungen im Scheitern</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 22:41:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht nur der Plan für den Januar, sondern sogar der für die kommenden Monate, wenn nicht gar Jahre oder Jahrzehnte, hatte sich schon nach gut einem Tag in der Kommune Niederkaufungen wieder erledigt. Unsere Probezeitanträge dort sind zurückgezogen und wir wieder in der KoWa. Was ist passiert? Natali ist schon mit einem eher schlechten Gefühl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nicht nur der Plan für den Januar, sondern sogar der für die kommenden Monate, wenn nicht gar Jahre oder Jahrzehnte, hatte sich schon nach gut einem Tag in der Kommune Niederkaufungen wieder erledigt. Unsere Probezeitanträge dort sind zurückgezogen und wir wieder in der KoWa. Was ist passiert?</strong><span id="more-858"></span></p>
<p>Natali ist schon mit einem eher schlechten Gefühl nach Niederkaufungen gereist, und nachdem es schnell immer schlechter wurde, hatten wir zu reden. Was wir dann auch ausgiebig taten. Das Ergebnis, dieser Gespräche ist, dass Natali nicht in der Kommune Niederkaufungen leben möchte &#8230; und ich ohne sie auch nicht.</p>
<p>Kurz zusammengefasst, befürchtet Natali, sich in dieser, mit über 80 Menschen recht großen Kommune, im Alltag nicht genügend gegen die vielen Eindrücke und Allgegenwärtigkeiten abgrenzen zu können. Diese Gruppengröße überfordert sie im tägliche Dasein.</p>
<p>Da sie also nicht in dieser einen, und ich nicht in der anderen Kommune leben möchte, muss nun ein neuer Plan her. Die erste Idee: Es gibt ja mehr als nur zwei Kommunen auf der Welt, vielleicht gibt es da ja noch eine, auf die wir uns beide einigen können? Hier steckt der Teufel im Detail, und das war in der Diskussion nur allzu oft der geografische Ort, an dem die in Frage kommenden Gemeinschaften liegen. Natali zieht es eher in den Süden Deutschlands, mich eher in den Norden. Also stellten wir uns die Frage, an welchem Ort bzw. in welcher Region würden wir denn beide leben wollen?</p>
<p>Für die, die uns etwas kennen, ist die Antwort wahrscheinlich gar nicht so überraschend: Es ist der Raum Gießen/Marburg. Dort haben wir beide uns kennengelernt, dort haben wir studiert und viele Freunde/Bekannt; ich sogar Verwandte. Im Bezug auf diese Region haben wir ein souveränes Gefühl, welches in Richtung &#8220;Zuhause&#8221; geht.</p>
<p>Doch gibt es dort keine uns bekannte Kommune. Es gibt Gemeinschaften, die aber (oft?) einen spirituellen Hintergrund haben, und damit für uns beide überhaupt keine Thema sind. Was also nicht ist, muss werden. Darum werden wir nun schauen, ob wir nicht im Raum Gießen/Marburg ein eigenes Projekt starten können. Dazu planen wir, mit Freunden wieder in die Region zu ziehen und dann mal schauen, was sich da so auf die Beine stellen lässt. Nach dem aktuellen Diskussionsstand, wird es wahrscheinlich keine Kommune, wie die KoWa oder Niederkaufungen, doch sollte das neue Projekt schon eine gemeinschaftlichen Ansatz haben. Ich will es auch weiterhin nicht wahrhaben, dass es ein so erstrebenswertes Ziel ist, sich immer mehr zu Individualisieren und zu Privatisieren, sich dem Konsum- und Konkurrenzdenken unreflektiert zu ergeben und ein nachhaltiges Dasein immerzu einzufordern, es aber selbst nicht zu leben.</p>
<p>Auf der anderen Seite, scheine ich meinen eigenen Ansprüchen nicht in der Form genügen zu können, dass ich in Gemeinschaftsstrukturen leben kann, welche die privaten Hoheitsgebiete, im Kern auf ein Zimmer reduzieren. Zum etwas gemeinsam Nutzen, gehört eine gemeinsame Ordnung, welche im Alltag über ein &#8220;Das Chaos organisiert sich von selbst&#8221; hinausgeht. Wenn mensch zum x-ten Mal mehrfach durch ein wirklich großes Haus gelaufen ist, weil man einen Hammer sucht, neigt mensch dazu, sich einen eigenen … privaten … Hammer zu kaufen. Und schon hat es sich mit der Nachhaltigkeit, der Konsumkritik und dem &#8220;Nutzen statt Besitzen&#8221;.</p>
<p>Wie mir aber im vergangenen Jahr ein Gemeinschaftsforscher glaubhaft versicherte, ist der Mensch in größeren Zusammenhängen nur schwerlich in der Lage, eine für alle Beteiligten annehmbare und nicht auf Hierarchien beruhende Ordnungsstruktur zu leben. Womit der Punkt, dass es sich in einer Kommune nachhaltiger leben lässt, etwas ins Wanken gerät. Aber nur etwas. Untersuchungen, die in der Kommune Niederkaufungen durchgeführt wurden, zeigen, dass der Ökologischer Fußabdruck der dort lebenden Menschen im Bundesvergleich unterdurchschnittlich ist. In Gemeinschaft leben ist also nachhaltiger, wenn auch nicht so nachhaltig, wie es sein könnte.</p>
<p>Doch was will ich … was wollen wir nun? Ich will nicht nur für mich als Individuum bzw. als Paar gut leben, sondern ich will auf eine Weise gut leben, die es ermöglicht, die Ressourcen unserer Welt, aber auch meine Nerven zu schonen. Ich will eine ertragbare Utopie. </p>
<p>Der nächste Versuch wird somit in die Richtung gehen, gemeinsam mit bis zu einem Dutzend Menschen ein Hausprojekt zu starten, und dabei einen Spagat hinzubekommen, zwischen, nachhaltiger als der Durchschnitt leben und doch ein gewisses Maß an Eigenmächtigkeit jenseits eines allgegenwärtigen Konsens zu bewahren.</p>
<p>Für mich sind das alles recht neue Überlegungen. In den vergangenen Jahren habe ich mich doch sehr viel mit dem Gemeinschaftskonzept der Kommunen beschäftigt. Das jetzt so zu sehen, hat für mich auch etwas den Beigeschmack eines persönlichen Scheiterns. Was natürlich nicht stimmt. Ich habe Erfahrungen gesammelt und dabei u.a. festgestellt, dass ich gewisse Dinge, die mit dem Kommuneleben einhergehen, nicht so gut aushalten kann, wie es andere tun. Doch heute weiß ich das. Hätte ich es nicht gewagt, in die KoWa zu ziehen, wüsste ich das nicht, und würde diesem Ideal wohl immer noch hinterherhängen. Das wäre schlimmer, als diese vermeintliche Scheitern.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=858&amp;md5=4aafc4042ba7cd841f88b2a5fe8bd1b5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Alles läuft nach Plan &#8230; den ich nicht hab</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 18:25:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommune]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2011 nähert sich seinem Ende. Die Jahresendzeit-Stressigkeiten stehen demnächst an und unsere Suche nach einem Ort zum Leben macht solange mehr oder weniger Pause. Aber der Reihe nach&#8230; Im August war für uns klar, dass wir aus der KoWa wieder aussteigen werden. Die erste Idee war, dem Kommune-Leben wieder Lebewohl zu sagen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Jahr 2011 nähert sich seinem Ende. Die Jahresendzeit-Stressigkeiten stehen demnächst an und unsere Suche nach einem Ort zum Leben macht solange mehr oder weniger Pause. Aber der Reihe nach&#8230;</p>
<p>Im August war für uns klar, dass wir aus der KoWa wieder aussteigen werden. Die erste Idee war, dem Kommune-Leben wieder Lebewohl zu sagen und zuzusehen, was sich von den Ideen des Gemeinschaftslebens in ein Leben mit weniger Gemeinschaft hinüberretten lässt. Doch nach intensiver Beschäftigung mit den Alternativen zum alternativen Leben, haben wir uns entschieden, die Idee vom Gemeinschaftsleben doch noch nicht so schnell wieder fahren zu lassen.</p>
<p>Nach reiflicher Beschäftigung mit den Möglichkeiten, haben wir uns entschieden, einen Probezeitantrag in der <a href="http://www.kommune-niederkaufungen.de/" title="Kommune Niederkaufungen">Kommune Niederkaufungen</a> zu stellen. Dies ist eine der größten unter den politischen Kommunen in Deutschland und gibt uns die Chance in einer Großkommune leben zu können, ohne diese erst noch aufbauen zu müssen. Niederkaufungen liegt ganz in der Nähe von Kassel, also gar nicht mal so weit weg von Waltershausen.</p>
<p>Nachdem dort Anfang Dezember unsere Anträge auf Probezeit ausgehängt wurden, sind wir in unserem Einstiegsprozess gerade in der Phase der WG-Gespräche. Die Menschen in der Kommune Niederkaufungen leben vornehmlich in WGs, und dadurch in wesentlich stärkeren Bezugsgruppen als in der KoWa. Wir hoffen, dass wir unsere WG-Gespräche im Januar alle führen und dann im Anschluss dort eine Probezeit beginnen können. Letzteres hängt natürlich sehr davon ab, ob die jetzt schon dort lebenden Menschen es sich vorstellen können, dass wir dort eine solche Probezeit machen können. Und das selbstverständlich im Konsens; d.h. alle müssen sich das vorstellen können. Ich bin da aber recht optimistisch.</p>
<p>Jetzt kommen aber erst einmal Weihnachten und Silvester und dann geht es aktiv weiter mit dem Weichenstellen. Drückt uns die Daumen, dass das mit der Probezeit klappt &#8230; der Rest wird sich dann schon finden ;-)</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=852&amp;md5=dc84aed1b9900b9e8757f87f2e4df61a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Mann im Waschmaschinen-Raum</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 14:15:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
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		<description><![CDATA[Laut der Anleitung unserer einen Waschmaschine, dauert das Eco-Waschprogramm bei 40°C 135 Minuten. Nachdem ich die Maschine mit meiner Wäsche um 13:05 Uhr gestartet hatte, ging ich um 15:20 Uhr hinunter in den Waschmaschinen-Raum im Erdgeschoss, um dort auf einen mir unbekannten alten Mann zu treffen, der gerade meine Wäsche aus der Maschine geholt hatte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut der Anleitung unserer einen Waschmaschine, dauert das Eco-Waschprogramm bei 40°C 135 Minuten. Nachdem ich die Maschine mit meiner Wäsche um 13:05 Uhr gestartet hatte, ging ich um 15:20 Uhr hinunter in den Waschmaschinen-Raum im Erdgeschoss, um dort auf einen mir unbekannten alten Mann zu treffen, der gerade meine Wäsche aus der Maschine geholt hatte.</p>
<p>Auf Nachfrage erklärte es mir, dass er seine Wäsche waschen würde. Es ist in unserer Kommune durchaus denkbar, dass Teile unserer Infrastruktur von FreundInnen des Hauses mitgenutzt werden. Und auch wenn ich ihn nicht kannte, wäre es schon möglich gewesen, dass ihm jemand anderes erlaubt hätte, seine Wäsche bei uns zu waschen. Nur war es schlichtweg nicht seine Wäsche, die er gerade in den Wäschekorb getan hatte, sondern meine.</p>
<p>Ich fragte ihn mehrfach, was er hier wolle und da er mir vornehmlich einen etwas verwirrten Eindruck machte, habe ich ihn unter dem Hinweis, dass er hier in einem privaten Gebäude ist, so freundlich wie möglich aus dem Haus und vom Gelände verwiesen. Er ist dann auch ohne jegliche weitere Diskussion gegangen.</p>
<p>Daraufhin bin ich dann in unsere Küche gegangen, da ich von dort aus durch das Fenster beobachten konnte, ob er auch wirklich vom Gelände gehen würde. Was er auch tat. Als ich gerade wieder zu meiner Wäsche gehen wollte, kam dann unserer neuster Mitkommunarde herein und fragte mich: »Du sag mal, kennst du einen älteren Mann, der bei uns sein Wäsche wäscht?«</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=820&amp;md5=9a191202bac6d9d1730e648a8424fcb0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Was haben Internet und Kommune gemeinsam?</title>
		<link>http://zellmi.de/2011/09/was-haben-internet-und-kommune-gemeinsam/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 14:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Alternatives Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hierarchiefreiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin ein in einer Gemeinschaft lebender Informatiker. Beides ist mir nicht unbedingt in den Schoss gefallen; und der zu beschreitende Weg, der mich dies heute resümieren lässt, war alles andere als geradlinig. Ich habe auf diesem Weg vieles kennen und oft auch schätzen gelernt, doch ist mein höchster Bildungsabschluss der eines Diplom-Informatikers und auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich bin ein in einer Gemeinschaft lebender Informatiker. Beides ist mir nicht unbedingt in den Schoss gefallen; und der zu beschreitende Weg, der mich dies heute resümieren lässt, war alles andere als geradlinig. Ich habe auf diesem Weg vieles kennen und oft auch schätzen gelernt, doch ist mein höchster Bildungsabschluss der eines Diplom-Informatikers und auch lebe ich heute in einer Kommune. Das bringt mich zu der Frage, was gerade diese beiden gemein haben? Warum Informatiker? Und warum Kommune?</strong></p>
<p>Eigentlich war ich bis Mitte der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts auf bestem Wege Ingenieur zu werden. Mein Vordiplom im Fachbereich Energie- und Wärmetechnik hatte ich bereits in der Tasche. Dann passierten innerhalb weniger Monate ein paar entscheidende Dinge: Zunächst entdeckte ich das Internet, dann geriet ich in eine Protestwelle gegen untragbare Studienbedingungen und in deren Folge in eine verantwortliche Position der Studierendenvertretung meiner Fachhochschule. Für diese Aufgabe lies ich sogar mein Studium ruhen. Dieses Intermezzo gepaart mit der Erkenntnis, dass es mir leicht fiel mit dem Internet und am World Wide Web (WWW) zu arbeiten, lies mich dann kurzerhand mein Energie- und Wärmetechnik-Studium abbrechen und ein Informatik-Studium beginnen; als Mittel zum Zweck. Denn ich wollte nicht Informatiker werden, um klassische Software zu entwickeln, ich wollte das Internet mit weiterentwickeln. Somit war es, genau genommen, das Internet, dass mich die Energie aufbringen lies, ein Informatik-Studium abzuschließen.</p>
<p>Was haben also Internet und Kommune gemeinsam? Bei genauer Betrachtung Grundlegenderes als man zunächst denken mag. Eine Kommune ist eine Gemeinschaft. Der Duden definiert Gemeinschaft u.a. erstens als <em>das Zusammensein, -leben in gegenseitiger Verbundenheit</em> und zweitens als <em>Gruppe von Personen, die durch gemeinsame Anschauungen o. Ä. untereinander verbunden sind</em>. Hinzu kommt bei einer Kommune, dass diese Zusammenleben frei von Hierarchien sein soll. Denn Hierarchien sind meist mit Verhältnissen von Herrschaft und Autorität verbunden. Die Grundlage von Herrschaft ist Gehorsam, also prinzipiell das Befolgen von Geboten oder Verboten. In einem System von Herrschaft und Gehorsam sind die Menschen nicht frei und nicht gleich. Dabei heißt es in der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im ersten Artikel: <em>»Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.«</em></p>
<p>Bei Betrachtung des Internet als ein Netzwerk von Netzwerken, welche, wie ihre Knotenpunkte, durch die Anwendung des Internetprotokolls (IP) untereinander verbunden sind, lassen sich durchaus Parallelen zu den Definitionen für Gemeinschaft ziehen. Jeder Knoten ist in einem solchen System im übertragenen Sinn selbst dafür verantwortlich, dass er an diesem weltweiten Netzwerk teilhaben kann. Ein genau definiertes Protokoll (TCP/IP) bildet dazu die Grundlage; und auf dieser einen Basis sind dann die vielen und vielfältigen Dinge möglich, wie sie für immer mehr Menschen tagtäglich nutzen, verrichten oder konsumieren. Beispiele hierfür sind das WWW, E-Mail, Telefonie oder Radio und Fernsehen.</p>
<p>Eine Gemeinschaft wie etwa eine Kommune ist vom Prinzip her auch eine Netzwerk von Menschen; die im Detail zum Teil sehr unterschiedliche Dinge tun können, aber in einem sich aufeinander beziehenden Rahmen. Damit dieser Rahmen bzw. das System nicht gesprengt wird, also stabil ist, muss das Zusammenspiel in einer solchen Gemeinschaft funktionieren. Dazu ist es hilfreich, dass grundlegende Absprachen getroffen werden, die sich in der Summe auch als Protokoll bezeichnen lassen können. Wie zuvor angedeutet, fehlt es einem System an Hierarchiefreiheit, bei dem diese Absprachen zentral oder von Außen überwacht werden. Daraus folgt, dass diese Absprachen von jedem Knoten des Netzwerks, also bei einer Gemeinschaft, von jedem Gruppenmitglied mitgetragen und im Zusammenwirken als Gruppe bzw. Gruppenbestandteil eingehalten werden müssen. Die Motivation einer Person, Teil eines Gemeinschaftsnetzwerks zu sein, muss somit intrinsisch sein; also ihrer selbst willen bzw. aus sich heraus. So sind dann auch im Rahmen einer solchen hierarchiefreien Gemeinschaft ebenfalls viele und vielfältige Dinge möglich.</p>
<p>Das Internetprotokoll bildet als technische Basis für die Teilhabe an den Diensten des Internets  eine zentrale und wichtige Rolle, derer sich die wenigsten seiner Nutzenden im tägliche Umgang damit bewusst sind. Doch spielt es für den Vergleich von hierarchiefreien Gemeinschaften und IP-basierten Netzwerken nur eine untergeordnete Rolle, ob sich die Nutzer und Nutzerinnen bewusst sind, dass es so etwas wie ein Internetprotokoll gibt. Es ist diesbezüglich viel relevanter, dass die von ihnen genutzte Software, nur deshalb als Internet-Knotenpunkte funktionieren, weil sie von sich aus die Verabredung namens Internetprotokoll einhalten. Darauf sind  sie programmiert. Andere Bezeichnungen für Programm sind Manifest bzw. Grundsatzerklärung.</p>
<p>Eine Grundsatzerklärung ist für eine hierarchiefrei lebende Gemeinschaft ebenso das Fundament gemeinsamen Zusammenlebens, wie das Internetprotokoll das Fundament für die Nutzung des Internets ist. Sie bildet grundlegende Absprachen ab, auf deren Einhaltung sich alle Gruppenmitglieder prinzipiell verlassen können und die sie unüberprüft von sich aus einhalten. Darauf muss sich jedes Mitglied verlassen können, damit sich alle Gruppenangehörigen vertrauen können. Durch von allen Mitgliedern intrinsisch gelebte Grundsätze bekommt die Gruppe Halt und die einzelnen Menschen Sicherheit. Weiter bilden sie in erster Linie das Fundament einer Gemeinschaft und können somit für den Alltag Richtschnur sein. Optimalerweise gibt eine Grundsatzerklärung als Fundament Halt und Sicherheit, ist jedoch als Richtschnur flexibel. D.h. wirklich Grundlegendes ist nicht leicht veränderbar; den Alltag prägen flexiblere Handhaben. Zusammen bilden Grundlagen und Handhaben einen verlässlichen, aber undogmatischen Rahmen für das Zusammenwirken von Gruppen.</p>
<p>Wichtig ist hierbei, dass jedes Gruppenmitglied aus freien Stücken Teil der Gemeinschaft und der internen und externen Prozesse ist. Die Teilnahme von einzelnen Menschen oder Untergruppen an Gruppenprozessen ist optimalerweise immer transparent. So wissen die anderen Mitglieder immer, wer aktuell gerade einem Prozess teilnimmt bzw. daran interessiert ist. Dies dient der Vertrautheit bzw. Verbundenheit, die als Basis für eine Zuverlässigkeit unabdingbar ist. Wissen alle an Gruppenprozessen Beteiligten um die intrinsische Motiviertheit der jeweils anderen, so ersetzt dieses Vertrauen Kontrolle. Hierarchiefreie Gemeinschaften werden also durch Vertrauen, Zuverlässigkeit und beiderseitig bewussten Zugehörigkeitswillen geprägt; und da es sich um eine Netzwerk von Menschen handelt, und nicht von Computersystemen, ist zudem gegenseitiges Wohlwollen von großer Bedeutung, damit ein undogmatisches und bedürfnisorientiertes Zusammenleben möglich ist.</p>
<p>Nach dieser näheren Betrachtung von Internet und Kommune, ist es bei all den gefundenen Parallelen nicht weiter verwunderlich, dass gerade diese beiden Themenkomplexe für mich von so großer Wichtigkeit geworden sind. Und dies sogar ohne die Entwicklung des Internets und der es weiterentwickelnden Internet Society als gemeinnützige Organisationsform anzuführen, welche erstaunlicherweise, trotz ihrer weltwirtschaftlichen Bedeutung, grundsätzlich erhalten werden konnte.</p>
<p>Als Abschluss dieser Betrachtungen möchte ich noch zwei Zitate anführen. Ersteres ist vom  türkischer Dichter <em>Nâzım Hikmet</em> und das zweite wird <em>Konfuzius</em> zugeschrieben:</p>
<blockquote><p>»Leben, einzeln und frei wie ein Baum, und geschwisterlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht.«</p></blockquote>
<blockquote><p>»Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen.«</p></blockquote>
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		<title>Ist unser Kommune-Weg doch noch nicht beendet?</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 10:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommune]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerade fühle ich mich ein bisschen wie im Auge eines Hurrikans. Im Prinzip ist es derzeit ziemlich ruhig. Zwar kommuniziere ich in den letzten Wochen ziemlich intensiv, aber ansonsten erscheint mir mein Leben aktuell wie in Watte gepackt. Doch steht Natali und mir eine vielleicht wichtige Woche bevor. Wir werden nämlich am Montag in die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade fühle ich mich ein bisschen wie im Auge eines Hurrikans. Im Prinzip ist es derzeit ziemlich ruhig. Zwar kommuniziere ich in den letzten Wochen ziemlich intensiv, aber ansonsten erscheint mir mein Leben aktuell wie in Watte gepackt. Doch steht Natali und mir eine vielleicht wichtige Woche bevor. Wir werden nämlich am Montag in die Kommune Niederkaufungen fahren und dort eine Woche mitleben und -arbeiten. Anschließend werden wir an dem Wochenende zu einem Treffen der Hubenthalhof-Gründungsgruppe in Oberkaufungen gehen.</p>
<p>Nach unserem ersten Impuls, uns ganz aus dem Leben in Gemeinschaft zurückzuziehen und wieder in trauter Zweisamkeit zu leben, haben uns diverse Gespräche und auch viele Momente der Ruhe zu der aktuell gültigen Erkenntnis gebracht, dass wir auch noch in einem halben, einem oder zwei Jahren in diese von mir so genannte &#8220;bürgerliche Leben&#8221; zurückkehren können. Vor allem auch aus der Erkenntnis heraus, dass wir wohl kein zweites Mal die Kraft für einen solchen Wechsel aufbringen würden.</p>
<p>Im Moment versuche ich ganz viel Mut zu sammeln. Denn aktuell weiß ich beim besten Willen nicht, wo unsere Reise hingehen wird. Nachdem ich vergangene Woche mein erstes Vorstellungsgespräch bei einer Agentur hatte, Natali und ich uns mit guten Freunden über eine Art Nachbarschaftsgemeinschaft ausgetauscht haben und ich mir u.a. auch schon etwas konkreter überlegt hatte, aus meiner Freiberuflichen Tätigkeit eine Internet-Agentur zu machen, war ich Ende letzter Woche auch noch mal ein paar Tage in Niederkaufungen. Dort in der Kommune bin ich im letzten Jahr ziemlich häufig gewesen. Allgemein gibt es ja auch eine gemeinsame Geschichte von mir/uns und dieser Gemeinschaft. Zunächst war sie lange Zeit (nur) der Wohnort meiner Tante und ihrer Familien gewesen, dann haben Natali und ich uns gegen Ende unseres Studiums schon einmal sehr intensiv damit beschäftigt, dort einzusteigen. Doch fühlt es sich für mich inzwischen ganz anders an, dort zu sein. Ich spüre, dass ich mit einer ganz anderen Souveränität dort bin, als vor gut fünf, sechs Jahren.</p>
<p>Aber auch das Hubenthalhof-Projekt finde ich spannend. Er ist ein weiterer Baustein, der die Kassler Region zu einem wirklich interessanten Gebiet für alternatives Leben macht. Dort gibt es schon jetzt drei <a href="http://www.kommuja.de/" title="Kommuja Website" target="_blank">Kommuja-Kommunen</a> und einige weitere alternative Projekte. Und auf dem alten Gutshof am östlichen Ende könnte ein wirklich schöner und spannender Ort zum Leben entstehen.</p>
<p>Ihr merkt sicherlich auch, dass es derzeit keine gefestigten Landmarken für den Weg gibt, auf den wir uns mit dem angekündigten Ausstieg aus der KoWa gemacht haben. Es ist nicht immer einfach etwas Abseits der gesellschaftlichen Konformität zu leben, denn die Wege hier sind kaum beschritten und die Verlockungen des Individualismus sind groß.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=793&amp;md5=d6f3ea823343c81efe2723ce373fcddb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jedem Ende wohnt ein Anfang inne&#8230;</title>
		<link>http://zellmi.de/2011/08/jedem-ende-wohnt-ein-anfang-inne/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 18:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstieg]]></category>
		<category><![CDATA[KoWa]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; so soll zumindest Herrmann Hesse einst gesagt haben. Und ich hoffe er hatte recht damit; denn Natali und ich haben uns entschieden, wieder aus der Kommune auszusteigen. Den Anderen hier haben wir es vergangenen Dienstag gesagt, und in den letzten Tagen habe ich einige Freunden und Verwandten eingeweiht. Hinzu kamen viel und zum Teil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8230; so soll zumindest Herrmann Hesse einst gesagt haben. Und ich hoffe er hatte recht damit; denn Natali und ich haben uns entschieden, wieder aus der Kommune auszusteigen.</strong></p>
<p>Den Anderen hier haben wir es vergangenen Dienstag gesagt, und in den letzten Tagen habe ich einige Freunden und Verwandten eingeweiht. Hinzu kamen viel und zum Teil sehr lange Gespräche mit meinen MitbewohnerInnen. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ihre Reaktionen eine weite Bandbreite aufwiesen; von Trauer und Wut bis hin zu Verständnis und Dankbarkeit für die gemeinsam verbrachte und gestaltete Zeit.</p>
<p>Derzeit möchte ich zu den Gründen unseres bevorstehenden Ausstiegs nur sagen, dass es weniger das Große und Ganze ist, was uns nicht mehr an eine Zukunft hier in der KoWa glauben lässt. Es ist eher eine Mixtur aus vielen Details, Auslegungssachen und zum Teil auch nur aus Kleinigkeiten, die sich im Alltag jedoch immer wieder aufschaukeln oder anhäufen.</p>
<p>Derzeit habe ich jedoch das Gefühl, dass wir hier im Guten gehen werden können. Ob es dann auch gut war, wieder zu gehen, wird sich mit der Zeit zeigen. Da wir noch nicht wissen, ob für uns das Thema Gemeinschaft grundsätzlich vom Tisch ist, oder ob wir uns an diesem Punkt erst einmal lediglich von dieser einen Gemeinschaft verabschieden, werden wir nun fürs Erste wieder in ein recht &#8220;bürgerliches&#8221; Leben zurückkehren. Dort gilt es dann zu reflektieren und überlegen, wie es mit uns dauerhaft weitergehen soll. </p>
<p>Dazu werde ich mich zunächst auf die Suche nach einer Festanstellung als Informationsarchitekt machen, vorzugsweise in Hessen. Das Rheinland oder das Ruhrgebiet sind durchaus aber auch denkbar. Ich hoffe, mir die Stelle auch ein bisschen danach aussuchen zu können, dass sie nicht all zu weit von einem guten Ort entfernt ist, an dem Natali ihre weiter Töpferei aufziehen kann. Alles weitere werden wir dann sehen. Der Zeitraum in dem das alles von statten gehen soll bzw. muss, ist noch nicht abgesteckt, aber derzeit gehe ich davon aus, dass wir in diesem Herbst noch umziehen werden.</p>
<p>Für fast alle, mit denen ich in der Zwischenzeit kommuniziert habe, kam das sehr überraschend. Sicher auch, weil ich auch mir selbst gegenüber, lange nicht wirklich eingestehen konnte, dass dieser Traum platzen könnte. Als ich diese Erkenntnis dann vor nicht all zu langer Zeit an mich rangelassen habe, ging dies gleich auch einher mit Selbsterkenntnis, dass ich wieder aus der KoWa aussteigen möchte. Und da auch Natali diesen Wunsch zu großen Teilen mittragen konnte, ist unsere Entscheidung dann auch recht postwendend gefallen.</p>
<p>Jetzt habe ich mich mit wahrlich sehr gemischten Gefühlen rumzuschlagen. Jedoch herrscht vor allem das Gefühl der Erleichterung vor &#8230; und das das Richtige zu tun. Hoffentlich ist es auch so. Drückt uns die Daumen&#8230;</p>
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		<title>Etwas denken können</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 17:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Etwas denken können]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinsame Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Intellektuell]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich schon mal wenigstens ein bisschen mit dem Thema des Bedingungslosen Grundeinkommens beschäftigt hat, kennt sicher auch Götz Werner und hat dann sehr wahrscheinlich auch schon mal seine gebetsmühlenartige vorgetragene Aussage gehört: «Man muss ein bedingungsloses Grundeinkommen erst einmal denken können.» Dieses &#8220;Etwas denken können&#8221; ist mir am Wochenende auch wieder in den Sinn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich schon mal wenigstens ein bisschen mit dem Thema des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen">Bedingungslosen Grundeinkommens</a> beschäftigt hat, kennt sicher auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Werner">Götz Werner</a> und hat dann sehr wahrscheinlich auch schon mal seine gebetsmühlenartige vorgetragene Aussage gehört: «Man muss ein bedingungsloses Grundeinkommen erst einmal <em>denken können</em>.»</p>
<p>Dieses &#8220;Etwas denken können&#8221; ist mir am Wochenende auch wieder in den Sinn gekommen, als ich auf einem Treffen von Menschen war, die wie ich in einer dem <a href="http://www.kommuja.de">Kommuja-Netzwerk</a> zugehörigen Kommune leben. Konkret ging es in diesem Moment thematisch um eine gemeinsame Ökonomie von mehreren Kommunen bzw. aller in diesem Netzwerk zusammengeschlossenen Gemeinschaften. </p>
<p>Dabei ist mir aufgefallen, dass in dieser Runde scheinbar kaum jemand eine solche interkommunäre Ökonomie <em>denken konnte</em>. Auch wenn dort alle schon heute eine gemeinsame Ökonomie innerhalb ihrer Kommune leben.</p>
<p>Mit dieser intellektuell anspruchsvollen Erkenntnis, bin ich dann wieder in die KoWa zurückgekehrt. Und beim Nachdenken über dieses <em>Etwas denken können</em>, sind mir zahlreiche Beispiele aus meinem bisherigen Leben eingefallen. So habe ich immer dann in besonders erfolgreichen Mannschaften Fußball gespielt, wenn diese, die Taktik des Trainers <em>denken konnte</em>. Auch konnte ich in meiner Tätigkeit als Konzepter von Webprojekten immer dann ein innovatives Konzept an den Kunden bringen, wenn ich merkte, dass die VertreterInnen der Kundenseite, dieses <em>denken konnten</em>. Und hier der Kommune kenne ich dieses Phä­no­men auch aus Plena und Kleingruppen.</p>
<p>Nun habe ich gerade eben gelesen, dass Paul Kirchhof mal wieder mit dem Vorschlag eines <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,771006,00.html">radikal vereinfachten Steuerkonzepts</a> in den Schlagzeilen ist. Auch hier gibt es wieder allenthalben viele &#8220;Abers&#8221; und &#8220;Wenns&#8221; und ich befürchte, dass es auch hier wieder Probleme mit dem dieses Konzept <em>Denken können</em> geben wird. </p>
<p>Bei den vielen dieser Beispiele, ist es auch oftmals die Vereinfachung, die den Menschen die meisten Schwierigkeiten zu machen scheint. Kann es sein, dass in unserer Gesellschaft auch an analytischen Fähigkeiten fehlt? Einer Sache auf den Grund gehen, sie in ihre Bestandteile gedanklich zerlegen können, um sie dann richtig erfassen &#8230; also <em>denken zu können</em>? </p>
<p>Bei dem, was ich in den letzten Jahren über unser Bildungs- und Schulsystem erfahren und gehört habe, würde mich das nicht weiter wundern. Da wurde bzw. wird viel zu stark auf Fakten-Vermittlung statt auf Problemlösungskompetenzen gesetzt. Aber auch unsere BildungspolitikerInnen und -fachkräfte müssen diesen Paradigmenwechsel auch erst einmal <em>denken können</em>. Oder?!</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=764&amp;md5=1301f140fccb9e1eeed7bde069ad4212" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Los ging&#8217;s</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jun 2011 21:17:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Alternatives Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Los geht's]]></category>
		<category><![CDATA[Oberkaufungen]]></category>
		<category><![CDATA[Orga]]></category>
		<category><![CDATA[Treffen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir ist es an dieser Stelle sehr wichtig, zu meiner Zeit auf dem Los Geht&#8217;s, welches über Pfingsten auf einem alten Gutshof in Oberkaufungen stattfand, mehr zu schreiben, als dass es klasse und eine tolle Erfahrung war. Doch muss ich jetzt erst einmal sagen, dass das Los Geht&#8217;s wirklich klasse war und eben auch eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mir ist es an dieser Stelle sehr wichtig, zu meiner Zeit auf dem Los Geht&#8217;s, welches über Pfingsten auf einem alten Gutshof in Oberkaufungen stattfand, mehr zu schreiben, als dass es klasse und eine tolle Erfahrung war. Doch muss ich jetzt erst einmal sagen, dass das Los Geht&#8217;s wirklich klasse war und eben auch eine tolle Erfahrung.</strong></p>
<p><a href="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2011/06/losgehts-pola.jpg"><img src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2011/06/losgehts_thumb.jpg" alt="" title="Los ging&#039;s" width="204" height="236" class="alignleft size-full wp-image-747" /></a>Das Los Geht&#8217;s ist ein Treffen von Menschen, die in Kommune leben, für Menschen, die an einem solchen Leben interessiert sind. Ich habe hier schon an der <a href="http://zellmi.de/2009/06/02/mal-wieder-kommunen-luft-geschnuppert/">einen</a> oder <a href="http://zellmi.de/2010/05/15/kurzbesuch-auf-dem-los-gehts/">anderen</a> Stelle schon mal über die Los Geht&#8217;s der vergangenen Jahre berichtet. Vor zwei Jahren waren Natali und ich als Gemeinschaftsuchende auf dem Los Geht&#8217;s und im letzten Jahr schon als KommunardInnen. Und in diesem Jahr habe ich noch ein drauf setzen können, indem ich die Veranstaltung mitorganisiert habe. Ich war im Vorfeld vor allem für die <a href="http://www.losgehts.eu/">Website</a> und die darüber laufende Anmeldung zuständig.</p>
<p>Zum Los Geht&#8217;s selbst, dass von Freitag (10. Juni) bis Montag (13. Juni) ging, bin ich persönlich am Mittwoch davor angereist. Da hatten andere, vornehmlich aus den Gemeinschaften in <a href="http://www.kommune-niederkaufungen.de/">Niederkaufungen</a>, <a href="http://www.villa-locomuna.de/">Kassel</a> und <a href="http://www.gastwerke.de/">Escherode</a>, schon zwei Tage und einmal eine ganze Woche im Februar auf dem Gelände des alten Gutshof gerackert und geackert &#8230; letzteres kann mensch dabei ruhig wörtlich nehmen.</p>
<p>Eben dieses gemeinschaftliche Arbeiten ist für mich auch das, was das Los Geht&#8217;s für mich zu etwas ganz besonderem gemacht hat. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus einem seit Jahren brach liegenden 10.000qm Gelände eine Veranstaltungsort, an dem gut 300 Menschen mehrere Tage Erfahrungen austauschen, diskutieren und feiern konnten. Ohne, dass es dabei welche gegeben hätte, die uns anderen gesagt hätten, wo es lang geht und wie irgendwas zu erledigen ist. Das war wirklich sehr beeindruckend!</p>
<p>Auf dem Los Geht&#8217;s selbst habe ich leider nur zu drei (und zwei davon waren zur Vorstellung der KoWa) der zahlreichen Workshops gehen können, da ich als Mitglied des Orga-Teams allerhand zu tun hatte, wie z.B. Dienst am Kiosk oder Infostand zu machen oder am Freitag Abend zusammen mit einer weiteren Frau aus dem Orga-Team das Eröffnungsplenum zu leiten. Zur Kurzvorstellung der KoWa am Samstag Morgen führte ich mit Elke zusammen einen kleinen Sketch auf, bei dem ich meine Kommune-Diplomprüfung abzulegen hatte und dabei mit meinem Wissen über die KoWa glänzen durfte. Auch das hat sehr viel Spaß gemacht.</p>
<p>Der einzige Workshop, den ich quasi &#8220;nur&#8221; als Teilnehmer besucht habe, beschäftigte sich mit dem überaus spannenden Thema der kommuneübergreifenden gemeinsamen Ökonomie. Auf diesem Gebiet gibt es zwischen einzelnen Gemeinschaften einige zarte Pflänzchen, die meiner Ansicht nach jedoch nur ein ersten Anfang sein können. Dieser Workshop soll jedoch eine Vertiefung finden, auf dem Kommune-Treffen kommende Woche in der Kommune Niederkaufungen. Es wird eben nie langweilig &#8230; glaubt es mir.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=742&amp;md5=a59e9932b5c6eadd89aa13b5c0b15d30" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Jahr KoWa</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 21:34:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommune]]></category>
		<category><![CDATA[Fürsprecher]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrestag]]></category>
		<category><![CDATA[KoWa]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[So liebe Freunde &#8230; 365 Tage sind es nun, die Natali und ich nun in der Kommune Waltershausen leben. Einmal Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Zur Feier des Tages haben sie uns heute Abend auch beim Phase 10 spielen gewinnen lassen. Zudem wurde ich heute von einem Interessierten gefragt, ob ich sein Fürsprecher sein möchte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zellmi.de/wp-content/uploads/2011/04/rose.jpg" alt="" title="Rose" width="560" height="200" class="alignnone size-full wp-image-717" /></p>
<p>So liebe Freunde &#8230; 365 Tage sind es nun, die Natali und ich nun in der Kommune Waltershausen leben. Einmal Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Zur Feier des Tages haben sie uns heute Abend auch beim <em>Phase 10</em> spielen gewinnen lassen. Zudem wurde ich heute von einem Interessierten gefragt, ob ich sein Fürsprecher sein möchte. Ich habe übrigens Ja gesagt … und mich darüber gefreut.</p>
<p>Und als ob das alles noch nicht reichen würde, wurde heute auf <a href="http://digitalesgrundrauschen.de/dg17-alternativitaten/">digitalesgrundrauschen.de ein Podcast</a> veröffentlicht, in dem u.a. mein Mitbewohner Max und ich über die Kommune und das Leben und Arbeiten hier berichten.</p>
<p>Ich bin schon mal auf das zweite Jahr hier gespannt. Mir wurde berichtet, dass viele, die wieder aussteigen, dies gerne mal so nach gut eineinhalb Jahren tun. Was ich derzeit jedoch noch nicht vorhabe. Es ist zugegebenermaßen nicht immer einfach hier. Aber wo ist es das schon?</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=715&amp;md5=fb627142351f15f3674ca028d2bd4543" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schnupperwochenende</title>
		<link>http://zellmi.de/2011/04/schnupperwochenende/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 15:59:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zellmi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommune]]></category>
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		<category><![CDATA[Seminar]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Spätsommer 2009 waren Natali und ich als Schnuppergäste zum ersten Mal ein Wochenende hier in der KoWa. Dies war damals für uns eine wichtige Erfahrung, haben wir doch so einen ersten, aber doch recht intensiven Eindruck von unserem heutigen Zuhause bekommen können. Nun standen am vergangenen Wochenende, auf unsere Einladung hin, wieder ein gutes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Spätsommer 2009 waren Natali und ich als Schnuppergäste zum ersten Mal ein Wochenende hier in der KoWa. Dies war damals für uns eine wichtige Erfahrung, haben wir doch so einen ersten, aber doch recht intensiven Eindruck von unserem heutigen Zuhause bekommen können.</p>
<p>Nun standen am vergangenen Wochenende, auf unsere Einladung hin, wieder ein gutes Dutzend Schnuppergäste bei uns auf der Matte, um ihrerseits die KoWa kennenzulernen. Und auch diesmal habe ich an dem Schnupperwochenende teilgenommen, nur dass ich diesmal die Seiten getauscht hatte und einer von zwei Gastgebern war – zum für mich ersten Mal. <span id="more-709"></span></p>
<p>Hatten sich zwischenzeitlich sogar 16 Erwachsene angemeldet, waren es dann am vergangenen Freitag noch 13 Erwachsene und zwei Kinder, die uns beschnuppern wollten. Ärgerlicherweise haben dann aber noch vier Männer am Vormittag des Freitags abgesagt, so dass wir dann schlussendlich mit einer deutlich kleineren Gruppe als geplant, das erste gemeinsame Essen in unserem ehemaligen Gemeinschaftsraum einnahmen. Dieser doch recht große Raum war bis Mai 2009 der örtliche Mittelpunkt der KoWa und wird heute von uns als eine Art Allzweckraum genutzt. Unter anderem finden da neben unseren Seminaren, auch Dodos Yogakurse statt und wir hatten dort bei der Fußball WM 2010 aber z.B. auch unser KoWa-WM-Studio eingerichtet.</p>
<p>Am Freitag Abend starteten wir das Programm mit einer Vorstellungsrunde mit den Gästen und den Leuten aus der KoWa, in der wir berichteten, was wir hier so machen, und die Gäste erzählten, warum sie Interesse an einem gemeinschaftlichem Leben haben. Danach hockten einige noch gemütlich im Alten Gemeinschaftsraum zusammen, während andere sich aufmachten die Offene Bühne in unsere Kneipe zu stürmen.</p>
<p>Für den Samstag morgen hatte ich mich dann mit einem Gästepaar zum Frühstück machen verabredet. Leider begrüßten mich die Beiden mit dem Entschluss, am Nachmittag schon wieder abreisen zu wollen. Auf die doch recht persönlichen Gründe möchte ich hier nicht weiter eingehen. Nur soviel sei gesagt, dass sie mir glaubhaft versichert haben, dass sie nicht wegen der KoWa oder dem bisherigen Verlauf des Schnupperwochenendes abgereist sind, sondern vorwiegend wegen der zahlreichen Eindrücke, die sie auf ihrem noch recht jungen Weg aus ihrem schon lange praktiziertem bürgerlichen Leben gewonnen hatten. </p>
<p>Nach dem Frühstück haben wir dann ein wenig über die Geschichte der KoWa erzählt und daran anschließend mit unseren Gästen eine Führung über das Gelände und die Gebäude gemacht. Nach dem Mittagessen folgte ein längerer Theorieteil zur Gemeinsamen Ökonomie, nach dem wir einen eben so langen Spaziergang durch den Ort und Teile des angrenzenden Thüringer Waldes gemacht haben. Davon hungrig, konnten wir uns danach direkt auf das schon bereitstehende Abendessen stürzen. Doch damit war der Schnuppertag noch nicht zu Ende. Es folgte nämlich noch ein Theorieteil über den Einstiegsprozess in die KoWa. Anschließend gab es, wie immer an den Schnupperwochenenden, noch eine Menge zu bequatschen. Was wir dann auch in gemütlicher Runde ausgiebig gemachten.</p>
<p>Gejetlagt von der Zeitumstellung begann unser Sonntag nur zum Teil mit einem gemeinsamen Frühstück, und der für 10 Uhr vorgesehene Theorieteil zum Konsensprinzip, erst um kurz vor elf. Die verlorene Zeit holten wir auch nicht mehr auf, so dass die anschließend geplante Feedback- und  Fragen-Runde deutlich reduzierter ausfiel als geplant.</p>
<p>Erschöpft aber durchaus zufrieden, machte ich mich dann nach dem Mittagessen noch an meinen Teil der Aufräumarbeiten und gönnte mir dann nicht nur einen freien Nachmittag, sondern erkläre den nachfolgenden <strike>Monat</strike> Montag zu meinem persönlichen Sonntag.</p>
<p>Trotz der Absagen im Vorfeld und der vorzeitigen Abreise von zwei Schnuppergästen, haben wir gute Rückmeldungen von unseren Gästen bekommen, die sich durchaus auch mit meinem Eindruck deckten. Doch bin ich froh, dass <a href="http://www.kommune-kowa.de/2010/11/termine-2011/">die beiden Schnupperwochenenden im Juli und November</a> von anderen KommunardInnen durchgeführt werden. Aber im kommenden Jahr möchte ich schon gerne noch mal eins mitorganisieren und -betreuen. Denn auch wenn es anstrengend war, so habe ich das Wochenende trotzdem sehr genossen.</p>
 <p><a href="http://zellmi.de/?flattrss_redirect&amp;id=709&amp;md5=d08613748615514595e448a312e681cb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zellmi.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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