Zum Inhalt springen

Monat: Mai 2011

Zweiundzwanzigster April Zweitausendelf

Nun ist er also abgeschafft, der Kapitalismus. Für einige zwar auf eine enttäuschende Art und Weise, da die in diesem Zuge zu erwartenden revolutionären Umwälzungen ausblieben, wie auch einst an der Berliner Mauer. Nun gut. „Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul“, hieß es vielerorts, als am 22. April 2011 Punkt Mitternacht die systemisch, apokalyptische Geißel dieses Planeten im Allgemeinen und der Menschheit im Speziellen endlich abgeschafft war. Woraufhin einige natürlich sofort mit der Frage konterten, ob mensch sich im Post-Kapitalismus überhaupt noch Gäule schenken könne? Daraufhin war nicht selten die Antwort zu hören, dass dies selbstverständlich noch möglich sei, da ja mit der Abschaffung des Kapitalismus nicht automatisch der Rückgriff auf den Sozialismus einhergegangen sei. „Nicht?“, wurde dann gefragt und „Nein“ geantwortet. Was denn anstelle des Kapitalismus eingeführt worden wäre, wollten nun einige wissen. Es sei noch gar nichts eingeführt worden, es sei lediglich etwas abgeschafft worden, nämlich der Kapitalismus. Das wurde dann gefeiert.

Musik-, Lyrik- und Satire-Tipp: Dota und die Stadtpiraten

Beeindruckt von Konstantin Weckers Lied Sage Nein!, welches ich auch erst letztes Jahr via Deutschlandradio Kultur kennenlernen durfte, machte ich mich vor ein paar Monaten im Web auf die Suche nach Künstlern und Künstlerinnen, die ihre Musik mit inhaltlich gehaltvollen Texten zu würzen wissen. Irgendwie bin ich dabei auf die Kleingeldprinzessin Dota und ihre Stadtpiraten gestoßen. Genauer gesagt, auf das Lied Immer die Anderen, welches ich dann auch gleich mal bei Amazon als MP3 kaufen musste.

Eigentlich müssen wir uns nur entscheiden

Zweierlei ist in den letzten Wochen geschehen, was mich nachhaltig beeindruckt hat: Ich habe auf der re:publica in Berlin einem Vortrag von Gunter Dueck beigewohnt und ich habe das Buch Haben oder Sein von Erich Fromm gelesen. Beide haben sich u.a. über etwas ausgelassen, das im Großen und Ganzen sehr diskutabel, und zudem extrem heterogen ist: unser Bild von den Menschen.