Krise, Krise, Krise … überall

massen

Eine Gesellschaft wächst nicht auf den Bäumen … und eine globale wie unsere schon mal gar nicht. Sie entsteht durch das Zusammenwirken von Menschen. Wobei ich den Begriff „Zusammenwirken“ durchaus bewusst völlig neutral verstanden haben möchte und seine inhaltliche Bandbreite von „Massenmord“ und „World Wide Web“ bis „liebevolle Zweierbeziehung“ und „Vernachlässigung von Schutzbefohlenen“ geht.

Heißt im Umkehrschluss, wir Menschen gestalten unser Zusammenleben. Bzw. wir haben vieles davon schon gestaltet. Wir haben Infrastrukturen geschaffen und wir schaffen täglich Neues. In den letzten Jahrzehnten haben wir Kommunikations- und Fortbewegungsinfrastrukturen etabliert, die uns … wohl eher unbewusst und durchs Hintertürchen … eine wirklich globalisierte Gesellschaft eingebracht hat.

Globalisierte Gesellschaft. Das hört sich monolithischer an, als es ist. Es handelt sich eher um viele lokale, informelle bzw. sonstige in sich zusammengehörige und vergleichsweise kleinere Gesellschaften. Wobei die gesellschaftlichen Systemgrenzen gegenwärtig gerade im lokalen Kontext immer mehr aufgeweicht werden. Was eindeutig auch eine Folge der Globalisierung ist.

Nimmt man aber mal alles zusammen, dann haben wir keine einheitliche globale Gesellschaft, sondern eine Inter-Gesellschaft. Also viele Einzelgesellschaften, die wiederum miteinander vernetzt sind und in Beziehungen stehen … inklusive aller Schnittmengen. Wobei die Beziehungen, man kann sie auch als Schnittstellen bezeichnen, nur selten wirklich ganzheitlich definiert sind. Ein Ausdruck, der das alles auch beschreiben könnte ist: Globales Chaos.

Mich erschreckt der Ausdruck weniger als ich erwartet hätte. Denn mit Chaos kann man umgehen. Okay, man kann es nicht kontrollieren, aber man kann bzw. man könnte die Grundparameter beeinflussen. Aber das tun wir nicht. Zumindest nicht in ausreichendem Mass und sicher auch nicht in irgendeiner Form zielgerichtet. Wir lassen uns von Menschen und Institutionen mit Macht und/oder Geld an unserer Inter-Gesellschaft rumdoktern.

Was wir aber brauchen sind gemeinsame Spielregeln. Und damit meine ich weniger Regulierungen im Detail, die finden sich dann schon. Wir brauchen weltweite Spielregeln wie sie zum Beispiel die Menschenrechte aus der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sind. Wir brauchen ein einheitliches Steuer- und Einkommenssystem wie es z.B. das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens beschreibt. Wir brauchen eine funktionierende Banken-Infrastruktur … weit unterhalb der pathologischen Mechanismen des „Turbokapitalismus“. Wir brauchen funktionierende und freie, d.h. uneingeschränkte Kommunikationsinfrastrukturen. Wir brauchen Rechtsstaatlichkeit und wir brauchen „Good Will“. Damit meine ich, dass wir überhaupt miteinander in Frieden und Freiheit leben wollen … alle und global.

Dazu müssen wir mit Sicherheit erst einmal Machtstrukturen und damit auch Abhängigkeiten abbauen … ob finanzieller oder auch psychisch Art. Zuviel Menschen müssen irgendwelchen Mist machen, weil sie das Geld für ihren Lebensunterhalt irgendwie zusammenbekommen müssen. Oder sie stehen im Bezug auf ihre Versorgung mit grundlegenden Gütern des Alltags in einer Abhängigkeit zu Menschen z.B. aus der eigenen Familie.

Wenn ich mir das alles nun noch mal durch den Kopf gehen lasse, dann können wir guter Dinge sein, dass die Krise im Bezug auf die angesprochenen Problem wirklich ein Chance sein könnte. Denn wohl nie standen die etablierten und oftmals verkrusteten Strukturen so sehr in der Kritik wie heute. Doch glaube ich aber nicht, dass es jetzt einen „Big Bang“ geben wird. Wir werden nicht in ein paar Jahren in einer tollen neuen globalen Gesellschaft leben. Aber auf eine Kurskorrektur dürfen wir schon hoffen. Zumindest erkenne ich diese Chance … in dieser Krise.

Ein Gedanke zu „Krise, Krise, Krise … überall“

  1. Ja Ja Ja aber…
    im globalen denke ich trifft es den kern der sache. problematisch ist aber das das gerüst gefüllt ist von menschen und diese entwickeln eine nicht ganzheitliche sicht der lebensräume und qualitäten. dadurch hat sich macht und kapital über zufriedenheit erheben können. das ganze fängt bei der erhebung der menschen über andere lebewesen und pflanzen an und endet nicht mal bei unterschiedlichen religiösen auslegungen der rechte die menschen in einer globalen gesamtsicht haben.

    ein gemeinsames wertegebilde wie die menschenrechte wäre schön aber leider funktioniert nicht mal das wenn man sich zb die amerikanische gesellschaft und ihre private auslegung der foltermethoden etc anschaut. also auch demokratische strukturen scheinen nicht geeignet hier abschliessend eine lösung bereit zu halten obgleich ich sehr froh bin in einer demokratischen struktur zu leben.

    deutlich wichtiger scheint mir das wir endlich eine einsicht in die verteilungsgerechtigkeit bekommen und der „kuchen“ gleich geteilt wird. dazu muss die globale gesellschaft allerdings erst einmal so einen dämpfer bekommen das sie wieder merkt das man auch mit wenigen dingen sein leben bestreiten kann und zufriedenheit nicht an konsumgütern festgemacht werden kann. wenn wir das schaffen und das prinzip angst von den menschen nehmen dann schafft vielleicht diese krise ein umdenken.

    wir werden es nicht schaffen denn es geht ja gerade so weiter wie es anfing. lobbyisten schaffen sich schon wieder alles auf die seite und die verteilungsgerechtigkeit kann keinen boden gut machen weil die strukturen nicht geschaffen werden. banken können fehler machen die die gesellschaft bezahlen muss aber der arbeiter an der ecke hat, da er nicht systemrelevant ist leider keinen wirklichen schutzschild (bedingungsloses grundeinkommen). er rutscht ab während die verantwortlichen zocker nicht belangt, ja heute noch nicht mal mehr genannt werden (wer hat sich denn konkret zu beginn der krise verzockt ? – vor einigen jahren haben sie mal einen herrn nick leason für seine kriminellen bankgeschäfte in eine staatliche besserungsanstalt geschickt – heute bekommen viele noch abfindungen und boni).

    ich habe die hoffnung das sich 2012 etwas tut und denke im moment werden wir an den punkt gebracht uns mit der gesellschaft die wir alle geprägt haben oder die uns aufgeprägt wurde auseinanderzusetzen. wenn wir es nicht schaffen hier neue sichten zu entwickeln werden wir sicher einen grossen dämpfer erhalten denn eines ist gewiss das wort gerechtigkeit kennt die natur nicht. hier gilt entwicklung und kreislauf als zentrales prinzip – und ein grossteil unserer gesellschaft hat das aus dem bewusstsein ausgeblendet.

    never the less wäre es schön wenn wir menschen als hochkultur weiter exsistieren könnten aber das erfordert eben einen neuen alten verhaltenskodex in relation zu unseren lebensräumen.

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