VW-Diesel-Gate: Hoffen auf den Fukushima-Effekt

Schau an, schau an: Volkswagen hat uns also alle beschissen. Auf dem Prüfstand schafften es bestimmte VW-Dieselfahrzeuge im Bezug auf vorgegebene Abgaswerte innerhalb vorgegebener Parameter zu funktionieren, auf der Straße konnten sie dies jedoch nicht bestätigen. Sie lagen aber nicht nur ein bisschen daneben, sondern im Schnitt um das 15- bis 35-fache über dem gültigen Grenzwert; in der Spitze sogar beim 40-fachen.

Das ist ungefähr so, als wenn der Bettnachbar am Abend beteuert: er pupse, aber nur einmal pro Nacht und schlussendlich hat er am nächsten Morgen 40-mal flatuliert. Das würde doch die ganze Atmosphäre verpesten; im wahrsten Sinne des Wortes.

Wir haben es hier also mit einem handfesten Skandal zu tun. Eine Art von Skandal, wie wir ihn uns hier auf der Erde leider überhaupt nicht mehr leisten können, wir haben unsere Atmosphäre schließlich schon mehr als genug vergiftet. Klimawandel und so … ihr wisst Bescheid.

Auf Twitter habe ich kürzlich die hypothetische Frage in den Raum gestellt: ob VW jetzt ins Gefängnis muss? Natürlich muss VW das nicht, den VW ist als AG eine Kapitalgesellschaft; also eine juristische Person und damit in diesem Sinne nicht als Person justitiabel. Sanktionen gegen eine Kapitalgesellschaft werden in der Pre-TTIP-Zeit zwar immerhin auch noch von Gerichten verhängt, aber so etwas wie eine Freiheitsstrafe gibt es hier nicht. Rücktritte, Strafzahlungen, abstürzende Börsenzahlen und sicherlich auch Umsatzeinbußen: ja … aber Volkswagen wird jetzt nicht für 10 Jahre vom Markt genommen.

Irgendwie schade eigentlich. Stellt euch doch mal vor, welches Potential an maschinenbaulichem und ingenieurtechnischem Know-how damit frei würde. Und was sich damit alles in Bereichen entwickeln ließe, die nicht so im Industriezeitalter verhaftet sind, wie die Automobilbranche: Grüne Energie, alternative Mobilität, technisches Gesundheitswesen … um nur ein paar Schlagworte zu nennen.

Aber vielleicht haben wir ja Glück und es gibt auch hier eine Art Fukushima-Effekt und ein ganzer Industriezweig muss sich wandeln. Vielleicht gibt es von Volkswagen in gut fünf Jahren auch vergleichbare Meldungen wie jetzt von EnBW, die auf dem Weg zur Energiewende gerade wieder einen zweiten großen Offshore-Windpark in Betrieb genommen haben.

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