Invisible Icecream

Nachdem ich immer wieder mitbekommen darf, wie leidenschaftlich sich Natali über die LOL Cats amüsieren kann, freut es mich tierisch, dass ich ihr auch mal ein hausgemachtes, LOL-Cat-würdiges Bild von ihrer Lieblingskatze Lauri aufnahmen konnte.

I can also haz icecream …

Die wilde Dreizehn

Jetzt sind wir nur noch dreizehn Erwachsene hier in der KoWa. Dass immer mal wieder jemand aus einer Kommune wie unserer aussteigt, ist völlig normal und im Bedarfsfall auch unbedingt gewollt. Aber Ralph war der Erste seit gut zwei Jahren, der hier wieder ausgestiegen ist, und somit auch der Erste in der Zeit, die ich jetzt hier bin. Das er gestern völlig im Guten ausgezogen ist und seine Gründe für mich absolut nachvollziehbar waren, macht die Sache emotional nicht unbedingt einfacher. Zumal er auch noch einer meiner zwei Fürsprechenden war und ich mir ihn nicht unbedingt ausgesucht hatte, da er mir unsympathisch war.

So betrübend Ralphs Auszug auch ist, hat er mir doch auch gezeigt, dass unsere Regelungen rund um einen Ausstieg aus der KoWa funktionieren. Alle KommunardInnen haben nämlich eine persönliche Ausstiegsvereinbarung, die bei Einstieg mit der gesamten Gruppe abgestimmt wird … natürlich im Konsens. Ohne diese Vereinbarung ist mensch kein volles Mitglied der Kommune. Und selbstverständlich kann diese Vereinbarung jederzeit an veränderte Lebensrealitäten angepasst werden. Zum Beispiel, wenn mensch Elternteil wird oder das vorher in der Vereinbarung mitbedachte Kind flügge und seinerseits auszieht.

Die Ausstiegsvereinbarung, die auch eine Einstiegsvereinbarung ist, regelt auch, wie mit dem eigenen Vermögen umgegangen wird. Da alle KommunardInnen in einer Vermögensökonomie leben (wir in der Probezeit also noch nicht), soll hier eigentlich niemand ein privates Vermögen “auf der Seite” liegen haben. Auf der anderen Seite wollen wir auch nicht, dass irgendjemand eigentlich hier ausziehen möchte, es aus finanziellen Gründen nicht kann. Darum gibt es zum einen ein Ausstiegsgeld (aktuell 1500,- Euro) und zum anderen wird das eigene Vermögen nicht auf einen Schlag eingebracht, sondern gestaffelt: 25% direkt bei Einstieg, über 10 Jahre je 5% und nach 10 Jahren die restlichen 25%. Das ist eine spezifische Regelung der KoWa, da wir noch nicht die finanziellen Mittel haben, um die Ausstiegsvereinbarungen auch finanziell auf die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. In anderen Gemeinschaften ist das meines Wissens anders.

Meist steht in den Ausstiegsvereinbarungen auch noch drin, welche Dinge bzw. welche Art von Dingen mensch bei Ausstieg mitnehmen möchte. Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass ich reinschreiben werde, dass ich meine berufliche Computer- und Büro-Ausstattung mitnehmen werde, sowie die Gegenstände, die ich an dem Ausstiegszeitpunkt zu meinen persönlichen Habseligkeiten zählen werde.

Vielleicht hat sich jetzt schon jemand gefragt, warum ich dem Beitrag oben ein Bild von unserem Garten voran gestellt habe. Ganz einfach, dass war der Ort, den ich gestern, betrübt wie ich war, aufgesucht habe, um dort Bohnen zu pflücken. Dafür, dass es hier so einen Ort gibt und dass ich nicht direkt jobmäßig an meinen Schreibtisch musste, bin ich sehr dankbar. Auch wieder so eine wertvolle Erkenntnis, die sich bei mir nach einigen Monaten in Kommune eingestellt hat: Hier passt sich das Leben dem Notwendigen an und nicht umgekehrt …

Jane Austen’s Fight Club

The first rule of Fight Club is, you do not laugh about Fight Club … oder doch?!

Catherine Mohr über die versteckten Ökosünden beim Bauen

Nachdem wir hier in der KoWa ja gerade kräftig am Bauen sind, und bei uns auch die Umweltverträglichkeit des Bauens ein wichtiges Thema ist, hat mich bei einem meiner doch häufiger stattfindenen virtuellen Besuche auf TED.com der Vortrag von Catherine Mohr sofort angesprochen. Und ich wurde nicht enttäuscht, aber seht selbst…

Fünf Tonnen Dämm-Material

Gestern Abend bin ich in der Gewissheit ins Bett gegangen, dass heute im Laufe des Tages ein LKW mit massig Dämm-Material zu uns auf den Hof fahren und dieses dann dort vor unserem Material-Lager abladen wird. Auch dass wir dann im Laufe des Tages dieses Dämm-Material dort reintragen werden, wusste ich. Aber dass heute Morgen plötzlich meine Freundin recht aufgeregt vor unserem Bett stehen wird, und ich noch im Halbschlaf sowas hören muss wie: “Kein Gabelstapler”, “kommt nicht auf den Hof”, “muss die Euro-Paletten wieder mitnehmen” … und final dann noch: “wir könnten Hilfe gebrauchen”.

Ein paar Minuten später fand ich mich dann ohne Frühstück bei uns im Innenhof wieder, wo gerade mit einem Hubwagen nach und nach 17 Paletten mit insgesamt 350 Säcken mit Dämm-Material vom LKW runter zum Material-Lagerraum gekarrt wurden. Und dann passierte das, was mich an Kommune seit unserem Umzug an total fasziniert. Aus allen Löcher kamen die Leute und packten mit an. Sogar der LKW-Fahrer war so angetan von diesem Tatendrang und der guten Atmosphäre, dass er sich gleich mit in die Kette stellte und die Säcke mit ins Lager hievte. Nach weniger als eineinhalb Stunden war die Arbeit getan und der LKW fuhr weiter. Da ich von Anfang an die Säcke mit schleppte, hatte ich fast jeden der 350 Säcke mal in den Händen, also bei gut 14kg pro Sack, schlussendlich gut fünf Tonnen.

Ach ja, wozu das Ganze? Wir bauen gerade neue Zimmer und im Zuge dessen wird auch ein großer Teil des Daches neu gedämmt. Ich selbst baue eigentlich nicht mit, aber ich freu mich immer wieder, dass ich gerade rund ums Bauen doch öfters mal mit anpacken kann. Das ist eine wirklich schöne Abwechslung von meinem Büro-Job.

Mal in eine Kommune rein schnuppern?


Ich erzähl euch ja hier immer allerhand aus unserer Kommune im Herzen der Republik, der KoWa. Und vielleicht ist der eine oder die andere nun neugierig geworden und hat Lust bekommen, hier mal rein zu schnuppern. Da kann ich euch nur wärmstens unser nächstes Schnupperwochenende vom 23. bis 25. Juli ans Herz legen.

Geplant sind, neben einer ausgiebigen Führung durch die Häuser und über das Gelände, mehrere kleine Workshop in denen unsere Grundprinzipien vorgestellt und natürlich auch diskutiert werden. Ihr werdet zudem mit uns die Mahlzeiten einnehmen und habt dabei, wie auch bei dem fast schon traditionellen Spaziergang zum Schloss Tenneberg und beim abendlichen Bier in unserer eigenen Kulturkneipe Spatz, die Möglichkeit mit einigen von uns ins Gespräch zu kommen.

Fürs Pennen (Schlafsack wäre super) und Futtern müssen wir allerdings einen kleinen Unkostenbeitrag von 35 Euro nehmen. Es sei denn, ihr seid selbst knapp dran mit der Kohle, dann lassen wir da auch gerne noch mal mit uns reden. Anmelden könnt ihr euch entweder via E-Mail an info [äd] kommune-kowa.de oder telefonisch unter 03622-200504.

Los geht es am Freitag gegen 18 Uhr und am Sonntag ist so in die Mittagszeit Feierabend. Wer aber dann noch nicht genug von Kommune hat, kann sich auch gerne auch für die Kennenlernwoche direkt im Anschluss (26. bis 31. Juli) anmelden. Hierfür müsst ihr noch nicht mal was blechen, denn wir möchten in dieser Woche gerne einiges mit euch in Haus, Hof und Garten schaffen … “Hand gegen Koje” sozusagen.

Wer nun noch Fragen hat, kann gerne einen Kommentar schreiben oder mich sonst wie kontaktieren. Ich würde mich freuen, wenn ich auf diesem Wege jemanden animieren könnte, hier mal rein zu schnuppern …

Feuerwerk über der Stadt

Feuerwerk im Rahmen des Waltershäuser Sambafests

Heute ist in Waltershausen Sambafest … mit Feuerwerk, wie mensch auf diesem Bild schön sieht.

Start ins Kommune-Leben – ein kleiner Zwischenbericht

Jetzt sind es tatsächlich schon 10 Wochen, die ich in Kommune lebe. Aber was heißt hier “schon”? Es ist in diesen Wochen so unglaublich viel passiert. In meinem früheren Leben, hätte ich wahrscheinlich Jahre für solch viele Erlebnisse gebraucht. Und dabei meine ich nicht einmal die “großen” Dinge, wie etwa dass ich nun eine selbständige Arbeit mit Büro und ersten Aufträgen gestartet habe. Es sind viele, viele Kleinigkeiten, die das Leben in dieser Kommune so vielfältig und abwechslungsreich machen.

So habe ich in diesen 10 Wochen doch tatsächlich schon viermal auf dem Gelände gekickt. Und damit meine ich Kicken in einem solchen Umfang, dass ich anschließend unbedingt duschen musste. Oder dass ich auf dem Treffen der Kommuja-Kommunen, das bei uns vor gut zwei Wochen stattfand, endlich mal wieder Auflegen konnte, und dabei durch das tanzwütigste Völkchen, für das ich je den DJ geben durfte, heute noch total happy an diesen Abend zurückdenke. Auch finde ich es total klasse, dass ich mich im Alltag so viel bewege, dass ich bei gleich gebliebenen Nahrungsmengen inzwischen gut 8 Kilo abgenommen habe. Vielleicht liegt das auch an dem einen oder anderen spontanen Kubb-Duell bei uns hinterm Haus.

Und trotzdem bin ich hier auf keinen Pony-Hof gezogen. Ich lebe jetzt mit über einem Dutzend für mich vorher fremden Menschen zusammen. Menschen mit Ecken und Kanten, Macken und Schrullen. Menschen mit denen ich die grundlegenden Dinge des Lebens abstimmen sollte. Noch will ich das auch meist. Auch wenn ich schon gemerkt habe, dass es einfach to much ist, wenn ich die Gruppe bei jedem Bisschen mit einbeziehen würde. Ich versuche gerade herauszufinden, wann ich vielleicht mal lieber selbst oder in Absprache mit einzelnen meiner MitkommunardInnen etwas entscheide, regele oder kläre, und wann etwas in jedem Fall als Tagesordnungspunkt oder Info ins Plenum gehört.

Ich habe aber auch schon festgestellt können, dass es mir total viel Kraft gibt, wenn ich Dinge die mich umtreiben, in der ganzen Gruppe besprechen konnte. Denn zumeist gibt es immer Aspekte, die ich nicht bedacht habe oder auf die ich einfach alleine nicht gekommen wäre. Solche Momente gab es für mich vor allem auf meinem mit Behörden und Formularen gespicktem Weg in die Selbständigkeit. Es tut einfach gut den Rückhalt einer Gruppe zu spüren.

Eine wirklich leidige Erfahrung habe ich bisher aber schon machen müssen: Wenn sich hier mal ein Virus oder ähnliches eingeschlichen hat, dann geht er auch konsequent seinen Weg durch die Reihen. Aber das kenne ich auch aus Bürogemeinschaften nicht anders. Zum Kotzen kann das aber trotzdem sein … im wahrsten Sinne des Wortes.

Am 22. April 2011 wird der Kapitalismus abgeschafft

Freut euch! Am Wochenende hat uns die entzückende Nachricht erreicht, dass am 22. April 2011 der Kapitalismus abgeschafft wird.

Derzeit ist noch nicht klar, durch was der Kapitalismus ersetzt wird und wie wir dann in Zukunft an unsere Bananen kommen, aber trotzdem erscheint es mir ein guter Grund schon mal eine fette Fete zu planen.

Meine erste Yoga-Stunde

Ich hab Rücken. Das kommt davon, wenn ein in die Jahre kommender Schreibtischtäter denkt, dass er Holz schleppen könnte, wie ein in der Blüte seines Lebens stehender Jungspund. Doch zum Glück haben wir ja mit Dodo eine ausgebildete Yoga-Lehrerin im Haus.

Als ich ihr gestern von meinen anhaltenden Rücken-Problemen berichtete, hat sie sich spontan bereit erklärt, ein paar speziell auf die Stärkung des Rückens zugeschnittene Übungen mit mir zu machen.

Somit stand ich heute morgen um halbzehn bei ihr auf der Matte, um dann gleich mal in die Knie und dann in eine brücken-ähnliche Grundstellung zu gehen. In der dann folgenden Stunde haben wir dann viele Übungen gemacht, die mir aus meinen zahlreichen früheren Sporterfahrungen zum Teil ziemlich vertraut vor kamen. Dodo sagte mir dazu, dass sie es auch so sieht, dass vieles was ich so als Dehn- und Aufwärmübungen kenne, diesen Yoga-Übungen ziemlich nahe kommt. Nur dass die Positionen in der Regel länger gehalten werden und dass die Atmung eine größere Rolle spielt. Das richtige Atmen war dann auch wirklich eine besondere Herausforderung für mich, die ich anfangs nur leidlich gut bewältigen konnte.

Es war aber auf jeden Fall eine ziemlich schöne Sache, morgens noch vor dem Frühstück ein bisschen Sport zu machen. Es war jetzt nicht so, dass ich so richtig ins Schwitzen kam, aber trotzdem merke ich, dass ich was getan habe. Dodo hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, noch ein paar Mal so eine Yoga-Stunde mit mir machen wird. Mal schauen, vielleicht kann ich in einiger Zeit (fast) wieder wie ein Jungspund Holz schleppen …

It's a dirty job but someone got to do it

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