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stadtmobil, VVS und Co. – Mobilität in Stuttgart

Seit 2½ Wochen lebe ich nun in Stuttgart. Der immerhin sechstgrößen Stadt in Deutschland. Und wenn es auch nur ein östlicher Stadtteil ist, in dem ich wohne, so fühle ich mich doch schon ganz schön „Mittendrin“. Braucht man da eigentlich ein Auto … also ein eigenes?

Nicht wirklich. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten mobil zu sein, ohne eigene Fahrzeuge. So habe ich mir recht bald eine Monatskarte vom örtlichen Verkehrsverbund (VVS) geholt und da der ÖPNV in Stuttgart wirklich gut ausgebaut ist, nutze ich diese Karte auch ausgiebig. Für den Anfang habe ich mit der Nutzungserlaubnis für die innerste Zone angefangen, werde aber so bald möglich die zweite Zone hinzunehmen.

Zudem habe ich mich bei stadtmobil Stuttgart angemeldet. Dies ist einer von einigen Carsharing-Anbietern hier hin der Gegend. Die mit den roten Autos … was für mich auch Hauptgrund war. Quatsch! Das Preisleistungsverhältnis stimmte meiner Meinung nach. stadtmobil hat an zahlreichen Stationen haufenweise Autos in ganz Stuttgart und vielen Orten rundherum positioniert. Meist sind es Opel Corsas, aber irgendwo es gibt fast für jeden Fall auch eine passende Fahrzeugklasse. Es gibt auch Cabrios, Transporter und seit neustem auch Elektroautos.

In dem von mir gewählten Tarif zahle ich pauschal 10 Euro im Monat und dann die Nutzung der Autos. Es gibt Stunden-, Tages- und Wochen-Tarife. stadtmobil verspricht, immer den für den Kunden günstigsten Tarif anzurechnen. So kostet, als Beispiel, eine Stunde mit einem Corsa tagsüber erst einmal 2 Euro. Hinzukommt noch eine Pauschale für jeden gefahrenen Kilometer. Wie hoch die Pauschale ist, hängt nochmal von der zurückgelegten Fahrtstrecke ab. Unter 100 Kilometern kostet einer 21 Cent. Da ist allerdings dann auch der Sprit mit drin.

Wenn ich täglich ein Auto brauchen würde, etwa für die Fahrt zur Arbeit und zurück, dann wäre dieses Carsharing-Modell nichts für mich. Da ich aber kaum ein, zwei Mal pro Woche ein Auto nutzen werde, kann ich … können wir … damit einiges an Geld sparen. Denn ein eigenes Auto müssten wir zunächst einmal finanzieren, dann kommt noch Steuer, Versicherung, Wartung und ggf. ein Stellplatz hinzu. Auch wäre die Versuchung groß, doch häufiger mal das Auto zu nehmen, was auch die Spritkosten nach oben treiben würde.

Nicht zu verachten ist auch, dass ich so immer wieder mal in den Genuss von unterschiedlichen, relativ neuen und recht gut gepflegten Autos komme. Diesen kleinen Elektroflitzer Twizy möchte ich schon gerne mal ausprobieren und einen kleinen Ausflug mit einem Cabrio werden wir uns wohl auch mal gönnen.

Auch schön: stadtmobil Stuttgart hat in vielen deutschen Städten Partner, deren Carsharing-Angebote man auch in der Fremde nutzen kann. So kann ich u.a. die großen Strecken mit der Bahn erledgigen, und dann im Bedarfsfall aber vor Ort ein Auto nutzen.

Das Carsharing-Modell von stadtmobil hat mich in seiner Nutzungsweise schon an die gemeinsame Nutzung unserer Autos in der KoWa erinnert: Vorher schauen, ob das gewünschte Auto frei ist, ggf. die Alternativen checken, in die Liste eintragen (buchen), Fahrtbuch führen, pünktlich zurück sein oder rechtzeitig telefonisch verlängern, wenn das von der Ausbuchung her möglich ist, und wenn der Tank nur noch wenig Sprit enthält: Tanken. In den stadtmobil-Autos liegt eine Tankkarte, so dass man die Autos bargeldlos nutzen kann.

Wie schon erwähnt, gibt es in Stuttgart noch weitere Carsharing-Angebote. Interessant finde ich noch die Autonetzer und Car2go. Ersteres ist Carsharing unter Privatpersonen und car2go meiner Ansicht nach eher eine Art Taxi-Ersatz. Anders als bei stadtmobil, kann man dort deren Smarts spontaner nutzen und muss diese auch nicht an der gleichen Station abgeben. Dafür stehen die Autos nicht so planbar zuverlässig zur Verfügung und bei längeren Fahrten wird es schnell teuer.

Bei Call a bike habe ich mich auch angemeldet, bin bisher jedoch noch nicht dazu gekommen, das Mietrad-Angebot der Bahn zu testen. Bei akutem Bedarf bzw. spätestens wenn die große Hitze mal wieder weg ist, steht das an. Ich werde auch darüber berichten.

Ach ja … um das Ganze abzurunden: Es gibt zudem auch noch Mietwagen. Gerade als ADAC-Mitglied gibt es da preiswerte Angebote. So war es jetzt am vergangenen Wochenende, wir waren auf der Hochzeit meines Cousins in Göttingen bzw. Kassel, für uns günstiger bei Hertz einen Fiesta zu mieten, als ein stadtmobil zu buchen.

An diesem Bericht erkennt man aber auch, dass der eigene Wagen einen deutlichen Vorteil im Bezug auf mein Mobilitätsmodell hat: Man muss nicht so viel nachdenken. Obwohl … ist das überhaupt ein Vorteil? Wohl eher Bequemlichkeit.

Kategorie(n):ErlebtesSozialphobie

Ein Kommentar

  1. Was ich an stadtmobil toll finde: es ist nicht einfach ein weiterer Vertriebskanal eines Automobil-Herstellers, sondern es wurde von Leuten ins Leben gerufen, die sich um unsere Mobilität mindestens so viel Gedanken gemacht haben wie Du 🙂
    (Disclaimer: bin Leiter der Filiale in Bietigheim-Bissingen von stadtmobil e.V.)

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