Miki wohnt jetzt bei uns

Miki

Schon als wir vor einem Jahr in unsere jetzige Wohnung im Stuttgarter Osten eingezogen sind, war es für uns ein zentrales Thema: Katze oder keine Katze. Und wie das bei uns oft so ist, wir überlegen lange und meist auch hin und her. Aber wenn dann die Entscheidung mal gefallen ist, geht meistens es durchaus flott mit der Umsetzung.

So ist es auch keine zwei Wochen her, da haben wir uns pro Katze entschieden. Dank der vielen Gedanken, die wir uns schon gemacht hatten, konnten wir auch wirklich schnell zur Tat schreiten. Die Vermieterin hatten wir schon lange einbezogen und auch die für eine Urlaubsverpflegung infrage kommenden Freundinnen waren längst gefragt. Auch sollte es eine Katze aus dem Tierheim sein, die gut ohne andere Katzen auskommt und für deren Haltung eine mittelgroße Wohnung mit Balkon ausreicht.

Vergangenen Samstag sind wir dann mit klopfenden Herzen ins Stuttgarter Tierheim in Botnang gefahren, was mit den Öffentlichen durchaus einer kleinen Stadtrundfahrt gleichkommt. Vor Ort haben sie uns gleich mal ins Katzenhaus geschickt, wo wir von zwei sehr hilfsbereiten Frauen die für uns in Frage kommenden Katzen vorgestellt bekamen. So viele, wie wir vorher dachten, waren es gar nicht. Katzen, „die nach Draußen drängen“, sowie besonders junge, kamen für uns ja zum Beispiel gar nicht in Frage. Nach einer guten Stunde im Katzenhaus, wurde uns dann noch Mikila vorgestellt, die kürzlich aus einem befreundeten Tierheim in Kroatien nach Stuttgart kam. Eigentlich war sie noch gar nicht zur Vermittlung frei gegeben, aber da sie so gut zu uns zu passen schien, gaben die beiden Pflegerinnen sie kurzerhand schon ein paar Tage früher für uns frei. Vorausgesetzt, Natali und ich würden vorher noch eine Prüfung unserer Wohnung durch jemanden vom Tierschutzverein bestehen.

Dieser schickte uns dann nach Absprache eine freundliche Dame am Dienstagabend vorbei, die nach einem netten, gut halbstündigen Plausch sehr zufrieden wieder ihrer Wege ging. Mittwoch kaufte ich dann groß im Kleintierfachhandel ein und Donnerstag war es dann so weit: Ich konnte Miki – das „la“ am Ende sparen wir uns – im Tierheim abholen. Ich war sehr aufgeregt. Wie würde die Überführung mit dem Stadtmobil verlaufen? Aber ich will es gar nicht groß spannend machen, es verlief wunderbar. Miki blieb ganz ruhig und wir beide kamen gestern Nachmittag wohlbehalten in unserer Wohnung an.

Ich hatte mir natürlich schon so einige Szenerien ausgemalt. Katze unter Schrank. Angst-Urinieren. Und so weiter. Aber: Miki schlich nach dem Öffnen der Transporttasche tiefenentspannt durchs Zimmer und kam dann auch gleich zu mir, um sich erste Streicheleinheiten abzuholen. Dann wurde die Wohnung inspiziert, wobei das Katzenklo sowie die Futterstelle auch schon direkt gefunden, und auch gleich genutzt wurden.

Einzig mag sie es nicht, wenn jemand allzu laut durchs Treppenhaus stampft. Dann geht es meist direkt unters Sofa. Wobei sie inzwischen immer schneller wieder rauskommt. Und gespielt wird auch gerne. Dazu muss dann meistens Natali herhalten. Sie ist diesbezüglich auch viel raffinierter als ich.

Eigentlich hatten wir vor, es mal auszuprobieren, ob sie die Nacht außerhalb des Schlafzimmers verbringt. Ich sag nur: „Miau. Miau. Miau.“ Das brachte Natali dann nicht übers Herz und so schlief ich die halbe Nacht mit einem Fellknäul an Brust und Bauch; tief unter der Decke. Gegen Morgen musste dann aber erstmal das Schlafzimmer genauer erkundet werden, bevor dann die letzten Stunden der Nacht zu Natalis Füßen verbracht wurden. Obwohl Miki wohl durchaus gerne auch weiter oben geschlummert hätte.

Alles gut, alles schön. Uns steht jetzt jedenfalls erstmal unser erstes Wochenende mit Katze ins Haus. Könnte lustig werden. Wir freuen uns schon…

Das Ende einer wilden Ehe

Hochzeitsfoto

Käme jemand auf mich zu und würde sagen: „Ja, ist es denn zu fassen! Ihr habt euch nach über 13 Jahren nun doch noch das Ja-Wort gegeben?!“, könnte ich dieser Person nur antworten, dass es für mich nun wirklich noch nicht zu fassen ist. Aber es fühlt sich gut an. Frisch verliebt ist ganz schön Pillepalle dagegen. Denn es fühlt sich für mich an, wie eine tiefe, innige, gewachsene Liebe kunstvoll durchsetzt mit prächtigen Schmetterlingen im Bauch.

Dass Natali und ich mit dem 1. April ein durchaus interessantes Datum für unsere Hochzeit gewählt hatten, war uns erst einmal gar nicht so bewusst. Wir fanden den 1.4.14 einfach gut zu merken.

Es war ein schöner Tag. Viele gute Freunde und liebe Verwandte haben ihn dazu gemacht. Wir haben toll gegessen, die Sonne strahlte, eine zerbrochene Lampe brachte uns das nötige Glück für die nächsten Jahre und getanzt haben wir auch. Wunderbar.

Wir sind happy…

Wir haben eine Wohnung

Nach gut vier Jahren, das letzte davon fast komplett an verschiedenen Orten lebend, haben Natali und ich endlich wieder eine gemeinsame Wohnung … nur für uns. Sie liegt in Stuttgart-Ost, in einem Wohnhaus mit sieben Parteien und ist wirklich toll. Die Wohnung wurde vor unserem Einzug von Grund auf renoviert, d.h. Fenster, Elektrik, Heizung usw. sind neu. Es wurde für mich auch extra ein für Allergiker geeigneter Teppichboden verlegt.

Zur Wohnung gehört nicht nur ein Südbalkon, sondern auch eine Gartenparzelle. Sie muss zwar noch fit gemacht werden, da die Vormieterin, die Jahrzehnte lang hier gelebt hat, wohl nie etwas daran gemacht hat, aber wir sehen es einfach als Projekt…

Es war für unser Seelenheil echt bitter nötig, dass wir wieder gemeinsam wohnen. Fühlt sich gut an…

Ein alter seriobizianischer Mythos

Ein alter seriobizianischer Mythos besagt, alle Menschen auf dieser Welt gehen auf einen einzigen vorgeschichtlichen Stamm von Helden, Kriegern und Weisen zurück. Die Helden ritten auf prächtigen Rössern, die Krieger hatten goldene Lanzen und die Weisen waren scharfsinnig, besonnen und von Geburt an kahlköpfig.

Diesem altehrwürdigen Stamm wurde in einer stürmischen Winternacht ein außerordentlich kräftiger Junge geboren. Alle die dieses Kind sahen, erkannten sofort, dass es kein gewöhnlicher Mensch sein konnte; denn nicht zuletzt kam es mit einer Wucherung inmitten seiner Stirn zur Welt. Doch das war noch nicht einmal das Außergewöhnlichste an dem Jungen: Wirklich aufsehenerregend war die goldene Farbe, die der Wucherung die Anmutung einer der Speerspitzen der Stammeskrieger verlieh. Continue reading

Katastrophen-Denken im Müller

Vor kurzem bin ich mit großem Durst in eine Müller-Filiale gegangen. Dort angekommen, habe ich mir ein Getränk aus dem Angebot ausgewählt und bin dann … wie gewohnt … nochmal zu den Schreibwaren gegangen.

Ich liebe es, mich in Schreibwaren-Läden oder -Abteilungen umzuschauen. Doch mein Durst verleidete mir den Spaß daran, sowie der Gedanke, dass ich die Pfand-Flasche gleich kaufen, direkt vor der Tür austrinken, dann dort jedoch mit der nun leeren Pfand-Flasche stehen und am besten gleich wieder reingehen würde, um das Pfand wieder auszulösen. Die Lösung dieses Dilemmas war klar: Ich sollte die Flasche am besten direkt austrinken. Gedacht, getan. Continue reading

Tasche weg

Es wurde dann noch ein schöner Abend, gestern mit Kathi im Rat-Rat. Aber auf die Aufregung vorher, hätte ich gut und gerne verzichten können.

Nachdem ich noch etwas Zeit hatte, bis ich am vereinbarten Treffpunkt sein wollte, entschied ich mich, endlich mal Call a bike auszuprobieren. Angemeldet hatte ich mich bei dem Fahrradverleihsystem von der Bahn schon länger, aber eben genutzt hatte ich es noch nie. Continue reading

stadtmobil, VVS und Co. – Mobilität in Stuttgart

Seit 2½ Wochen lebe ich nun in Stuttgart. Der immerhin sechstgrößen Stadt in Deutschland. Und wenn es auch nur ein östlicher Stadtteil ist, in dem ich wohne, so fühle ich mich doch schon ganz schön „Mittendrin“. Braucht man da eigentlich ein Auto … also ein eigenes? Continue reading

Diagnose: Sozialphobie

Am Morgen des 2. Aprils dieses Jahres lag im Mühlhäuser Ortsteil Pfafferode noch einiges an Schnee. Woher ich das jetzt noch so gut weiß? An diesem Morgen habe ich mich freiwillig in das dortige Ökumenische Hainich Klinikum begeben. Genauer gesagt ins Haus 6, die Station für „Angst und Zwang“ der psychiatrischen Abteilung … also in die Psychiatrie. Insgesamt war ich dann fast 9½ Wochen dort. Continue reading