Mal wieder Kommunen-Luft geschnuppert

losgehts09

Einen Tag später als möglich … meine Oma Frieda wurde 80 … sind Natali und ich am vergangenen Samstag im Niedersächsischen Escherode auf dem Los geht’s 2009 angekommen. Das Treffen von Menschen aus Kommunen und solchen die am Leben in einer Kommune interessiert sind, fand in diesem Jahr vom 29. Mai bis 2. Juni auf dem weitläufigen Gelände der Kommune gASTWERKe statt.

Viele werden es nicht wissen, aber wir haben im Bezug auf Kommuneleben eine kleine Vorgeschichte. Zwar haben Natali und ich noch nie in einer Kommune gelebt, aber mit der Möglichkeit haben wir uns mal 2 Jahre lang sehr intensiv beschäftigt. Das ist nun gut drei Jahre her und damals standen wir kurz davor in die Kommune Niederkaufungen einzuziehen.

Das wir diesen Schritt damals nicht gemacht haben, hatte viele Gründe, aber keiner davon war, dass wir das grundlegende Konzept des gemeinschaftlichen Zusammenlebens nicht mehr gut fanden. Es hat damals einfach nicht gepasst, und anderes hat scheinbar einfach besser gepasst. Aber das ist eine Geschichte für sich, die jetzt aber nicht mein Thema sein soll.

Mein Thema ist das Los geht’s. Zusammen mit Paula und Lukas hatten wir uns vor ein paar Wochen entschlossen zum Los geht’s zu fahren. Und um ehrlich zu sein, muss ich Paula danken, denn wer weiß, ob wir ohne sie unsere Ärsche überhaupt hoch bekommen hätten. Haben wir aber und es hat sich gelohnt. Nicht nur, weil ich so nach gut 20 Jahren mal wieder ein einem (geliehenen) Zelt geschlafen habe, sondern auch wegen der vielen spannenden Menschen, die ich getroffen und der interessanten Workshops, die ich besucht habe.

Gleich im ersten Workshop am Samstag zum Thema „Konsens“, habe ich zum Beispiel Bettina, Tobi und ihren kleinen Milan von der Kommune Hof Rossee in Barkelsby bei Eckernförde in Schleswig-Holstein kennengelernt. Die beiden Großen stellte am Sonntag auch ihre Kommune in einem Workshop vor und so wie es aussieht, werden Natali und ich versuchen unseren Urlaub im Juni so zu legen, dass wir den Hof Rossee zu ihrem Bau-Wochenende besuchen können. Vielleicht– … aber ich möchte im Bezug auf Kommuneleben eigentlich keine Wasserstandsmeldungen mehr abgeben.
Auch sehr sympatisch fand ich den Vorstellungsworkshop der Kommune Waltershausen und des Kommunen-Projekts Uthlede. Weitere Kommunen habe ich wegen der parallel stattfindenden Workshops nur am Rande kennen lernen können. Wie auch viel nicht in Kommunen lebende Menschen.

Im Bezug auf inhaltlichen Workshops habe ich neben dem besagten zum Thema „Konsens“ auch an welchen zu den Themen „Gemeinsame Ökonomie“, „Kommunen und die Krise“ und „Politische Kommunen“ teilgenommen. Allesamt sind mir diese Themenbereiche nicht neu gewesen, aber nach gut drei Jahren „Abstinenz“ fand ich es sehr erfrischend mich mal wieder mit solchen Sachen beschäftigen zu können. Gerade wenn man wie ich, zur Zeit im Alltag viel mit Themen und Methoden in Berührung kommt, die fast schon als dazu gegensätzlich bezeichnet werden können.

Aber auch ich, mit einen Erfahrungen in den modernen Web- und vor allem Social-Web-Themen konnte einiges davon weitergeben und diesbezüglich einige interessante Gespräche führen. Wobei ich allerdings feststellen durfte, dass ich im Vergleich mit den meisten Menschen schon noch ein ganzes Stück weit voraus/weg(?) bin. Ob das nun positiv oder nicht ist, dass mag ich jetzt nicht entscheiden wollen.

Alles in allem war es ein erfahrungsreiches verlängertes Pfingst-Wochenende in Escherode, zu dem ich bei weitem noch nicht in der Lage bin, ein Resümee zu ziehen. Muss ich aber auch nicht. In jedem Fall möchte ich mich bei den Menschen bedanken, die das Los geht’s organisiert haben. Auch wenn es ein paar kleine Schönheitsfehler gab (z.B. kalt Duschen soll ja gesund sein), habe ich mich sehr gut umsorgt gefühlt und die mir wie auch den gut 300 anderen Menschen … und auch den mitgebrachten Tieren … entgegengebrachte Gastfreundschaft sehr genossen. Und veganes Essen kann auch sehr, sehr lecker sein … mjamm jam!

Update: Meine Freundin Natali hat auch etwas zum Los geht’s geschrieben. Sie hat sich dem Thema etwas ausführlicher angenommen und gleich drei Beiträge dazu veröffentlicht: Anders leben – Teil 1, Teil 2 und Teil 3.